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Reichsdeppen randalieren vor dem Amtsgericht Leipzig

05/04/2013

Wieder einmal ist es „Geri Weber“ (Mike Heerlein), der bei YouTube ein Video einstellt, das nicht nur Hass und Niedertracht transportiert, sondern das auch aufzeigt, wie sehr die „reichsdeutsche“ Szene darum bemüht ist, die Gesellschaft zu spalten und die Menschen gegen den eigenen Staat aufzubringen.

Selbst wenn es einige Tausend Menschen sein sollten, die Deutschland verleugnen, so ist die „Reichsbürgerbewegung“ gesamtgesellschaftlich gesehen dennoch völlig unbedeutend. Die Hoffnung, die Bundesrepublik Deutschland würde bald untergehen, ist genauso absurd wie das Bestreben, eine Mixtur aus Dritten Reich/DDR in den deutschen Grenzen von 1937 zu etablieren. Von den rund 80 Millionen Einwohnern Deutschlands haben nur die wenigsten von dieser Bewegung gehört. Und die Mehrzahl jener, die davon Kenntnis hat, lehnt diesen Unfug rundherum ab.

Vielleicht ahnen die Revisionisten, dass ihnen nur eines gewiss ist: Ewiger Misserfolg! Anders lässt sich das Gepolter, das sie vor dem Amtsgericht Leipzig veranstalteten, nicht erklären – die Macht- und Hilflosigkeit dieser Leute schlug in blanke Aggressivität um. Es ging um einen gewissen Rüdiger Klasen – den Betreiber der wirren Homepage staatenlos.info. Warum der Mann vor Gericht stand, geht aus dem Clip nicht hervor. Laut eines Spiegel-Berichts aus dem Jahr 1995 war Klasen früher NPD-Kreisleiter in Hagenow und seinerzeit zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Klasens Gesinnungsgenossen bestanden darauf, im Gerichtsgebäude Ton- und Bildaufnahmen zu machen, woraufhin vom Wachdienst ins Freie komplimentiert wurden. Dort entpuppte sich die Truppe als ordinärer Mob, der die Mitarbeiter des Amtsgerichts übel zu beschimpfen begann. Es fielen Begriffe wie „Nazi“, „Handlanger“ und „Schlampe“; Deutschland wurde von dem wütenden Mob als „Nazi-System“ diffamiert. Die Bediensteten verhielten sich professionell, ließen sich nicht auf das niedrige Niveau der „Reichsdeutschen“ herab. Auch die obligatorische „Drohung“, dass das Filmmaterial bei YouTube veröffentlicht werde, vermochte nicht zu beeindrucken.

Im Kommentarbereich des Videos versammeln sich nun erwartungsgemäß recht skurrile Gestalten:

BRD GmbH

Es fragt sich, warum Jahr für Jahr Hunderttausende Menschen in diese „Nazi-Regime BRD GmbH“ einwandern, wenn doch hier derartige Sklaverei und Ausbeuterei betrieben wird.

Mauer

Die DDR-Bürger, die 1989 gegen ihren Staat demonstrierten, verhielten sich äußerst besonnen und gewaltfrei. Letztlich wollten sie eine Vereinigung mit der Bundesrepublik, dem freien Teil Deutschlands. In „Gerri Webers“ Video jedoch brüllen jedoch jene graumelierten Herren herum, die sich die DDR sehnlichst zurückwünschen.

Mustermann

Deutschland ist Mitglied der UNO und hat überdies mit nahezu sämtlichen Staaten der Erde Botschafter ausgetauscht. Welche NGO kann das schon von sich sagen?

Was insgesamt auffällt, nicht nur in diesem Video, sind die häufigen Nazivergleiche – ausgesprochen ausgerechnet von jenen, die sich das Deutsche Reich zurückwünschen. Dahinter steckt eine ausgeprägte Vorwärtsstrategie, zumal diesen Leuten bewusst ist, dass rechtsradikales Gedankengut hierzulande eine Todsünde ist  – eine Hürde ist, die niemand überwinden kann, der politisch erfolgreich sein will.

Und es ist nun einmal so, dass die Öffentlichkeit und die Medien die „Reichsdeutschen“ dort positioniert sehen, wo sie auch tatsächlich hingehören: in die Nähe der NPD und anderer rechtsradikaler Bewegungen. Um von sich selbst abzulenken, bezeichnen die „Reichsdeutschen“ den deutschen Staat als nationalsozialistisch und seine Bediensteten als Nazis. Peter Frühwald, der langweiligste und einfältigste aller „Reichsbürger, geht  mit der grotesken Behauptung spazieren, dass jeder ein Nazi sei, der im Besitz eines Personalausweises ist. Nachteil dieser plumpen „Flucht nach vorn“: Kein normaler Mensch nimmt solche Argumente für bare Münze.

Zwar sind die Reichs- und DDR-Anhänger nach wie vor hochaktiv, aber sie sind de facto nicht effektiv. Peter Fitzek wird sich nicht mehr lange halten können, Peter Frühwald existiert nur noch bei WordPress/YouTube, das Bündnis „Gold-Rot-Schwarz“ ist ein Auslaufmodell, das DPHW hat bereits aufgehört zu existieren.

Aktualisiert am 17.12.2013

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8 Kommentare leave one →
  1. Syssi permalink
    05/04/2013 14:56

    Starke Worte, lautes Gebrüll – „Wer´s sagt, isses selber“ und „Wer schreit, hat Unrecht“. Lernt man im imperialistischen Kindergarten…

    Und dieses Gejammere – wie es nur Deutsche können! Gerüchteweise werden in der ganzen Sahelzone schon Hilfsmaßnahmen für diese armen, geschundenen Leute geplant.
    Keine Ehre im Selbstmitleid.

    • 05/04/2013 15:05

      “Wer´s sagt, isses selber”

      Wie wahr, insbesondere was die Beschimpfungen angeht. Man muss sich nämlich nur mal die Vergangenheit des Angeklagten, Herrn K., ansehen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9180941.html

      Habe den Artikel um diese Info ergänzt. Auch bei den einschlägigen Freunden hat es schon geknirscht, letztlich hat man sich wohl aber wieder vertragen: eisenblatt.net/?p=7709

  2. 05/04/2013 17:51

    Reblogged this on Sonnenstaatland SSL und kommentierte:
    Wieder einmal ist es „Geri Weber“, der bei YouTube ein Video einstellt, das nicht nur Hass und Niedertracht transportiert, sondern das auch aufzeigt, wie sehr die „reichsdeutsche“ Szene darum bemüht ist, die Gesellschaft zu spalten und die Menschen gegen den eigenen Staat aufzubringen.

  3. Das Chaos permalink
    08/04/2013 10:02

    Zum wiederholten Male:
    Respekt, was die „Reichsdeppen-Rundschau“ hier macht.
    Im Gegensatz zu den meist fragmentarischen Foren und Blogeinträgen, die dazu oftmals emotional überkochen, stellt ihr die Tatsachen nüchtern umfassend und nachvollziehbar dar. Das hat die Qualität von professionellem Journalismus.
    Bitte hört nicht auf.

    • 08/04/2013 13:20

      Vielen Dank für das Lob … man tut was man kann 🙂 ! Themen gibt es ja sehr viele (insbesondere das Anti-Reichsdeppen-Forum und Niederrheiners Blog sind ein nahezu unerschöpflicher Quell der Inspiration) und so weit es die Zeit hergibt, wird es hier natürlich weitere Betrachtungen bezüglich der Reichsdeppen-Szene geben.

  4. Frank Engelen permalink
    19/12/2013 17:38

    Wie krank ist das denn?

  5. N. N. permalink
    25/04/2016 21:47

    „Peter Fitzek wird sich nicht mehr lange halten können, …“

    Kurz oder lang sind eben relative Begriffe. Knapp zweieinhalb Jahre später arbeitet sich unsere Justiz immer noch an der Aufgabe ab, Herrn Fitzek vom Fahren ohne Führerschein bei permanenten und eklatanten Geschwindigkeitsübertretungen abzubringen. Ganz zu schweigen von seinen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit unversteuerten Finanzgeschäften. Die BaFin hat fast ein Jahr gebraucht, um ihm die Auslagen der von ihr beauftragten Abwickler weiterzubelasten. Da muß man sich wirklich nicht wundern, wenn die neuen Mitbürger unsere Behörden nicht ernst nehmen.

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