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Peter Fitzek und seine missglückte Liebesbeziehung zum MDR

28/03/2013
Fitzek-TV

Gelernter Koch mit Zepter und im Hermelinmantel: „Exakt“-Moderatorin macht sich über Peter Fitzek lustig!

Manch einem gilt der Mitteldeutsche Rundfunk, MDR, als übrig gebliebenes DDR-Staatsfernsehen, das auf unergründliche Weise – und mit neuem Namen – die Wiedervereinigung Deutschlands überdauert hat. Tatsächlich handelt es sich beim MDR um das langweiligste aller Programme, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu bieten hat: Volksmusik und die Wiederholung schäbiger DDR-Produktionen reichen sich dort die Klinke in die Hand.

Umso mehr überrascht das MDR-Magazin „Exakt“, welches oft flott und kritisch berichtet … und sich bereits mehrmals unsere reichsdeutschen Freunde vorgeknöpft hat: u. a. das sogenannte DPHW und jüngst das „Königreich Deutschland“, jenes Auslaufmodell, das Peter Fitzek einst ins Leben rief.

Wie kam Fitzek überhaupt auf die Idee sich das „BRD-Fernsehen“, also den Klassenfeind, ins Haus zu holen? Nun, der 47jährige sieht die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie er sie gern hätte. Und seinen eigenen Trugschlüssen zufolge hat ihn die Vorsehung nach Wittenberg geschickt, um die Bundesrepublik Deutschland durch das Königreich Fitzek abzulösen. Und dabei, so glaubt er allen Ernstes, würden ihn „alte BRD-Strukturen“ unterstützen. Überall lauern Freunde und Förderer auf ihn – so eben auch beim MDR.

Bereitwillig ließ er das Fernsehteam in sein auf Pump aufgebautes Reich. Alle waren gut drauf, nette Gespräche entwickelten sich. Nach dem Dreh, so ist zu vermuten, hat man gemeinsam Rotwein getrunken und sich zum Abschied die Wangen geküsst. Peter Fitzek konnte guter Dinge sein, dass bald ein toller PR-Bericht über ihn gesendet werden würde. Doch Pustekuchen! Das, was man da ausstrahlte, ließ ihn nicht als messianischen Weltenretter, sondern als Lachnummer erscheinen. Dennoch ließ Fitzek es sich nicht nehmen, die Sendung in seinen eigenen YouTube-Kanal einzubinden, wobei er jene Szenen herausschnitt, die ihn nicht so wirklich als Erfolgsmenschen darstellten.

In der Folge entwickelte sich ein interessanter Email-Verkehr zwischen dem „Königreich Deutschland“ und der Produzentin des MDR-Beitrags, einer gewissen „Frau K.“. Zunächst entschuldigte sie sich:

Wir haben auf die An-und Abmoderationen leider keinen Einfluss. Wörter wie „Parallelwelt! und „Absurdistan“ finde ich per(s)önlich absolut unangemessen.

Wie bitte!? Begriffe wie Parallelwelt und Absurdistan treffen doch auf das „Königreich Deutschland“ zu wie die Faust aufs Auge! Fitzeks Saftladen ließe sich mit wesentlich deftigeren Aussagen sogar noch treffender beschreiben.

Die meisten fanden den Film spannend und konnten kaum glauben, dass es das Königreich wirklich gibt.

Es ist nicht nur kaum, sondern gar nicht zu glauben, dass es ein Königreich Fitzek gibt. Ein solches existiert definitiv nicht!

Wenn das so beim normalen Zuschauer hängen geblieben ist und die Leute jetzt vielleicht selber mal im Netz schauen, dann ist das letztlich gut.

Das klingt danach, als ob die Produzentin mit Fitzek gemeinsame Sache macht und nun froh ist, die (vermeintliche) Werbetrommel für ihn geschlagen zu haben. Sehr ominös.

Peter Fitzek ließ sich durch das unterwürfige Verhalten der Frau Produzentin jedoch nicht beschwichtigen. In seiner Antwort listete er in typisch deutscher Erbsenzähler-Manier auf, wie man ihn, den „Obersten Souverän“, in einem strahlenderen Licht hätte erscheinen lassen können.

Im Fernsehen habe man ihn als „gelernten Koch“ bezeichnet, was in gewissem Sinne diffamierend sei. Besser wäre der Titel „Meister im Gaststätten() und Hotelgewerbe“ gewesen.  Außerdem habe man „Meister einer Kampfkunst“, „Vorstandsvorsitzender zahlreicher Stiftungen und Vereine“, „Gründer einer Ersatzkrankenkasse“ absichtlich weggelassen. Insgesamt nennt er minutiös jene 18 Punkte, die nicht der erwarteten Hofberichterstattung entsprochen hätten.

Den Beruf des Koches erlernt zu haben ist in der Tat nichts ehrenrühriges. Eine redliche und wichtige Arbeit wie viele andere Tätigkeiten auch. Andererseits sind Köche eher weniger als herausragende Intellektuelle oder profunde Völkerrechtskenner bekannt. Auch Peter Fitzek ist kein Intellektueller, im Völkerrecht kennt er sich schon gar nicht aus. Er ist ein Laie, der es vermag, Unbedarfte von seinen juristischen Fehlinterpretationen zu überzeugen. Empört schreibt er an seine Duz-Freundin:

Der MDR würde mit solcher Art Journalismus im KRD keine Zulassung erhalten.

In der Bundesrepublik Deutschland kann ein jeder, ohne Zulassung, Journalismus betreiben. In der Neu-DDR bzw. einem „Königreich Deutschland“ würde das offenbar anders werden: Dort wäre nur das erlaubt, was „König Fitzek“ gefällt“. Offensichtlich erkennt die MDR-Produzenten „K.“ endlich, dass man mit Einschleimerei hier nicht weiterkommt:

Was Dir jedoch scheinbar vorschwebt, ist offensichtlich ein Staatsfernsehen, wie zu schlimmsten DDR-Zeiten. Damit kann ich leider nicht dienen.

Der Dialog nimmt im Verlauf des Email-Verkehrs an Schärfe zu. „K.“ klagt über eine freche Zuschauermail, die von einem „Bundespolizisten“ stamme. Sie erfährt aus dem Hause Fitzek, dass dieser angebliche Bundespolizist Mitglied der „Neudeutschen Garde“ ist. Verwundert schreibt sie zurück:

Lieber Martin,
wie soll denn ein Bundespolizist Teil eurer Garde sein. Das geht doch eigentlich nicht. Dann wäre er ja Polizist […] (in) 2 Ländern.

Man fragt sich, ob diese Dame so selten naiv ist, oder ob sie nur so tut. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Land, das „Königreich Deutschland“ ist keines. Falls wirklich ein Polizist bei Fitzek mitmischt, ist das ein Fall für die Dienstaufsicht: die Ziele „Neudeutschlands“ sind offen verfassungswidrig, weshalb diese seltsamen Leute auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Ein Polizist ist Beamter des deutschen Staates und hat folgenden Eid zu leisten:

Ich schwöre, das Grundgesetz und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, (so wahr mir Gott helfe).

Wer die Bundesrepublik Deutschland und deren freiheitliche Verfassung beseitigen will, kann also kein Beamter sein.Insofern wirft auch die (von Produzentin „K.“ gerügte) „Anmoderation“ zum MDR-Bericht einige interessante Fragen auf:

Unter den Augen von Polizei und Justiz ist dort (in Wittenberg) eine merkwürdige Parallelwelt entstanden…

Der Bericht stellt im Übrigen nicht klar, wie es um die Steuertreue Fitzeks bestellt ist. Immerhin lehnt er den Staat ja ab und bezeichnet ihn als illegitim. Finanzämter, Justiz und Verfassungsschutz sollten sich daher wesentlich intensiver mit „Neudeutschland“ bzw. dem „Königreich Deutschland“  beschäftigen. Dass man verfassungswidrige Aktivitäten durchaus unterbinden kann, wenn nämlich der politische Wille vorhanden ist, haben jüngst die Maßnahmen gegen das sogenannte DPHW gezeigt: Das „Deutsche Polizei-Hilfswerk“ ist de facto zerschlagen. Zwar ist auch das lächerliche Fitzek-Projekt längst im Scheitern begriffen, dies ist aber kein Freischein für die Behörden, untätig zu bleiben.

Deutschland

Der gelernte Koch Peter Fitzek wird wohl nie begreifen, dass die Deutschen gern jammern und meckern, im Grunde genommen aber äußerst zufrieden mit dem deutschen Staat sind. 

4 Kommentare leave one →
  1. 30/03/2013 12:52

    Reblogged this on Sonnenstaatland SSL und kommentierte:
    Reblog Reichsdeppenrundschau:
    Peter Fitzek und seine missglückte Liebesbeziehung zum MDR

  2. Mahamaya permalink
    05/04/2013 13:41

    Da hat wohl sowohl der königliche Reichspropaganda-Minister als auch der königliche Zensor geschlafen. Oder die Beziehungen ins BRD-Ausland waren einfach zu schlecht. So ein Ärger aber auch.

    • 05/04/2013 14:07

      Zumindest hat er jetzt seinen Lehrfilm „Wie man seine eigenen Anhänger am Verlassen des Gebäudes hindert“ zensiert, d. h., der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich gemacht.

Trackbacks

  1. Peter Fitzek bekommt Besuch von SPIEGEL-TV und versteckt sich hinter einer jungen Frau | reichsdeppenrundschau

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