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Peter Fitzek: Finanzielle Probleme und Streitigkeiten

26/03/2013
Peter Fitzek Neudeutschland

Peter Fitzek: Taumelt der Mann mit dem Zopf und der Halbglatze dem Untergang entgegen?

Peter Fitzek war bislang trotz seiner juristischen Irrtümer einigermaßen erfolgreich. Nicht wenige Menschen besuchten „Seminare“ und sonstige Veranstaltungen, in welchen er völkerrechtliche Fehlinterpretationen als der Weisheit letzter Schluss verkaufte. Fitzek hat nämlich ein paar Gesetzestexte gelesen, die meisten davon aber nicht verstanden. Jedenfalls nicht richtig.

Beispielsweise kam der Wittenberger auf die Idee, er stünde über dem Gesetz und sei zudem berechtigt, dem deutschen Staat nach und nach Territorium zu entziehen. Bereits Sechstklässler würden über derart naiv-absurde Ansichten lachen, aber Peter Fitzek lacht nicht. Der meint das ernst. Ebenso wie jene Förderer, Mitläufer und Mitbewohner, die er für sein „Neudeutschland-Projekt“ gewann. So fanden sich letztes Jahr rund 500 Menschen in Wittenberg ein, die nicht lauthals losprusteten, obgleich sich Fitzek in einer lächerlichen Zeremonie – dabei ein königliches Gewand tragend – zum „Obersten Souverän“ des „Königreichs Deutschland“ ausrufen ließ.

fitzek_kroeunung

Komische Oper in Wittenberg: Ex-Koch im Hermelin-Mantel!

Der ehemalige Koch mit der Halbglatze und dem Pferdeschwanz sonnte sich im Erfolg: war er doch zum Helden all jener avanciert, die sich ein Deutschland in den Grenzen von 1937 zurücksehnen, die DDR oder Deutsches Reich (manchmal beides gleichzeitig) wiederhaben wollen. Eine ordentliche Prise, bestehend aus Esoterik und medizinischem Aberglauben, gab’s als kostenpflichtige Zugabe.

Wie in der DDR leierte man immer dieselben Parolen herunter, und so fühlten sich alle pudelwohl und siegesgewiss. Das Problem war jedoch, dass man die Realität völlig verkannte. Eine Weile kann man sich die Wirklichkeit zurechtlügen, aber früher oder später fällt jede Wahnwelt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Und auch in Fitzeks „Königreich“ knirscht und knarzt es an allen Ecken und Enden. Völker hört die Signale, denn König Peter hört sie nicht….

Das Skandal-Video: Eklat im Möchtegern-Staat!

Pruegelei

So hoch wie hier im Parlament der Ukraine ging es im „Königreich Deutschland“ zum Glück dann doch nicht her …

Bereits im November 2012 wäre es beinahe zu einem Putsch im „Königreich“ gekommen. Fitzek-Jünger stellten, im Rahmen einer eigens einberufenen Versammlung, unbequeme Fragen und forderten ihren „Obersten Souverän“ zum Rücktritt auf.

Fitzek ließ die versuchte Revolte mitfilmen und veröffentlichte einen Teil der Aufnahmen bei YouTube – vermutlich, um potentielle Widersacher zu warnen. Er wisse alles, vor ihm bliebe nichts verborgen, und wer aufbegehrt, der kriegt letzten Endes ordentlich was auf den Deckel. Selbstverständlich bekommt der Zuschauer nur das zu sehen, was Fitzek genehm ist: So sei just in jenem Moment, als ein Kritiker Verfehlungen Fitzeks benannte, das „Band der Kamera“ voll gewesen (58:30) … Ein Band? Eine VHS-Cassette womöglich? Seltsam: der Film wirkt, als sei er mit einer modernen Digicam aufgenommen worden …

Insgesamt stellt sich Peter Fitzek mit der Veröffentlichung kein gutes Zeugnis aus: Er spricht zu laut und zu schnell, knallt unbeherrscht Schlüssel und Unterlagen auf den Boden, sein Mundwerk führt seltsame, mahlende Bewegungen aus. Dieser Mann hat sich nicht im Griff, das scheint dann auch eine Teilnehmerin zu spüren, die fluchtartig den Raum verlässt (47:50). Gerade noch rechtzeitig, wie sich zeigt: Fitzek springt auf, besorgt ein Kleidungsstück und drückt es einem seiner Vasallen in die Hand (48:30). Es handelt sich um die „Dienstkleidung“ der „Neudeutschen Garde“, Fitzeks illegaler Privatpolizei. Denn bald soll es losgehen:

Die Tür wird verschlossen: Keiner verlässt das Königreich!

Tuersteher

Diese Type hier gehört zwar nicht zum „Königreich Deutschland“, sollte sich aber ruhig mal dort bewerben. Auf einen anständigen Türsteher kann schließlich kein „Oberster Souverän“ verzichten …

Dann verliert der „Oberste Souverän“ vollends die Contenance (61:05). Er fordert einen besonders unterwürfigen Jünger auf, die Eingangstür zu verschließen und zu bewachen. Erst nach einigem Hin- und Her, und nachdem der Rädelsführer mit dem Herbeirufen der Polizei droht, lässt Fitzek die Aufständischen ziehen. Es ist nicht bekannt, ob einer der Eingesperrten im Nachhinein Anzeige erstattete, denn die Staatsanwaltschaft könnte durchaus überprüfen, ob hier der Tatbestand der Freiheitsberaubung sowie der versuchten Nötigung vorlag.

Inzwischen wurden die Clips (insbesondere der zweite Teil) überarbeitet und neu veröffentlicht. Das Chaos am Ende der Veranstaltung wurde weggelassen, unter anderem jene Szenen, welche Handgreiflichkeiten sowie eine weinende Frau zeigen.

fitzek_blog

Die Fitzek-Kritiker eröffneten später ein Blog, in welchem die Vorgänge aus ihrer Sicht geschildert werden sollten. 

Das Geld wird knapp: Der Alptraum-Staat „Königreich Deutschland“ soll nun durch Spendengelder und nicht zu verzinsende Kredite am Leben gehalten werden!

Durch die Videoaufnahmen wurden nicht nur die persönlichen Konflikte deutlich, die im „Königreich“ vor sich hin brodeln. Es geht ganz simpel auch um den schnöden Mammon. Fitzeks eigener Aussage nach besteht ein Schuldenberg von 575.000 EUR und er selbst sei bemüht, einen „privatrechtlichen Kredit“ (20:35) zu erhalten.

Laut MDR-Magazin „Exakt“ sollen lediglich elf Anhänger im „Königreich Deutschland“ (ein ehemaliges Krankenhausgelände am Rande Wittenbergs) leben. Fitzeks ursprüngliches Konzept, von Mitgliederbeiträgen zu leben und zudem Privatgrundstücke seiner Anhänger überschrieben zu bekommen, geht offensichtlich nicht auf. So dumm, Haus und Hof zu verschenken, sind nicht einmal die „Reichsdeutschen“.

Plan B tritt in Kraft: Ab sofort wird gebettelt!

Inzwischen wird die Lage prekärer, was sich aus einem aktuellen Eintrag auf der „Neudeutschland“-Homepage ersehen lässt. Fitzek lässt durchblicken, dass viele „Mitglieder“ keine Beiträge (mehr) zahlen und bettelt deshalb aufdringlich um Zuwendungen in Form von „Spareinlagen“. Die Spender bzw. Anleger sollen mit lachhaften Vergünstigungen und Geschenken dazu gebracht werden, einen Obolus locker zu machen. Doch beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf, mitunter auch die Dummheit.

Selbst dem Naivsten dürfte langsam klar werden, dass sich im „Königreich Deutschland“ rein gar nichts bewegt. Das Projekt trägt sich nicht selbst, dies wird immer deutlicher. Fitzek kann zudem seine ohnehin bescheidene Macht nicht ausweiten: Gegen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung (82 Millionen Menschen!) kommt er ebenso wenig an wie das „DPHW“, das vor kurzem mit Pauken und Trompeten gescheitert ist. Es darf wohl begründet davon ausgegangen werden, dass Peter Fitzek sich mit seinem Neudeutschland-Projekt gehörig überhoben hat. Sein Witzgebilde „Königreich Deutschland“ befindet sich auf dem absteigenden Ast und dürfte bald in den freien Fall übergehen.

Das Ganze erinnert verblüffend an das „Fürstentum Germania“, das in der Prignitz (Brandenburg) von einer Handvoll Spinner zum Staat ausgerufen worden war. Letztlich wurden Gebäude und das Grundstück polizeilich geräumt. Um eine Prognose zu wagen: Bis Ende 2013, spätestens aber im Frühjahr 2014, wird das Ulk-Projekt „Neudeutschland“/“Königreich Deutschland“ der Vergangenheit angehören. Allenfalls wird es als Quassel-Verein im Internet weiterexistieren.

Schloss_krampfer

Schloss Krampfer (in der Nähe von Perleberg): Für „Königreiche“ und „Fürstentümer“ ist im modernen Rechtsstaat Deutschland kein Platz!

7 Kommentare leave one →
  1. 26/03/2013 17:54

    Bis Ende 2013? Das ist aber eine sehr guetige Schaetzung. Ich tippe darauf, dass spaetestens zum Einjaherigen Feierabend ist. Schuld daran sind dann natuerlich die Abtruennigen und die restlichen 82 Millionen Menschen in diesem Land.

  2. 26/03/2013 18:06

    Reblogged this on Sonnenstaatland SSL.

  3. 26/03/2013 18:09

    Wieder einmal ein toller Beitrag. Vielen Dank Reichsdeppenrundschau!

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