Skip to content

Ein veritabler Kotzbrocken

24/10/2017
Polizistenmörder Wolfgang Plan

Grinsender Mörder: Wolfgang Plan

Diejenigen, die den deutschen Staat leugnen, machen viel Getue um ihr Menschsein. Sie seien nicht „auf hoher See verschollen“, „keine Person“ … sondern eben „Mensch“. Und so gesehen viel menschlicher als all jene „Schlafschafe“, die noch nicht „aufgewacht“ seien.

Diese Leute sind eben ganz anders als die Bundesrepublik Deutschland, die ihren Bürgern Sozialleistungen zukommen lässt wie kein Staat jemals zuvor, die andere Länder massiv mit Entwicklungshilfe unterstützt, und die großzügig Migranten einreisen lässt, um diese vor Krieg, Krisen und Armut zu schützen.

Wie aber genau ist es um die moralische Überlegenheit der zitierten Staatsleugner bestellt? Was tun Reichsbürger, Selbstverwalter und DDR-Fans im Einzelnen, um ihrer selbst attestierten Nächstenliebe Ausdruck zu verleihen?

Nun, sie pöbeln in plumper Regelmäßigkeit Angestellte des deutschen Staates an; sie verletzen, wie Peter Fitzek es getan hat, Kinder in Straßenverkehr und werden gegenüber Frauen gewalttätig. Drohen, nötigen und beleidigen gehört zum Tagesgeschäft.

Und sie schießen – das ist der Höhepunkt reichsdeutscher „Menschlichkeit“ – auf Polizeibeamte, verletzen und töten sie. Adrian Ursache und Wolfgang Plan sind diesbezüglich die Vorreiter jener Szene, die vom Verfassungsschutz (tagesformabhängig) auf 10.000 bis 15.000 Personen geschätzt wird. Die Reichsdeppenrundschau geht von 40.000 Personen aus … und von bis zu 100.000 Befürwortern und Sympathisanten.

Unabhängig davon, wie die Zahlen aussehen mögen: Aus der Szene hat sich bislang niemand von der Schießwütigkeit eines Adrian Ursache und eines Wolfgang Plan distanziert. Im Gegenteil! In verschiedenen Foren und in den einschlägigen Blogs halluziniert man von einer staatlicher Verschwörung. Die Täter, so meint man, hätten nur aus einem gewissen Notstand heraus gehandelt.

Adrian Ursache wird wohl für einige Jahre hinter Gittern verschwinden, Wolfgang Plan wurde heute zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Die vor Gericht vorgebrachten Ausflüchte halfen den beiden Revolverhelden bisher nicht wirklich weiter.

Wolfgang Plan hat besonderen Symbolwert für die reichsdeutsche Szene und deren moralische Verkommenheit. Er ist das Sinnbild des selbstgefälligen, selbstgerechten Staatsleugners – ein veritabler Kotzbrocken, der sich herausnimmt, rücksichtlos auf alles eindreschen zu dürfen, was ihm nicht in den Kram passt. Gleichzeitig mochte er (ebenfalls szenetypisch) nicht auf eine depperte Selbsterhöhung verzichten:

Reichsdeutsche Wichtigtuerei

Die wahnhafte Selbstbeweihräucherung des Wolfgang Plan (zum Vergrößern anklicken).

 

Rechtsanwältin Susanne Koller lächelt verzückt, als ihr der Polizistenmörder Wolfgang Plan die Hand reicht.

Wolfang Plan wurde gestern aufgrund seiner am 19. Oktober 2016 an einen jungen Polizeibeamten begangenen Bluttat verurteilt.

Dass die lebenslange Haft in der reichsdeutschen Unterstützer-Szene auf Unverständnis stößt, war nicht anders zu erwarten. Dass Plans Rechtsanwältin Susanne Koller eine bizarr wirkende Begeisterung für ihren Mandanten entwickelte, stößt hingegen unangenehm auf:

Die Verteidigerin will nun umgehend Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. Sie bezeichnete das Urteil politisch motiviert. Vor Journalisten sagte sie, „uns wurde zugetragen, es bestand eine gewisse Erwartungshaltung der Politik und Behörden über den Ausgang des Verfahrens“. Dieser habe das Gericht offenbar nicht standgehalten. Quelle

Dass Anwälte vom Wahn ihrer Mandanten angesteckt werden können, ist spätestens seit den 70er-Jahren bekannt, als sich gewisse Juristen mehr oder weniger mit den kranken Ideen der RAF-Terroristen solidarisierten. So gesehen mag man sich einfach damit begnügen, dass Frau Koller im Laufe des Verfahrens einen Koller bekam.

Nomen est omen? In Fernsehinterviews machte Frau Koller des Öfteren den Eindruck, als ob sie einen Koller habe…

Wolfgang Plan selbst hat Glück gehabt. Das Gericht mochte in seinem häuslichen Amoklauf keine besondere Schwere der Schuld erkennen. Damit kann er nach 15 Jahren wieder auf freien Fuß kommen.

Advertisements

Das Affentheater des Adrian Ursache

22/10/2017

Affentheater im Landgericht Halle

„Ich bin kein Reichsbürger“, behauptete Adrian Ursache, als am 9. Oktober 2017 am Landgericht Halle das Verfahren wegen versuchten Mordes gegen ihn eröffnet wurde, nur um dann bei jedem Verhandlungstermin die altbekannten Reichsbürger-Argumente bis zum Erbrechen runterzuleiern.

Seine Zwischenbemerkungen dauerten jeweils ca. 15 Minuten, seine morgendlichen „Eröffnungsworte“ zogen sich sogar bis zu einer Stunde hin. Ein Verhalten, dass man auch von anderen Reichsbürgern kennt, insbesondere von Peter Fitzek.

Adrian Ursache wurde anfangs von zwei Pflichtverteidigern vertreten, er selbst hat nun Martin Kohlmann als Wahlverteidiger verpflichtet:

Karl Martin Kohlmann […] ist ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker (Pro Chemnitz, DSU, früher Republikaner). […] Zu seinen Mandaten zählt auch der ehemalige Vorsitzende der NPD Günter Deckert. […] Martin Kohlmann ist Mitglied der Burschenschaft Arminia zu Leipzig. (Wikipedia)

Gleich bei seinem ersten Auftritt am 19.10.2017 legte sich Kohlmann für seinen Mandanten kräftig ins Zeug:

[…] Kohlmann, der für die rechte Bürgerbewegung Pro Chemnitz im Stadtrat seiner Heimatstadt sitzt, (lobt) einen von Adrian Ursache erneut gehaltenen Vortrag zu verfassungsrechtlichen Fragen als „zum Teil fundiert“ und „beeindruckend“. Das Gericht sei gefordert, die von seinem Mandanten aufgeworfenen Fragen zu beantworten. In diesem Zusammenhang nennt Kohlmann das Verfahren einen „politischen Prozess“. (Mitteldeutsche Zeitung)

Dem Anwalt ist offenbar entgangen, dass Adrian Ursache nicht wegen seiner politischen Ansichten vor Gericht steht, sondern wegen des Verdachts, Straftaten begangen zu haben, die ganz ordinär im StGB zu finden sind.

Wenn man sich Kohlmanns Vita anschaut, so verwundert es nicht, dass er das abstoßende Affentheater, das Adrian Ursache in Halle veranstaltet, für „beeindruckend“ hält und sogar von einem „politischen Prozess“ spricht.

Rechtsanwalt Hartwig Meyer zeigte entsprechend sein Befremden über die Äußerungen des neu hinzugekommenen Kollegen:

Er fühle sich „wie im Kindergarten“, sagt der Pflichtverteidiger aus Berlin, „wir haben hier aber einen Strafprozess zu führen“. Wenn versucht werde, die Suche nach der Wahrheit über das Tatgeschehen am 25. August vergangenen Jahres in Reuden zu einem politischen Prozess zu machen, dann „dient das dem Angeklagten nicht“. Dessen am Vormittag einmal mehr vorgetragenen „völlig rechtsirrige Einlassungen“ hemmten nur den Verfahrensfortgang. „Er hat, soweit ich weiß, nicht Jura studiert“, sagt Meyer, „wenn ihn diese Fragen interessieren, empfehle ich die Einschreibung an einer Universität, wo er Staatsrecht studieren sollte.“

Adrian Ursache und seine im Zuschauerraum anwesenden Anhänger zeigten sich daraufhin empört und artikulierten dies deutlich. Immerhin sind sie überzeugt davon, eine der ganz großen tiefgründigen Wahrheiten entdeckt zu haben … und tapfere Kämpfer für die Gerechtigkeit zu sein.

Während sich Pflichtverteidiger Hartwig Meyer unbeeindruckt von den sachfremden Einlassungen des Adrian Ursache und auch des neuen Wahlverteidigers zeigt, scheint der 2. Pflichtverteidiger, Manuel Lüdke durch den penetrant vorgetragenen Blödsinn seines Mandanten ein wenig weichgekocht zu sein:

Da der Prozess später zweifelsfrei in ein „verfassungsrechtliches Nachverfahren“ münden werden, rege er an, dem Angeklagten die immer wieder verlangte Auskunft über die Rechtmäßigkeit der Klage zu geben.

Ansonsten muss das, was am 19.10.2017 in Halle noch geschah, ein übler Schock für Adrian Ursache und die gesamte Reichsbürger-Szene gewesen sein:

Das Gericht unterbricht, berät sich und nach seiner Rückkehr verkündet (der Vorsitzende) Stengel, was er bereits mehrfach angedroht hatte: Der Angeklagte wird wegen Störung der Beweisaufnahme von der Verhandlung ausgeschlossen.

Adrian Ursache sitzt zu den anberaumten Gerichtsterminen also vorerst allein in einem Raum und kann niemanden mit seinen Volksreden beglücken, seine glühenden Verehrer können nicht seinen wundervollen Worten lauschen. Das muss gewiss die schlimmste Strafe für Adrian Ursache sein, schlimmer als 10 Jahre im Gefängnis – ein übler Verstoß gegen die Menschenrechte!

Für alle anderen, die keine Reichsbürger sind, ist es gewiss kein unangenehmer Gedanke, dass diesem Typen für einige Zeit keine Bühne für seine dummfrechen Äußerungen geboten wird. </div></td>

„Der Westen“ und die Reichsbürger

13/10/2017

Das Nachrichtenportal „Der Westen“ gehört zur Funke Mediengruppe, die ihren Sitz in Essen hat. Wer die Internetseite aufruft und den Begriff „Reichsbürger“ in das Suchfeld eingibt, findet eine Anzahl recht interessanter Artikel.

Gelberschein.org: Deutscher Gruß und schmutzige Toiletten

gelberschein.org: Sonnenstaatland-Agenten lüfteten die braunen Geheimnisse

Reichsbürger fahren konsequent (aber mit mäßigen Erfolg) die Linie, die Bundesrepublik Deutschland und ihre Organe als „faschistisch“ zu bezeichnen. Mit Vorliebe ist auch von „Hitlergesetzen“ die Rede, die „bedauerlicherweise“ heute noch in Kraft wären. Die Staatsleugner wollen damit natürlich davon ablenken, dass sie selbst politisch ganz rechts zu verorten sind. Die Hanseln von „gelberschein.org“ rufen beispielsweise gern „Heil Hitler“ und zeigen – wenn sie sich unter sich wähnen – sehr gern ihre braune Gesinnung. Apropos „braun“: Reichsbürger haben offensichtlich Probleme bei der Klo-Benutzung, wie der verlinkte Artikel zeigt.

Der Mensch Marcel Heße

Marcel Heße: Ist der abartige Mörder auch Reichsideologe?

Ist Marcel Heße Reichsbürger? Die Antwort auf eine Frage lässt das vermuten.“, titelt „Der Westen“. Die vorgebrachten Argumente sind aber recht schwach: Zwar weisen Reichsbürger gern und penetrant darauf hin, dass sie Menschen sind, um damit ihre vermeintlich moralische Überlegenheit zu demonstrieren, aber nicht jeder, der diese Masche nachahmt, ist deshalb auch ein Reichsbürger. Viele Jugendliche stoßen im Netz auf den überall kursierenden Besatzungsblödsinn und „Juristischer Person“-Quatsch und plappern ihn nach, ohne wirklich Reichsideologen zu sein. Im Übrigen argumentiert der Westen hier selbst nach Reichsbürger-Art: Wer seinen Vor- und Zunamen nenne, sei eine „juristische Person“.

Reichsdeutsches Benzin in der Kraftdroschke

Die Axel-Stoll-Ecke in der Tankstelle von nebenan…

Ein Tankwart verkauft Nazi-Propaganda … und als das Ganze öffentlich wird, stellt er sich blöd. Aber vielleicht ist der Mann wirklich unschuldig und lediglich NPD-Mitglied…

Rewe und das „BRD-Verwaltungskonstrukt“

Lesen bildet … manchmal nicht

Ob sich auch beim Lebensmittelkonzern REWE Reichsbürger breitgemacht haben oder die Einkäufer einfach nur doof sind, wird sich wohl nicht vollends klären lassen.

„Adrian Ursache macht den Eindruck eines Geistesgestörten“

11/10/2017

MDR-Gerichtsreporter Hanno Neustadt berichtete in der Vergangenheit bereits über die Verhandlung gegen den Bundesbürger Peter Fitzek, der überzeugt davon ist, in naher Zukunft Deutschland sowie den Rest der Erde zu beherrschen … und nebenher Gottes Sohn zu sein. Nun bekam es Neustadt mit einer Knalltüte von ähnlichem Kaliber zu tun – mit Adrian Ursache.

Reichsbürger entwickeln ein quasi-religiöses Verhältnis zum Deutschen Reich, zur DDR und zur Russischen Föderation. Das gehört offenbar genauso zu ihrem Krankheitsbild wie der irrationale und schier grenzenlose Hass auf die Bundesrepublik Deutschland.

Der gebürtige Rumäne Adrian Ursache („Ich bin kein Reichsbürger!“) wollte die Verfassung der DDR sogar im Alleingang wieder in Kraft setzen. Dazu fand er jedoch niemals Zeit, zumal er ununterbrochen damit beschäftigt war, Behördenmitarbeiter pöbelnd davon zu überzeugen, dass Deutschland nach wie vor von den (West-)Alliierten besetzt sei.

Umso aggressiver er dabei agierte, umso größer wurde auch seine Anhängerschaft. Die Dummen unseres Landes lagen ihm zu Füßen; sie stimmten ihm im Internet zu, und sie kamen in Scharen zu seinen „Events“.

Vielleicht war es dieser vermeintlich gewaltige Erfolg, der Adrian Ursache zu übelsten Morddrohungen verleitete und ihn im August 2016 schließlich zu einer scharfen Waffe greifen ließ, mit der er dann auf einen Polizeibeamten feuerte. Der Polizist überlebte nur Dank glücklicher Umstände.

Adrian Ursache stand nachweislich mit einem Gesinnungsgenossen in Kontakt, der es ebenfalls auf Repräsentanten des Staates abgesehen hatte, mit dem Reichsbürger Wolfgang Plan. Dem gelang es am 19. Oktober 2016 einen SEK-Beamten tödlich zu verletzen.

Sowohl Wolfgang Plan als auch Adrian Ursache glaubten möglicherweise, dass die Mehrheit hinter ihrem Gedankengut stünde, weshalb solche Gewalttaten eine Initialzündung für eine Revolution sein könnten, die letztlich zum – von Reichsbürgern erwünschten – Untergang der Bundesrepublik führt.

Eine solche Verkennung der gesellschaftlichen Situation ist nicht allein mit jener Dummheit erklärbar, mit der Staatsleugner für gewöhnlich geschlagen sind. Stattdessen dürfte eine Wahnerkrankung im Sinne des ICD-10 vorliegen.

Auch Hanno Neustadt spricht im MDR davon, dass bei Adrian Ursache keine stringente Argumentation zu erkennen sei. Der Angeklagte habe den Gerichtssaal sogar in eine Art Tollhaus verwandelt:

„Niemand konnte sich des Eindrucks erwehren, dass es sich um einen Geistesgestörten handelt!“

Hinzuzufügen ist, dass diese offensichtliche geistige Störung mit einer massiven Eigen- und Fremdgefährdung einhergeht.

Adrian Ursache – Opfer einer Verschwörung … oder Opfer seiner eigenen Dummheit?

09/10/2017
Adrian Ursache vor Gericht

Laut NTV-Artikel sind Grundgesetz und Verfassung zwei verschiedene paar Schuhe.

Offensichtlich agiert Adrian Ursache, nach wie vor Idol der Rechsdeppen-Szene, vor Gericht nicht ganz so aggressiv wie in jenen YouTube-Videos, in denen zu sehen ist, wie er Angestellte des Staates bedrängt und beleidigt.

Der mit dunkelgrauem Anzug, Schlips und schwarzem Hemd bekleidete Angeklagte gibt sich vor Gericht selbstsicher. Während der gut dreistündigen Verhandlung am ersten Prozesstag, die der 42-Jährige komplett stehend in Fußfesseln verbringt, zitiert U. immer wieder demonstrativ aus dem Grundgesetz und der Verfassung.  Quelle NTV.

Dass er aus dem Grundgesetz und der Verfassung zitiert klingt seltsam, zumal das Grundgesetz ja die Verfassung des deutschen Staates ist. Nach Adrian Ursaches Leseart existieren jedoch mehrere „Fassungen“ des Grundgesetzes, wobei nur „jene aus dem Jahre 1949 gültig“ ist, weil sie von den Alliierten genehmigt worden sei. Dauerhaft gültig, bis in die heutige Zeit, wäre hingegen die DDR-Verfassung, weil die DDR ein liebenswertes, gerechtes und legitimes Gebilde gewesen wäre (welches im Grunde genommen sogar noch existiert, allerdings gegenwärtig nur durch Adrian Ursaches Wirken handlungsfähig ist).

Ansonsten ist Ursache nunmehr also „Opfer“. Und dass er mit der Reichsbürger-Bewegung nichts zu tun habe, werden wir bestimmt demnächst auch noch hören.

Hetzt denn der alte Vogt noch? … Ja, er hetzt noch!

06/10/2017

Auf den ersten Blick wirkt Michael Friedrich Vogt keinesfalls so ungebildet wie ein Peter Fitzek oder so asozial wie ein Mario Romanowski. Arglose Zeitgenossen könnten Vogt sogar für einen normalen, keinesfalls unintelligenten Zeitgenossen halten.

Doch bereits nach vier oder fünf gesprochenen Sätzen entlarvt sich Vogt in der Regel als das, was er ist – ein Allround-Spinner, der jede schmuddelige Lüge kolportiert, die sich im Weltnetz finden lässt. Keine Verschwörungstheorie ist ihm zu dümmlich, keine „alternative Heilmethode“ zu gefährlich, als das er sie nicht in seinem höchsteigenen Internet-„TV-Sender“ verbreiten würde.

Und selbstverständlich hat Vogt mit der Reichsbürger-Szene zu schaffen. Der Burschenschafter gehörte zu den Initiatoren des „Aufbruchs Gold-Rot-Schwarz“, dessen bescheidenes Ziel es war, die Bundesrepublik zu zerstören, um Deutschland anschließend in einen Vasallenstaat der Russischen Föderation zu verwandeln.

Trotz solcher und weiterer Peinlichkeiten wäre es zu kurz gegriffen, Michael Friedrich Vogt lediglich als einen jener veritablen Knallchargen zu begreifen, die vom Internet offenbar in Fließbandarbeit ausgeworfen werden. Vogt unterscheidet sich durch einen halbwegs respektablen Werdegang von den überall herumschwirrenden Deppen, die ihre „Bildung“ ausschließlich aus dem Netz beziehen … und sich ihr wahnhaftes Treiben nachhaltig vom Jobcenter finanzieren lassen („Wo ist die Gründungsurkunde der Bundesrepublik? Wo ist mein Leistungsbescheid?“).

Natürlich ist auch Vogt felsenfest vom überall kursierenden antiamerikanischen, antisemitischen Quatsch überzeugt, doch im Gegensatz zu den anderen zahllosen Durchschnittshetzern hat er ein akzeptables Einkommen – erzielt durch Auftritte, Videos, Publikationen. Vogt ist ein perfider Märchenonkel und gnadenloser Abgreifer. Er verdient an den gesundheitsschädlichen Produkten mit, die er empfiehlt, und er lässt sich von denen bezahlen, die er belügt.

Als er nun für viele Wochen nicht mehr gesehen wurde, fiel das eigentlich nur innerhalb der depperten Staatsleugner- und Esoterikszene auf – und die reagierte, wie sie immer reagiert: mit Verschwörungstheorien. Vogt sei verhaftet, oder von den Amerikanern (bzw. anderen Juden) ins Ausland verschleppt … oder gar von Geheimdiensten totgemacht worden.

Alles falsch, wie er nun in einem Statement erklärte: Er habe einen schweren Schlaganfall erlitten. Er sieht tatsächlich recht blass &  zerknittert aus, aber mit dem Lügen klappt es weiterhin ganz gut. Die „Schulmedizin“ (also die Scheinmedizin, die uns von den Juden aufoktroyiert wird) konnte ihm angeblich nicht helfen. Die Ärzte hätten, so Vogt, hilflos die Schultern gezuckt und irgendwie nicht recht gewusst, was sie mit ihrem Patienten anstellen sollen.

Die Tatsachen liegen wohl allerdings etwas anders:

….mehrere lebensrettende Eingriffe [wurden] vorgenommen […], unter anderem eine Tracheostomie, Vetrikeldrainage, eine Lysetherapie und die Behandlung eines (bereits vorliegenden) Hochdruckleidens. Der notärztlich eingelieferte komatöse Patient hatte zu Beginn eine halbseitige Lähmung, die sich unter der dreiwöchigen intensivmedizinischen Behandlung besserte. Der Patient wurde wach, ansprechbar, kooperativ, freundlich zugewandt zur Verlegung in die Rehaklinik Bavaria in Kreischa entlassen.  Quelle

Ausgerechnet die „Schulmedizin“ – gegen die Vogt so gerne hetzt – war es also, die hier geholfen hat. Aber da nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf, ging Vogt im Nachhinein zusätzlich zu einem russischen „Wunderheiler“.

Natürlich steht es jedem frei, nach schwerer Krankheit Hilfe bei Wünschelrutengängern zu suchen, oder sich von Fernsehwahrsagern kostenpflichtig die Karten legen zu lassen. Man kann sich wahlweise auch rein biologischen Kartoffelbrei in die Haare schmieren, um das Hirn-Chakra zu aktivieren. Das alles kann man machen.

Aber sich anschließend hinzustellen und zu behaupten, allein dieser Mumpitz habe zur Besserung geführt, ist eine Unverschämtheit gegenüber jenen Ärzten, die einem wirklich das Leben gerettet haben. Michael Vogt diffamiert diese Leute als hilflose, inkompetente „Schulmediziner“.

Man sieht ihm in seinem aktuellen Video deutlich an, dass er dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen ist, unmöglich kann er sich aufgrund irgendwelchen Eso-Blödsinns fit wie ein Neugeborenes fühlen, wie er da behauptet. Von Einsicht keine Spur. Vogt ist nicht in der Lage, sein irres, wirres Weltbild zu korrigieren – im Gegenteil: Er hetzt munter gegen jene, die ihm das Leben gerettet haben. Er ist und bleibt ein unangenehmer Zeitgenosse.

LINKS:

Michael Vogt im Sonnenstaatland-Wiki

Niederrheiners Blog: Michael Vogt – Hat ein Wunderheiler seinen Schlaganfall geheilt?

Adrian Ursache: Anklage wegen Mordversuchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung

20/09/2017
Adrian Ursache vor Gericht

Der hysterische DDR-Fan Adrian Ursache muss sich vor Gericht verantworten

 

Landgericht Halle – Pressemitteilung Nr.: 029/2017

Halle (Saale), den 10. August 2017

(LG HAL) Termine im Verfahren gegen Adrian U. aus Reuden wegen versuchten Mordes 

In dem Verfahren gegen Adrian U. aus Reuden stehen nunmehr die Hauptverhandlungstermine fest:

Das Verfahren beginnt am 09.10.2017 um 09.00 Uhr. Angesetzt sind bis einschließlich des 29.11.2017 insgesamt 12 Verhandlungstage

Dem im November 1974 geborenen Angeschuldigten werden versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstößen gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Er soll sich am 25.08.2016 gewaltsam der gerichtlich angeordneten Zwangsräumung seines Hausgrundstückes in Reuden widersetzt haben. Dabei soll er auf einen der Polizeibeamten geschossen haben, die zur Verstärkung der Gerichtsvollzieher eingesetzten waren. Das Geschoss soll den Polizeibeamten an der Schutzkleidung im Halsbereich getroffen und dort eine Schürfwunde hinterlassen haben. Nur dank der Schutzausrüstung des Polizeibeamten sei es nicht zu einer tödlichen Verletzung gekommen. Durch das sofortige Eingreifen weiterer Polizeibeamter habe der Angeschuldigte von weiteren Handlungen abgehalten werden können. Insbesondere wegen der willkürlichen Auswahl seines Opfers, durch die er dieses zum bloßen Objekt degradiert habe, sieht die Staatsanwaltschaft das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe als erfüllt an.

Quelle

LINKS:

Adrian Ursache – der letzte Mauerschütze der DDR

Adrian Ursache – die vorhersehbare Eskalation