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Gestohlene Gerichtsakte: Reichsbürgerin zu 14 Monaten Haft verurteilt

30/03/2017
Akte geklaut Reichsbürgerin

Reichsbürgerin betont, dass sei keine Reichsbürgerin sei…

Damals hatte alles zusammengepasst: Eine Gruppe rotzfrecher Reichsbürger, eine ängstliche und butterweiche Richterin … sowie justizeigene Wachleute, die mit seltener Unfähigkeit und Feigheit auf die Randale im Gerichtssaal reagierten.

Die Reichsbürger hatten gepöbelt, sich vornehmlich am Richtertisch aufgehalten, mit Papieren und sogar mit der Gerichtsakte geworfen. Letztere nahmen sie dann auch gleich mit, als sie unbehelligt das Gerichtsgebäude verlassen konnten. Die Angelegenheit ging durch die Medien, und sogar Justiz und die politisch Verantwortlichen bekamen mit, dass da etwas „suboptimal“ gelaufen war, wie es im heutigen Neusprech heißt.

Gegen die damals Angeklagte, Manuela H., wurde Haftbefehl erlassen, woraufhin sie der reichsdeutsche Übermut wohl verließ. Sie flüchtete ins Ausland – aber nicht in das Traumparadies aller Reichsbürger, nach Putin-Russland, sondern ausgerechnet nach Spanien. Und dort hatte man kein Problem damit, die Staatsleugnerin an Deutschland auszuliefern.

Nun wurde Manuela H. zu 14 Monaten Haft verurteilt.

Bewährung gab es für die vielfach vorbestrafte Frau nicht. Das Urteil reiht sich ein in viele Vorfälle von mutmaßlichen „Reichsbürgern“, mit denen sich die deutschen Behörden auseinandersetzen müssen. (N24)

Aber auch die damaligen Komplizen bekamen ihr Fett weg:

Gegen vier Helfer sind Strafbefehle erlassen worden, wovon zwei bereits rechtskräftig sind. Der Fall eines 39-Jährigen soll am 11. Mai in Kaufbeuren verhandelt werden. Er hatte Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt.

Manuela H. war es unter anderem zum Verhängnis geworden, dass ihre Helfer das asoziale Gebaren vor Gericht gefilmt und stolz auf YouTube veröffentlicht hatten:

Die inzwischen in der Justizvollzugsanstalt Memmingen inhaftierte Hauptbeschuldigte wollte sich in ihrer Verhandlung zu den Vorwürfen nicht äußern. Doch Amtsrichter Sebastian Pottkamp konnte auf die Aussage der Angeklagten ebenso verzichten wie auf Zeugen. Ihm reichte das sichergestellte Video und die Aussage der 51-Jährigen bei der Ermittlungsrichterin in München nach der Auslieferung. Dort hatte sie den Diebstahl zugegeben.

Der übliche Reichsbürger-Witz durfte natürlich auch diesmal nicht fehlen:

Bei der Haftrichterin und auch am Donnerstag betonte die Frau, dass sie keine „Reichsbürgerin“ sei.

Natürlich: Peter Fitzek, Rüdiger Klasen/Hoffmann, Peter Frühwald, und wie diese Flitzpiepen sonst noch so heißen, sind allesamt keine Reichsbürger. Adolf Hitler war auch kein Nazi. Es gibt schließlich kein einziges Dokument, wo er sich selbst so genannt hätte. Die 14 Monate Haft erhielt die Nicht-Reichsbürgerin als Gesamtstrafe:

Nachdem die Frau wegen Fahrens ohne Führerschein bereits rechtskräftig zu acht Monaten Haft verurteilt war, verhängte der Richter für den Aktendiebstahl nun die gleiche Strafe. Aus den beiden Einzelurteilen bildete Pottkamp die Gesamtstrafe von 14 Monaten Haft. Er schloss sich damit dem Staatsanwalt an, der Pflichtverteidiger hielt 10 Monate für ausreichend. Nach 45 Minuten war das Verfahren beendet – ganz ohne „Getobe und Geschrei“, wie der Ankläger das Geschehen vor 14 Monaten umschrieb.

Nach Urteilsverkündung: Peter Fitzek und Anhänger ticken im Gerichtssaal aus

15/03/2017
Peter Fitzek verurteilt

Verurteilter Peter Fitzek – sein Handeln „diente niemals dem Gemeinwohl“….

Das Landgericht Halle hat im Untreueprozess gegen Peter Fitzek eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten gegen den „Reichsbürger“ Peter Fitzek verhängt. Es blieb damit nur unwesentlich unter dem Strafmaß, das die Staatsanwältin gefordert hatte.

„Bei der Urteilsverkündung kam es zum Eklat. Der Verurteilte reagierte mit wüsten Beschimpfungen auf den Richterspruch“, meldet Spiegel Online. Einer seiner Anhänger flippte im Gerichtssaal ebenfalls aus und musste von Sicherheitskräften ruhiggestellt werden – man führte den hysterischen Mann kurzerhand aus dem Raum. Dass Fitzek nicht mit einem Freispruch oder einer Bewährungsstrafe zu rechnen hatte, war abzusehen. Nun wurde der 51-Jährige wegen unerlaubter Bankgeschäfte und Untreue in besonders schwerem Fall schuldig gesprochen.

„Es sind Massen an Geldern geflossen“, sagte die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens. Mindestens 1,3 Millionen Euro davon habe Fitzek abgehoben, ohne das klar sei, wo das Geld geblieben sei. Quelle: Wochenblatt.de

Natürlich hätte man die ehemalige Fitzek-Mätresse Michaela K. intensiv danach befragen können, wovon sie denn ihren langfristigen Australien-Aufenthalt finanziert hat, oder die intimsten „Königreich Deutschland“-Anhänger in Wittenberg, von welchem Geld sie ihr tägliches Toastbrot bezahlen. Doch nur Fitzek weiß wirklich, wo die veruntreuten 1,3 Millionen geblieben sind. Er hat massenhaft Barabhebungen getätigt, gibt aber nach wie vor der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) die Schuld für sämtliche bestehenden Unklarheiten.

Auf Nebelkerzen und Ablenkungsmanöver ließ sich die Vorsitzende Richterin nicht ein:

Nach Auffassung des Gerichts verletzte Fitzek sogenannte Vermögensbetreuungspflichten. So habe es keine ordentliche Buchhaltung gegeben. Es sei nicht dokumentiert worden, wofür Gelder verwendet wurden. „Über Jahre hinweg haben sie letztlich vor sich hingewurstelt und viel Geld eingenommen“, sagte Mertens [zu Fitzek].

Auch sonst fand die Richterin klare Worte für die irren Praktiken im „Königreich Deutschland“:

Der Angeklagte habe seine Bank betrieben wie ein „Laienspielchor“.

Der „König von Deutschland“ verlor daraufhin die Contenance. Er pöbelte wie gewohnt, und wenn er gekonnt hätte wie er wollte, wäre er gewiss erneut handgreiflich gegen eine Frau geworden:

[Er] unterbrach die Urteilsverlesung ständig mit lauten Zwischenrufen und Beschimpfungen wie „Witz“, „Skandal“ und „Lügen“. Der Aufforderung des Gerichts, den Saal besser zu verlassen, folgte er allerdings nicht.

Die Richterin ließ sich von dem wilden Gebaren nicht beeindrucken: „Sie, Herr Fitzek, haben sich nicht für das Gemeinwohl eingesetzt, sondern das Geld für sich verwendet“, widersprach Mertens.

Überhaupt ist es amüsant, dass jemand wie Fitzek, der es mit der Wahrheit bekanntermaßen noch nie genau genommen hat, von irgendwelchen „Lügen“ anderer fabuliert: Gäbe es weder den Baron von Münchhausen, noch Käpt’n Blaubär, Peter Fitzek wäre der unumstrittene deutsche Lügenkönig.

Im Gerichtssaal verfolgten mehr als 20 Anhänger des selbsternannten „Königs“ die Urteilsverkündung. Immer wieder gab es auch von dort Zwischenrufe. Ein Anhänger Fitzeks wurde schließlich von Justizbeamten aus dem Gerichtssaal gebracht.

Diesen Leuten wird der Widerspruch in der eigenen Denkweise nicht klar. Fitzeks Darstellung nach ist er ja gerade deshalb als „Gottessohn“ auf die Welt geschickt worden, um hier endlich als unbesiegbarer Messias ein DDR-ähnliches Paradies zu errichten.

Weder die illegale der „Staats“-Macht der „BRD“ könne ihn aufhalten, auch nicht die „Hochfinanz“, noch die westalliierten Besatzungsmächte und schon gar nicht die Juden. Dass der Nimbus der Unantastbarkeit nichts als eine der üblichen Hochstapeleien des „Obersten Souveräns“ war, wird seiner depperten Anhängerschaft wohl spät bis gar nicht auffallen.

Allen anderen wird Peter Fitzek fehlen. Immerhin war er einer der unterhaltsamsten Idioten, die das Internet je hervorgebracht hat. Falls eine etwaige Revision der Verteidigung nicht zum Erfolg führt, hat das deutsche Volk dennoch allen Grund dazu, sich über das gerechte Urteil zu freuen!

Wieder eine Reichsbürger-Revolution kläglich gescheitert

13/03/2017

Meheme.org – das Netz hat eine eine virtuelle Müllhalde mehr

Das Reichsbürger-Forum „Menschen helfen Menschen“ („Meheme“) besaß viele aktive Mitglieder, zu Glanzzeiten sollen es bis zu 30 Personen gewesen sein. Zehn davon schmiedeten in einem „IZ“ (Innerem Zirkel) hochgeheime Pläne. Der Sturz der Bundesrepublik Deutschland stand unmittelbar bevor.

Inzwischen ist Meheme.org geschlossen, die Domain wird zum Kauf angeboten. Die Bundesrepublik hat also noch einmal Glück gehabt: nicht sie ist untergegangen, sondern das „Menschen helfen Menschen“-Forum.

Es wurde von einem Reichsbürger betrieben, der sich den Nicknamen „Jumper“ zugelegt hatte. „Jumper“ behauptete, eine bombensicheres Taktik entwickelt zu haben, mit der er das „illegale Verwaltungskonstrukt BRD“ zu Fall bringen könne. Einzelheiten dazu erfuhren nur jene Forumsmitglieder, die sich besonders loyal verhielten und dafür mit einem besonderen Privileg belohnt wurden, nämlich der Aufnahme im „IZ“.

So geheim waren „Jumpers“ Pläne allerdings nicht. Die Forumsmitglieder sollten sich bei ihren Bürgerämtern abmelden, aber keinen neuen Wohnsitz nennen, dann seien sie für die Behörden nicht mehr erreichbar. Wie die meisten Reichsbürger bettelte „Jumper“ penetrant um Spenden. Er behauptete, von den eingehenden Beträgen eine Wohnung anmieten zu wollen, um deren Wände „von oben bis unten“ mit Briefkästen zu bestücken.

Die Geldgeber könnten dann einen solchen „toten Briefkasten“ nutzen. „Jumper“ wollte Postbote spielen und die eintreffenden Briefe an die echten Adressen der Forumsmitglieder weiterleiten. Diese bräuchten dann keine Verwarn- und Bußgelder mehr bezahlen, auch Steuern würden der Vergangenheit angehören. Die Behörden wüssten ja durch den Trick nicht, wo der jeweilige Schuldner wohnt … entsprechend könnte nichts vollstreckt werden.

Der Staatsbankrott wäre nur noch eine Frage der Zeit…

Eine derart selten dämliche Idee war offenbar noch nicht einmal Mathias Langer aus Bad Münder, Niedersachsen, geheuer. Langer ist alleiniger Betreiber des Blogs „News top-aktuell“, eine der infamsten Lügen- und Hetzseiten, die im Netz zu finden sind.

Das Forum „Meheme/Menschen helfen Menschen“ war ursprünglich als Hommage an das Blog „News top-aktuell“ entstanden, doch nach wenigen Tagen stritten Mathias Langer und „Jumper“ heftig darüber, was denn nun die beste Methode sei, um die Bundesrepublik zu beseitigen. Die Auseinandersetzung wurde mit harten Bandagen ausgetragen.

Mathias Langer gehört zu jenen Reichsdeppen, die im außer-virtuellen Leben selten aktiv werden, als Schreibtischtäter jedoch zu den übelsten Scharfmachern gehören. Immer wieder fordert er dazu auf, Beamte und Verwaltungsangestellte zu töten. „Jumper“, der sich anfangs ebenfalls auf diesem Kurs befand, wollte da nicht mehr mitziehen. Er plauderte allerlei über den Kontrahenten aus, bezeichnete ihn als „Idioten“, verlinkte zudem ein Video, das Langer als jungen, verschwitzten Dampfplauderer zeigt.

Der Streit zwischen „Jumper“ und Langer wird es jedoch nicht gewesen sein, der zum Ende des Meheme-Forums führte. In einigen seiner letzten Beiträge hatte „Jumper“ durchblicken lassen, dass das Forum nicht die erwünschte Wirkung erzielt habe … und dass mit einem Erfolg auch nicht mehr zu rechnen sei.

Denkbar ist überdies, dass „Jumper“ durch die jüngsten polizeilichen Maßnahmen gegen die Reichsbürger aufgeschreckt wurde und aus Angst vor Entdeckung sein Forum löschte. Immerhin wurde dort massiv zu Gesetzesbrüchen aufgerufen. Jedenfalls braucht sich keiner Sorgen zu machen: Gewiss steht bereits ein neuer Depp in den Startlöchern, um uns virtuell mit seinem Gehirndurchfall zu beglücken.

LINKS:

News top-aktuell: Mathias Langer und seine „BRD-Lüge“

Sonnenstaatland-Forum: Diskussion über „News top-aktuell“

Meheme.org – Querulanten helfen Zechprellern

Mathias Langer alias John Boggerty

Reichsbürger wollen nicht mehr Reichsbürger genannt werden

09/03/2017
Reichsbürger verhaftet

Reichsbürger festgenommen. Dobermann erschossen.

Früher redeten sie davon, dass nicht die Gesetze der Bundesrepublik gültig seien, sondern ausschließlich die des Deutschen Reiches. Seit Oktober letzten Jahres versucht sich die Szene neu zu positionieren. Reichsbürger will kaum noch einer sein.

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Polizeibeamten im mittelfränkischen Georgensgmünd hat sich die Sicht auf die Reichsbürger verändert. Sie tauchen regelmäßig in den Nachrichten auf – nicht als harmlose Querulanten, eher als gewaltbereite Zeitgenossen. Und es sind nicht eben wenige.

Die Reichsbürger-Szene selbst hatte lange Zeit auf die deutsche Öffentlichkeit gesetzt. Man müsse nur genug „Aufklärung“ betreiben, dann würden die Massen „erwachen“ und die Bundesrepublik mal eben von der Landkarte fegen. Eine groteske Fehleinschätzung.

Die auf YouTube, Facebook und unzähligen Blogs veröffentlichten Behauptungen stießen zwar auf erschreckend hohe Zustimmung, eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung erlangten der Unfug jedoch nie. Dass Deutschland kein Staat sein soll, blieb der Mehrheit der Bundesbürger unbekannt. Wirklich in die Schlagzeilen kam die Reichsbürger-Bewegung erst, als zwei ihrer Mitglieder zu Schusswaffen griffen: Adrian Ursache kam dabei selbst zu Schaden, Wolfgang Plan hingegen tötete einen SEK-Beamten.

In der Reichsbürger-Szene wurde die Bluttat des Wolfgang Plan als „antifaschistischer Widerstand“ gefeiert. Die deutsche Öffentlichkeit nahm das Tötungsdelikt hingegen mit Abscheu und Unverständnis zur Kenntnis. Grundsätzlich fragten sich die Leser der Zeitungen und Online-Medien, warum sich die Mehrheit der Reichsbürger vom verhassten Staat mit Hartz IV alimentieren lässt, warum sich diese Leute vor angeblich nicht legitimierten Gerichten herumstreiten. Auch das ständige Schikanieren von Behördenmitarbeitern wurde keinesfalls als Heldentat wahrgenommen.

Innerhalb der Szene hat man registriert, dass der eigene Ruf mehr als ruiniert ist. So beklagt ein Facebook-Kommentator, dass er als Reichsbürger in der Öffentlichkeit weniger gelte als ein Vergewaltiger oder Kinderschänder.

Reichsbürger will plötzlich niemand mehr sein. Ausgerechnet Peter Fitzek erklärte der verdutzten Presse, dass er mit Reichsbürgern rein gar nichts zu schaffen habe. Und Rüdiger Klasen (alias Rüdiger Hoffmann) schäumt sogar vor Wut, wenn man ihn mit der Reichsbürger-Szene in Verbindung bringt.

Als Reichsbürger hat man es neuerdings auch wirklich schwer:

  • Waffenscheine werden einkassiert, ebenso die dazugehörigen Pistolen und Gewehre.
  • Beamte haben umgehend mit Konsequenzen zu rechnen, wenn sie mit Reichsbürgern gemeinsame Sache machen.
  • in Brandenburg (Raum Zossen) soll jüngst einem „reichsdeutschen Rentner“ das Haus unter dem Hintern wegversteigert worden sein. Er hatte sich geweigert, 180 EUR Rundfunkbeitrag zu begleichen.
  • bei Durchsuchungen werden (erstaunlich häufig) illegale Waffen gefunden, oder Beweise für volkverhetzende Internetbeiträge. Ebenso gesetzeswidrig angefertigte Bild- und Tonaufnahmen.
  • der Nazi und Verschwörungstheoretiker Ernst Köwing (Honigmann-Blog) wurde zu acht Monaten Gefängnis verurteilt – wegen Holocaustleugnung.
  • Mario Romanowski hat offenbar eine Ersatzfreiheitsstrafe vor sich, auch sein Volksgenosse Dennis Ingo Schulz soll von Haft bedroht sein.

Die Reichsbürger, die einst von einem handlungsunfähigen „Micky-Maus-Staat“ sprachen, haben sie nun wenigstens ein bisschen: die autoritäre Obrigkeit, die sie sich so sehr wünschen.

Trotzdem liegen die Nerven dieser Leute blank: Ein Reichsbürger verlor beinahe beide Unterarme, als er den neuen Eigentümer seines Hauses attackiert. Der Angegriffene hatte zuvor mit einer Kettensäge hantiert. Gestern versuchte ein Reichsbürger sich einer polizeilichen Maßnahme zu entziehen, indem er seinen Dobermann auf die Beamten hetzte. Das unglückselige Tier wurde erschossen.

Weitere Horrormeldungen aus der reichsdeutschen Beklopptenszene sind zu befürchten.

Honigmann Nachrichten

Alter schützt vor braunem Gedankengut nicht: Ernst Köwing will sich mit ärztlichem Attest vor dem Haftantritt drücken.

Strafrechtlich relevant

Aufruf zum illegalen Waffenbesitz. Trotz frischer Verurteilung lässt Köwing strafrechtlich relevante Kommentare stehen.

Königreich Deutschland: Reichsbürger am Rande des Nervenzusammenbruchs

20/02/2017
Martin Schulz, Benjamin Michaelis, Königreich Deutschland

Unbeholfen wie Dick und Doof, aber nicht so lustig: Martin Schulz und Benjamin Michaelis (rechts)

„Roter Alarm“ in Wittenberg. Die Anhänger des Peter Fitzek jammern wieder einmal öffentlich – diesmal wohl aus gutem Grund…

Am 18.02.2017 meldeten sich Martin „Freiherr von“ Schulz und Benjamin „Freiherr von“ Michaelis mit einem YouTube-Video zu Wort. Die beiden bekamen ihre lachhaften Adelstitel von „König“ Peter Fitzek verliehen, sind also Hochstapler – sie wissen auch nicht, dass in Deutschland der Adelsstand bereits 1919 abgeschafft wurde.

Im Video verkünden sie den Zuschauern, dass sich „viel Neues“ ereignet habe im „Königreich Deutschland“. Man holt aber – szenenüblich – erst einmal weit aus:

„Seit über vier Jahren gibt es nun schon das Königreich Deutschland“, behauptet Martin Schulz. Man muss ihm zugutehalten, dass er tatsächlich nicht weiß, dass es ein „Königreich Deutschland“ nie gab. Hätte er genug Geld, um beispielsweise nach Uruguay zu reisen, so könnte er dort in einem Lexikon lesen, dass im Prinzip nur ein einziges Deutschland existiert: die República Federal de Alemania…

„Unsere Vision ist eine bessere, eine friedvolle Welt!“, fährt Schulz unverdrossen fort. Den Aufbau einer solch friedvollen Welt kann natürlich nur einer garantieren: der wegen mehrfach gefährlicher Körperverletzung vorbestrafte Peter Fitzek!

Überhaupt – es um die ganze Welt. Drunter machen es die Handvoll Leute nicht, die in einem heruntergekommenen Krankenhaus von jenem Geld leben, das Peter Fitzek jahrelang veruntreut hat.

Benjamin Michaelis stellt die rhetorische Frage, ob das „Königreich Deutschland“ mit seinem „zinsfreien Geldwesen“ eine Bedrohung für das „Bankenkartell“ sei. Nein, da kann der „Freiherr“ ganz beruhigt sein: Peter Fitzek wird wohl zwischen einer und drei Millionen EUR veruntreut haben, für das „Bankenkartell“ ein Betrag, der als Tagesverlust bei Spekulationen allenfalls im Promillebereich aufgefallen wäre.

Auf einem virtuellen Monitor werden die 600 Verwirrten gezeigt, die vor Jahren bei der „Krönung“ des Peter Fitzek anwesend waren. Menschen, die Größtenteils längst nicht mehr zur Anhängerschaft der Fitzek-Sekte zählen dürften. Derzeit ist Anhängerschaft des „Königreichs“ derart ausgedünnt, dass man sich eigene Fans kreiert: z. B. die YouTube-Kunstfigur „Lena Luterna“ – ein Profil, das eigens angelegt wurde, um zu allem, was Schulz & Michaelis von sich geben, zu applaudieren:  https://www.youtube.com/channel/UClBrnbHZFKLURhm2hPo5qQw

Reichsbürger und ihre aggressiven Taten, ihre Demokratiefeindlichkeit und ihr grenzenloser Hass auf den deutschen Staat werden inzwischen deutschlandweit medial diskutiert. Der Verfassungsschutz und andere Behörden sind ebenfalls auf die Umtriebe dieser Spinner aufmerksam geworden, Gerichte urteilen nicht mehr so milde wie bisher. Umso unverständlicher ist es, dass die Anhänger der wohl bedeutendsten Reichsbürgergruppierung – der „Königreich-Deutschland-Sekte“ des Peter Fitzek – kostenfrei in einem ehemaligen Krankenhaus am Rande der  Lutherstadt Wittenberg leben. Das Treiben dort ist illegal bis kriminell, die Behörden jedoch schauen mit trüb-teilnahmslosen Blick zu.

Der Abwickler des „Königreichs“, Notar und Rechtsanwalt Dr. Stefan Oppermann, hat nun endlich etwas getan, um die Spinnertruppe zu vertreiben. Niederländische Investoren planen offensichtlich den Bau von Gewächshäusern im großen Stil. Die Übernahme der Immobilie durch die Holländer dürfte – auch dank europäischer Fördermittel – eine durchaus realistische Option sein.

Obst und Gemüse sollen ja gesund sein, wenn der Stadt Wittenberg dabei noch Steuern und Arbeitsplätze zugutekommen, umso besser. Einen Peter Fitzek und seine Saubande braucht die Welt jedenfalls so dringend wie ein Darmausgang nässende Hämorriden braucht.

Die „Aktuelle Kamera“ mit Peter Fitzek

24/01/2017

Die Nachrichtensendung der Ostzone hatte „Aktuelle Kamera“ geheißen, weshalb es eine Selbstverständlichkeit ist, dass die DDR-Fans aus dem „Königreich Deutschland“ ihrem höchsteigenen Machwerk einen daran angelehnten Namen verpassten: „KRD-Aktuell“.

Die Schreibweise ist seltsam eigenwillig, zumal mit dem Bindestrich im Osten Deutschlands ansonsten gern gespart wird. Bei „KRD-Aktuell“ ist einer vorhanden, dort wirkt er allerdings recht deplatziert.

Es handelt sich bei „KRD-Aktuell“ mitnichten um eine Nachrichtensendung, vielmehr handelt es sich um eine gelungene wenn auch unfreiwillige Parodie auf das große Vorbild „Aktuelle Kamera“.

In den DDR-„Nachrichten“ wurde bisweilen maßlos übertrieben, meist hingegen ganz ordinär gelogen. Die Sprecher lasen frei erfundene Produktionszahlen und Außenhandelsbilanzen vom Blatt ab, angebliche Höchstleistungen der volkseigenen Arbeiter und Bauern wurden in den Himmel gelobt – wobei diese Leute bei steigender Belastung sowie längeren Arbeitszeiten zunehmend glücklicher wurden.

Ute Kowalski, Benjamin Michaelis und Martin Schulz präsentieren „KRD-Aktuell“ noch plumper, noch verlogener. Neben frei erfundenen Erfolgsgeschichten wird die peinliche Inkompetenz der Fitzek-Jünger aufgezeigt: Prozentrechnung – schlechthin Statistik – ist nicht so ihr Ding!

Die Intention der amateurhaften Propagandashow kann dann auch ein Zwölfjähriger leicht durchschauen. Der große Meister aller Klassen, der Göttliche, der Unbezwingbare – er sitzt seit Monaten im Knast, und eine Änderung dieses Zustandes ist nicht zu erwarten. Es ist sogar damit zu rechnen, dass Peter Fitzek nahtlos von der Untersuchungshaft in den Strafvollzug wechselt. Die Vorsitzende Richterin am Landgericht Halle ist dem Vernehmen nach nicht gut auf ihn zu sprechen.

Fitzeks Anhänger machen für gewöhnlich nicht viel. Sie leben in den Tag hinein, in dem wohligen Bewusstsein, einer Elite anzugehören, die erst Deutschland, dann die Welt und später das ganze Universum in eine leuchtende Zukunft führen wird. Ab und zu fällt ihnen ein, dass sie dafür auch mal was tun müssen. Vielleicht haben sie auch ganz simpel ein diesbezüglichen Kassiber aus dem „Roten Ochsen“ erhalten.

Jedenfalls wird die Fitzek-Bande hin und wieder aktiv und diverse Dokumente und Videoclips werden ins Netz geschossen, in der Hoffnung, dass es doch endlich mal mit der Befreiung des Führers und der anschließenden Machtergreifung klappen muss.

Hoffnungsträger ist derzeit „KRD-Aktuell“, das Magazin für den ungepflegten Wahnsinn. Irgendwann wird bei der Fitzek-Sekte temporär Ernüchterung einkehren – mit 700 YouTube-Klicks (und mit 10.000 ebenfalls nicht) lässt sich das dämonische System Bundesrepublik keinesfalls zerstören.

Aber auch dafür werden Ute Kowalski, Benjamin Michaelis und Martin Schulz dann eine Lösung parat haben. Sie drehen einfach einen anderen Videoclip! Und der wird es dann bringen. Garantiert.

Oliver Kalkofe als Reichsbürger-König Peter Fitzek und auch als Reichskanzler Norbert Schittke

27/12/2016

Ein echtes Highlight zum Jahresende: Der unübertroffene Oliver Kalkofe in zwei Paraderollen – erst als Reichsdeppenkönig Peter Fitzek, anschließend als Oberspinner Norbert Schittke.