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Rüdiger Klasen und staatenlos.info: „Reichsdeutsche“ wollen bei „Alliierten“ vorsprechen und lösen Großeinsatz der Polizei aus

23/04/2013

In obigem Video ist ein Mann zu sehen, der leicht verwirrt wirkt und mit aufgeregter, hoher Stimme spricht. Es handelt sich um Rüdiger Klasen, den früheren NPD-Chef von Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern). Er ist deutschen Gerichten kein Unbekannter und wurde bereits zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Bei einer erneuten Verhandlung, Anfang 2013, gab es vor dem Gericht Randale, ausgelöst durch „reichsdeutsche“ Gesinnungsgenossen.

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Rüdiger Klasen und seine kriminelle NPD-Vergangenheit: Bild anklicken, um den SPIEGEL-Artikel zu lesen!

Rüdiger Klasen ist Betreiber der Internetseite staatenlos.info, ein Sammelsurium seiner pathologisch anmutenden Realitätswahrnehmung. In einer Art Endlosschleife wird wahrheitswidrig behauptet, dass 80 Millionen Deutsche „staatenlos“ seien. Es finden sich zudem antisemitische Verschwörungstheorien, wie beispielsweise die, dass Adolf Hitler in Wirklichkeit Jude gewesen wäre und kapitalistische Interessen vertreten habe. So bringt Klasen den Diktator mit der jüdischen Bankiersfamilie Rothschild in Verbindung, indem er ihn „Adolf Braunschild“ nennt. Und die Bundesrepublik Deutschland und ihre Organe werden ausgerechnet von dem ehemaligen NPD-Mann mit Nazi-Vorwürfen überschüttet.

Bei dieser „Argumentationstechnik“ handelt es sich um eine altbekannte Propagandamasche der „Reichsdeutschen“: Sie selbst wollen nicht mit vernichtenden Nazi-Vorwürfen konfrontiert werden, weshalb sie  („Angriff ist die beste Verteidigung“) das heutige Deutschland als „Nazi-Staat“ bezeichnen. Überdies hat das ständige Gerede von „Nazis“, „Nazi-Methoden“ und „Nazi-Gesetzen“ den Zweck, solche Begrifflichkeiten grundsätzlich zu verwässern und zu verharmlosen.

Rüdiger Klasen ist trotz Pariser Verträge (1954) und des Zwei-plus-Vier-Vertrages (1991) der Ansicht, dass Deutschland nicht souverän sei und weiterhin unter alliierter Verwaltung stünde. Dass weder die USA, Großbritannien, Russland oder Frankreich derartiges behaupten, stört ihn dabei wenig. In seinem Video schildert er umständlich und langatmig, wie er – gemeinsam mit einem Kumpan – im United States European Command (Stuttgart) ein selbst erstelltes Pamphlet übergeben wollte. Die Einrichtung lügt er dabei zum „Hauptquartier der West-Alliierten“ um. Worum es sich wirklich handelt, kann jedermann in der Wikipedia nachlesen: hier klicken!

United_States_European_Command

Ist das United States European Command in Wirklichkeit das Hauptquartier der wieder aktiv gewordenen West-Alliierten?

Klasen konnte  den eigenen Angaben zufolge zwar den Schriftsatz übergeben, allerdings nicht ohne dabei allerlei Unannehmlichkeiten über sich ergehen zu lassen. Die Amerikaner riefen sogar die deutsche Polizei herbei, die den ehemaligen NPD-Mann gründlich überprüfte. Das scheint nicht verwunderlich – waren doch verdächtige Gegenstände (u.a. ein Messer) bei Klasen und seinem Begleiter gefunden worden. Der Polizeicomputer dürfte überdies schnell ausgespuckt haben, mit was für zwielichtigen Gestalten man es zu tun hatte.

Der ellenlange Videovortrag ist aufgrund Klasens Unfähigkeit, Vorgänge kurz und bündig zu schildern, eine Zumutung. Es ist zudem davon auszugehen, dass Klasen es mit der Wahrheit nicht immer allzu genau nimmt. Im Ergebnis lässt sich aber feststellen, dass die Behörden das Gefährdungspotential, das von der „reichsdeutschen“ Szene ausgeht, inzwischen äußerst ernst nehmen. Ein Desaster wie mit der NSU-Bande kann sich der Staat kein zweites Mal erlauben.

Was Rüdiger Klasen angeht, so widerlegt sich seine „Nazi-Staat“-These allein dadurch, dass er trotz seines Treibens bislang nicht nach § 90 StGB bestraft wurde. Ein totalitäres Regime hätte ihn längst wegen „Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole“ dingfest gemacht. In der Bundesrepublik Deutschland, dem freiesten und demokratischsten Staat, den es je auf deutschem Boden gab, sieht man das wesentlich gelassener. Bei Personen wie Rüdiger Klasen stellt sich jedoch die Frage, ob das immer die richtige Entscheidung ist.

Aktualisiert am 20.08.2013
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3 Kommentare leave one →
  1. Messerjocke permalink
    02/12/2013 16:03

    „Ohne auf den Inhalt einzugehen – Aber er soll wirklich ein Messer gehabt haben?“

    Na und ? Wenn schon ! Wo und wann hat er welche Sorte Messer dabei gehabt ?

    Feststehende Messer dürfen maximal 12 cm Länge aufweisen. Längere Messer ausserhalb der eigenen Wohnung zu führen ist untersagt, sofern man das Messer nicht in einem verschlossenen Behältniss befördert. Generell ist es untersagt längere Messer „griffbereit“, also beispielsweise in einer Scheide am Gürtel zu tragen. Das führen ist bei Tätigkeiten wie Jagd, Fischerei, Camping, Grillen oder Wald-, Garten- und Feldarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten sowie darüber hinaus jedem sozial-adäquate Gebrauch von Messern die „allgemein anerkannten Zwecken“ entsprechen erlaubt. Hier kommt es darauf an wie die Ordnungshüter im jeweiligen Bundeland allgemein anerkannte Zwecke auslegen.

    Das führen von Messern auf öffentlichen Veranstaltungen ist generell untersagt.

    Messer die mit einer Hand aufgeklappt werden können und arretieren sind generell untersagt. Ebenso Springmesser, Fallmesser und Butterfly Messer. Ausnahme bei Springmessern wenn die Klinge maximal 8,5 cm lang ist und eine bestimmte zur Klingenlänge im Verhältniss stehende Breite vorweist.

    Also, wo und wann hat er welche Sorte Messer dabei gehabt ?

    War es ein Schweizer-Mini-Messer um sich damit die Fußnägel zu schneiden ?

  2. Messerjocke permalink
    02/12/2013 16:35

    Ach, der ist mit einem Messer auf einen US-Stützpunkt in Deutschland gefahren. Eigene Doofheit. Für Vollhonks hängen überall Schilder. Steht drauf: Schusswaffen,Messer und sonstige Waffen verboten ! Handys verboten ! Tablet PCs, Laptops etc. verboten ! Kameras verboten ! Jetzt fehlt nur noch das einer von denen Sportschütze ist oder sonstwie mit Pulver oder Pulverrückständen in Kontakt gekommen ist. Dann schlagen die Munitions-, und Bombenspürhunde an und es kommt die Feuerwehr. Vielleicht hatte das harmlose „Tischfeuerzeug“ auch die Form einer Handgranate oder Pistole. Aber so wirklich habe ich den Mann im Video nicht verstanden. Der brabbelt ja nur wirres Zeug.

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  1. Rüdiger Klasen: Hausdurchsuchung und Beschlagnahmungen | reichsdeppenrundschau

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