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Der „Reichsdeutsche“ Ingo Köth wird nach Veröffentlichung eines Hassvideos verhaftet!

16/04/2013
reichsdeutsche_verhaftung

So ähnlich dürfte die Verhaftung von Ingo Köth ausgesehen haben!

Ingo Köth ist eine der berüchtigsten Figuren der reichsdeutschen Szene: er bekennt sich zum Nationalsozialismus, leugnet den Holocaust. Es erscheint rätselhaft, warum er bislang nicht zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Erst jetzt, nachdem er sich selbst auf einer Waldlichtung filmte und im Netz weinerlich-aggressiv ankündigte, die Bundesrepublik Deutschland „plattmachen“ zu wollen, schlug die Staatsanwaltschaft zu:

Die Verhaftung erfolgte am 12.04.2013, insgesamt lagen vier Fahndungsausschreibungen aus drei Bundesländern vor. Ingo Köth nannte in seinem Video (das zur Dokumentation des Falles bei YouTube einsehbar ist) ein Datum, den 25.07.2013, an dem er Großes vorhabe. Auch wenn der Auftritt äußerst skurril wirkt, so hinterlässt dieser Mann durchaus den Eindruck, als neige er zu unberechenbaren Kurzschlusshandlungen.

Ab Minute 2:20 gerät er in Rage:

Ich will nie wieder irgendwas von Demokratie hören. Ich möchte den Nationalsozialismus in der ganzen Welt erleben. […] Die Juden müssen endlich dorthin gehen, sollen sie in ihr Israel. Sie sollten dort leben in der Scheißwüste. Ich will sie hier nicht mehr sehen … Ich will auch keine Vergeltung für irgendwas, was sie getan haben, aber es muss vorbei sein.

Und ab Minute 3:56 wird Köth vollends hysterisch – er redet sich mit Äußerungen, die man als Ankündigung eines Amoklaufs werten könnte, vollends um Kopf und Kragen:

 Am 25. Juli, sage ich euch, mache ich diese BRD platt! Ich hau‘ sie runter! Dann ist vorbei! […] … aber der Führer hat gesagt: „Ich bin der härteste Mann Deutschlands!“  Und ich bin momentan der härteste Mann Deutschlands, und ich kläre eure Scheiße.  Ich werde euch in die Verbannung pressen!  […] Mich kann keiner mehr stoppen.

Er beschreibt ab Minute 4:50, wie ich sich die Zeit nach dem 25. Juli vorstellt:

Am 25. Juli habe ich erst einmal die BRD – vielleicht die ganze Welt – plattgemacht.  [….] … tut mir leid, ich muss erst einmal den Planeten klären. […] Meine Tante Hilde hat mich zum besten Nationalsozialisten der Welt [gemacht].

Welche Gründe im Haftbefehl genannt werden, ist bisher nicht öffentlich bekannt. In Frage kommen dürften Volksverhetzung nach § 130 StGB und die Androhung einer Straftat nach § 126 StGB. Für die „reichsdeutsche“ Bewegung ist Köths Inhaftierung ein weiterer, schwerer Rückschlag, zumal bereits kurz zuvor die mutmaßlich kriminelle Vereinigung DPHW („Deutsches Polizei-Hilfswerk) de facto ausgeschaltet wurde. Das sogenannte DPHW sollte offenbar die echte Polizei infiltrieren.

Entsprechend erbost reagieren die „Reichsdeutschen“ auf den einschlägigen Internetseiten. Natürlich, so wird argumentiert, sei die Verhaftung ein Zeichen dafür, dass die Bundesrepublik kurz vor dem Zusammenbruch stünde. Ob diese Form der Selbsthypnose tatsächlich wirkt ist fraglich. Das Blog „Sonnenstaatland“ jedenfalls hat einige der hysterisch-aggressiven Reaktionen dokumentiert: Neonazi-Volksfest in Meißen abgesagt!

Der Fall Ingo Köth zeigt erneut, welch braunem Sumpf die „reichsdeutsche“ Szene entsprungen ist, dass sie in der Bevölkerung keinerlei Rückhalt findet und dass sich Staat und Justiz endlich dazu aufgerafft haben, dem kriminellen Treiben konsequent entgegenzutreten.

Quellen: Leipziger Internet Zeitung, BILD.de, SZ-Online.de
10 Kommentare leave one →
  1. Aufstieg des Adlers permalink
    16/04/2013 15:26

    Na, mein Jutster, wieder wunderbar jeschrieben!
    Aba,warum vagesst ihr imma einen Paragraphen:

    § 90a StGB
    Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole

    (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3)
    1. die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder
    2. die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder verunglimpft,

    wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Ebenso wird bestraft, wer eine öffentlich gezeigte Flagge der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ein von einer Behörde öffentlich angebrachtes Hoheitszeichen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder entfernt, zerstört, beschädigt, unbrauchbar oder unkenntlich macht oder beschimpfenden Unfug daran verübt. Der Versuch ist strafbar.

    (3) Die Strafe ist Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, wenn der Täter sich durch die Tat absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt.

  2. lol permalink
    17/04/2013 16:40

    @Adler mit gestutzten Flügeln:
    Bist Du nicht auch einer jener ewig gestrigen? ähm 2013… jeder vierte in Deutschland geborene Mensch hat einen Migrationshintergrund…..Aufwaaaaaaaachen Omas Zeiten sind und bleiben vergangen….

  3. k. Krech permalink
    04/05/2013 19:48

    Von § 130 ist hier nicht die Rede

  4. Klaus permalink
    18/07/2013 02:13

    BRD muss vernichtet werden !!!!

    Anmerkung REICHSDEPPENRUNDSCHAU: Das stimmt, die Abkürzung „BRD“ ist wirklich nicht sehr schön und sollte verschwinden. Unser Land heißt Deutschland bzw. in der Vollform Bundesrepublik Deutschland. Danke, lieber Klaus, dass Du darauf hingewiesen hast!

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