Skip to content

MDR-Magazin „Exakt“ berichtet erneut über das „Deutsche Polizei Hilfswerk“

07/03/2013

Den Mitgliedern des „Deutschen PolizeiHilfswerks“ (DPHW) mangelt es nicht nur an der Fähigkeit, den eigenen Namen korrekt zu schreiben, sondern nach Auffassung der sächsischen Staatsanwaltschaft auch an jeglicher gesetzlicher Grundlage. „Exakt“, ein Magazin des Regionalsenders MDR, berichtete nun über die großangelegte Polizeirazzia gegen das „DPHW“. Das „DPHW“ ist kein „Hilfswerk“ … eher ein Stammtisch, bestehend aus Personen, die nur wenig von Recht und Gesetz verstehen, die zum Ausgleich aber über viel Freizeit verfügen.

Die Erkenntnis, dass bei Vollstreckungsbescheiden nur die Originale vom Richter unterzeichnet sind, ist für diese Leute eine intellektuelle Hürde, welche sie geistig nicht in der Lage sind zu überwinden. Deshalb nahmen sie sich auch das Recht heraus, einen Gerichtsvollzieher nicht nur an einer Amtshandlung (Anfang November, in Bärwalde) zu hindern, sondern auch gewaltsam gegen ihn vorzugehen. Wie „Exakt“ nun berichtet, ist der Mann noch immer krankgeschrieben. Hierbei dürfte es sich weniger um die körperlichen, sondern mehr um die psychischen Nachwirkungen des Überfalls handeln.

Danach soll es zu zwei ähnlichen Vorfällen gekommen sein. So wurde die Polizei am 29. November gerufen, weil sieben „DPHW“-Mitglieder in Weimar eine Gerichtsvollzieherin „festnehmen“ wollten. Bei sämtlichen Männern, die an dem Überfall in Bärwalde beteiligt waren, wurden jüngst Haussuchungen durchgeführt. Handys, PCs und scharfe Waffen wurden beschlagnahmt. Vor allem die „Uniformen“ (Marke Eigenbau) sind weg.

Der „Pressesprecher“ und ein anderes Mitglied des „DPHW“ geben sich in den MDR-Interviews zwar gelassen, ihre Truppe hätte durch die Vorfälle und Berichte sogar weiteren Zulauf erhalten, doch diese Naivität dürfte nur gespielt sein: Sollte man sich weitere Straftaten erlauben, ist damit zu rechnen, dass die agierenden „DPHW“-Mitglieder im Gefängnis auf ihre Prozesse warten können.

Abgesehen davon dürfte das Ende des „DPHW“ unmittelbar bevorstehen. Die Staatsanwaltschaft wird zweifellos ein Verbot beantragen, denn bereits jetzt besteht der Verdacht auf Bildung einer kriminellen Vereinigung. Bis dahin wird das „Deutsche PolizeiHilfswerk“ zahnlos bleiben … einer der zahlreichen weltfremden Labervereine, aus denen die Reichsdeutschen-Szene besteht.

Abschließend noch eine Presseerklärung sowie eine Pressemeldung:

Kriminelle Vereinigung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „Deutsches Polizei-Hilfswerk“ – Heute Razzia in Sachsen und Brandenburg

[…] Das „Deutsche Polizei-Hilfswerk“ verfügt nämlich keineswegs über polizeiliche Befugnisse. Politisch ist der Verein in der extremen Rechten zu verordnen. Genauer: Im Dunstkreis der sogenannten Reichsbürgerbewegung. Dabei handelt es sich um Neonazis, die vom Fortbestehen des Deutschen Reichs nach 1945 ausgehen. Grundgesetz und Rechtsnormen der Bundesrepublik lehnen ihre Anhänger strikt ab. Mehrere kommissarische „Reichsregierungen“ beanspruchen nebeneinander für sich die exekutive Gewalt auszuüben. Sie bieten ihren Unterstützern meist gegen viel Geld eigene „Reichspersonalausweise“ und „Reichsführerscheine“ an.
Weiterlesen/Quelle

Die GRÜNEN/BÜNDNIS 90 gaben bezüglich der Haussuchungen folgende Erklärung ab:

PM 2013-54: GRÜNE begrüßen Razzia beim Deutschen Polizeihilfswerk (DPHW)

Johannes Lichdi

Johannes Lichdi

Johannes Lichdi, rechtspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion, der ein Bürgerbüro in Meißen betreibt, begrüßt die Razzia gegen die Protagonisten des „Deutschen Polizei Hilfswerks“ (DPHW):

„Das Operative Abwehrzentrum Rechtsextremismus (OAZ) hat endlich gehandelt. Schon mit dem Überfall auf einen Gerichtsvollzieher in Bärwalde (Kreis Meißen) am 23. November vergangenen Jahres hat diese Vereinigung ihre Gewaltbereitschaft und Gefährlichkeit zum Ausdruck gebracht.“

„Schon kurz nach dem Überfall im November haben ich öffentlich zugängliche Informationen gesammelt, die den Verdacht nahelegen, dass es sich beim DPHW um eine kriminelle Vereinigung handelt. In den letzten drei Monaten hatte das DPHW viel Zeit, um sich im gesamten Bundesgebiet ungehindert mit Ablegern breitzumachen und teilweise gut besuchte Info-Veranstaltungen abzuhalten.“

„Dass bei der Razzia, wie Medienberichten zu entnehmen war, sogar Schusswaffen sichergestellt wurden, zeigt, dass es sich bei den sogenannten Reichsbürgern nicht nur um harmlose Spinner handelt, die mit verschrobener Rechtsauffassung ein bisschen Katz und Maus mit den Behörden spielen wollen.“

Hintergrund:

Seit Gründung des DPHW, vermutlich Anfang 2012, dient sich diese Truppe verschiedenen Reichsbürgerbewegungen als quasi Exekutivorgan an und wird z.B. von der Kommissarischen Reichsregierung (KRR) „Freies Deutschland“ aus Leipzig als solches auch ausdrücklich benannt. Insgesamt muss man feststellen, dass die Reichsbürgerbewegung bislang nicht ausreichend beachtet und ihre Gefährlichkeit weitestgehend unterschätzt wurde.
Bei einer Razzia in Berlin am 10. Juli 2012 wurden bei einem Reichsbürger der ‚Freien Republik Deutschland‘ sprengstofffähige Chemikalien und Pyrotechnik sichergestellt. Ein uniformierter Vertreter des DPHW war bei dieser Razzia als >>Rechtsbeistand<< anwesend.

Quelle

Systemkonforme Meinung abgeben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s