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Aufbruch Gold-Rot-Schwarz / Alsfelder Konferenz – die neueste Pleite der „Reichsdeutschen“!

07/05/2013
putin_aufbruch

So nahmen Putin und Medwedew die Anbiederungsversuche des „Aufbruchs Gold-Rot-Schwarz“ auf…

Die Geschichte jener Splittergruppen, die gegen die Bundesrepublik Deutschland kämpfen, die sich nach Deutschem Reich und der DDR zurücksehnen, ist eine Geschichte, die von peinlichen Niederlagen geprägt ist:

Die Gründer des Fürstentums Germania wurden aus einem baufälligen Prignitzer Altbau geworfen; den Mitgliedern des illegalen Deutschen Polizei-Hilfswerks nahm man Waffen, Handschellen und die falschen Uniformen ab. Die geistig-politisch verwirrten Stammtischbrüder des Berliner NSL-Forums werden zurzeit von einer Lokalität in die nächste gescheucht, denn nirgendwo kann man ihr braun-esoterisches Gerede lange ertragen.

Der „Reichsdeutsche“ Ingo Köth wollte noch heuer die Bundesrepublik Deutschland „plattmachen“, leider kam ihm etwas dazwischen, nämlich ein längerfristiger Gefängnisaufenthalt. Peter Frühwald, „Präsident“ des Phantasiestaates „Freies Deutschland“ sitzt indes einsam hinter seinem PC und erstellt Videoclips. Er wurde vor geraumer Zeit von seinen Anhängern suspendiert – diese Leute haben wiederum einen eigenen Staat gegründet, der ebenso erfolglos ist wie der von Frühwald.

Auch „Reichskanzler“ Norbert Schittke (nomen est omen) wurde von einstigen Getreuen zum Teufel gejagt. Zwar beherrscht er weiterhin die „offizielle“ Webseite der „Reichsregierung“, verstaubt ansonsten aber unbeachtet in seiner Seniorenwohnung Reichskanzlei. Und der„König von Deutschland“, Peter Fitzek, hebt sich – wie gewohnt – mit Worten selbst in den Himmel, kommt aber mit seinem „Neudeutschland“-Projekt keinen Schritt voran. Auf seiner Homepage bettelt er um  milden Gaben, und erst vor kurzem bekam er die geballte Macht des Staates zu spüren. Mit der baldigen Abdankung des gedemütigten „Monarchen“ ist zu rechnen.

Broder-h.m.

Meinte Henryk M. Broder die Reichsdeutschen?

„Ausdauer ist die Primärtugend aller Crashtüten und Knallchargen“, hat Henryk M. Broder mal gesagt, und weil das stimmt, werden wir uns zweifellos auch weiterhin an den drollig-hilflosen Kapriolen der reichsdeutschen Szene erfreuen können.

So wurde im letzten Jahr das Projekt Aufbruch Gold-Rot-Schwarz ins Leben gerufen, dessen Zweck es sein sollte, deutschlandfeindliche Kräfte zu bündeln und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Eine besondere Rolle war einem Thesenpapier zugedacht, welches der umstrittene Journalist und Dokumentarfilmer Michael Vogt ursprünglich unter dem Titel „Manifest zur revolutionären Neuordnung“ für die „Burschenschaftlichen Blätter“ (Heft 2/2012) verfasst hatte. In der PSIRAM-Wiki werden beide Versionen (für die Burschenschaftler/für die Gold-Rot-Schwarz-Anhänger) gegenübergestellt: Link zum Artikel!

Eine wichtige Person des Aufbruchs Gold-Rot-Schwarz ist Johannes Conrad, der den Online-TV-Kanal bewusst.tv betreibt und der in der deutschsprachigen Wikipedia als „Autor antisemitisch-verschwörungstheoretischer Bücher“ bezeichnet wird. Conrad war beim bereits erwähnten Possenstück Fürstentum Germania dabei, welches aufgrund eines Polizeieinsatzes ein jähes Ende fand.

Zu den Verantwortlichen des Aufbruchs Gold-Rot-Schwarz gehören zudem der Edelmetallhänder Benjamin Ernst sowie das Ehepaar Medi und Stephan Becker. Die Beckers bieten im Netz diverse „Naturheilmethoden“ an, während Benjamin Ernst früher für die Firma KB-Edelmetalle arbeitete: ein aufschlussreicher Bericht des TV-Magazins frontal bezüglich dieses Unternehmens findet sich hier!

Der Aufbruch Gold-Rot-Schwarz veranstaltete in der Stadthalle Alsfeld mehrere Zusammenkünfte, die sogenannten Alsfelder Konferenzen, zu denen jeder Interessierte kommen konnte. Die Teilnahme war gebührenpflichtig, regulär betrug der Eintritt 27,00 EUR. An der ersten Konferenz sollen 400 Personen teilgenommen haben, danach sank die Teilnehmerzahl sukzessiv. Vorerst soll es keine Veranstaltungen dieser Art mehr geben.

Die Verantwortlichen haben zudem einen Verein eintragen lassen, was insofern bedenklich ist, als dass die Ziele dieses Vereins verfassungsfeindlich sein dürften.

Im Niederrheiners Blog fasste der User „Freigeistreporter“ die Ereignisse um die Bewegung Aufbruch Gold-Rot-Schwarz wie folgt zusammen:

1. Ankündigung des Projekts und Eröffnung der Website http://aufbruch-gold-rot-schwarz.net, inkl. Umfrage zur Generierung positiver Energien. 200 finden das Projekt gut, 600 wollen sich sogar aktiv einbringen.

2. Der „Aufbruch“ wird in den alternativen Systemmedien beworben.

3. Zur Alsfelder Konferenz kommen 350 interessierte zusammen, um das fertig vorformulierte „Alsfelder Manifest“ abzunicken.

4. Die Aufbruch-Konferenz wird bei bestusst.tv über 20.000-mal angeschaut/heruntergeladen. Der Höhepunkt des Geschwurbel ist erreicht.

5. Die „erarbeiteten“ Ergebnisse sollen von der begeisterten Meute in Form einer Online-Abstimmung durchgewunken werden. Immerhin noch rund 600 Leute finden die Kraft, an der Abstimmung teilzunehmen.

6. Mit-Initiator Jo (Conrad) drückt im Freigeistforum Verwunderung darüber aus, auf wie wenig Resonanz das Thema bei den Freigeistern stößt. Man könnte auch sagen, es interessiert dort keine Sau…

7. Das Aufbruch-Forum wird eröffnet. Bis heute haben sich dort 246 User angemeldet und 638 Beiträge geleistet – also sagenhafte 2,6 Beiträge pro „Aktivist“. SO sieht wahre Basisdemokratie und Beteiligung aus!

8. Am 14.01.(2013) kommt heraus, dass „die Alsfelder“ hinter dem Rücken der Aktivisten einen eingetragenen Verein gegründet haben. Ein Verein ist übrigens eine juristische Person – also genau das, was die verzweifelten Naivlinge durch ihren „Austritt“ aus der BRD GmbH immer vermeiden möchten. Dafür gibt es bald aber eine Bankverbindung für Spenden an die chronisch klammen Alsfelder.

9. Die zweite Aufbruch-Konferenz in Alsfeld wird zeigen, wie viel Teamgeist noch übrig ist. Ich vermute, dass die Stimmung nicht mehr ganz so positiv und die Halle deutlich leerer sein wird.

10. Das geplante „Hambacher Fest 2.0“ wird abgesagt, stattdessen machen Jo und Vogt einen Tagesausflug zum Griechen, nach Wien, und plaudern über die gute alte Zeit.

Worum es dem Aufbruch Gold-Rot-Schwarz eigentlich geht, erschließt sich selbst vielen Anhängern des Projektes nicht. Offenbar soll nicht nur die deutsche Fahne auf den Kopf gestellt werden, sondern gleich der ganze Staat. Die Kritik an dem, was existiert, wird nicht sachlich begründet, sondern mit Scheinargumenten, welche auf Verschwörungstheorien aufgebaut sind. Eine starke Affinität besteht zu autoritär geführten Staaten, so sucht man insbesondere die Nähe zu Wladimir Putin.

gold-rot-schwarz

Deutschland soll auf den Kopf gestellt werden…

Die zunächst angedachte Utopie einer Basisdemokratie führt sich selbst ad absurdum, zumal die Gold-Rot-Schwarz-Führungsclique bis heute nicht bereit ist, auch nur ein Quäntchen ihrer Macht abzugeben. Im hauseigenen Forum als auch bei Facebook wird überdies zensiert, dass sich die Balken biegen. Kritische Mitglieder werden konsequent ausgesperrt: das Niederrheiners Blog dokumentierte zahlreiche Vorfälle.

Auf Kritik stieß insbesondere das finanzielle Gebaren der Verantwortlichen. Wie erwähnt sollen an der Alsfelder Konferenz rund 400 Personen teilgenommen haben. Multipliziert man dies mit dem Eintrittspreis von 27,00 EUR, so kommt man zu einer Gesamteinnahme von 10.800 EUR.

Dieser Betrag wurde von den Verantwortlichen bis heute weder bestätigt noch dementiert. Über die Verwendung/den Verbleib einer solchen Summe ist ebenfalls nichts bekannt. Johannes „Jo“ Conrad argumentierte, die Saalmiete habe rund 6000 EUR betragen. Die Verwaltung der Stadthalle Alsfeld gab einem User des Niederrheiners Blogs allerdings eine ganz andere Auskunft:

saalmiete_alsfeld

Die Macher behaupten, die Saalmiete in Alsfeld hätte 6000 EUR betragen. Tatsächlich werden dort aber nur 1500 EUR verlangt!

Die Beantwortung der Frage, ob die Verantwortlichen des Aufbruchs Gold-Rot-Schwarz hier einen ganz ordentlichen Gewinn eingefahren haben, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. Ebenso wie die Frage, ob solche Gelder ordnungsgemäß versteuert wurden.

Eines kann man aber mit Sicherheit sagen: Das Projekt ist, wie viele andere zuvor, gescheitert. Die breite Öffentlichkeit hat den „Aufbruch“ nicht einmal ansatzweise zur Kenntnis genommen – es handelt sich um einen Internetwitz, der in den Jahren 2012 und 2013 niemanden zum Lachen, hingegen aber zum mitleidigen Kopfschütteln bringen konnte.

Adé also, „Gold-Rot-Schwarz“! Freuen wir uns auf das nächste Loser-Projekt!

3 Kommentare leave one →
  1. 07/05/2013 18:45

    Ein guter Artikel!
    Als nächstes steht das Sommerfest von GRS an! Mehr wird da aber inhaltlich dann auch nicht mehr kommen 😉

    • 08/05/2013 07:58

      Danke für das Lob! Der Artikel ist ja, abgesehen von der Einleitung, eine Zusammenfassung der Infos, die man auf Niederrheiners Blog finden kann. Aber irgendwie gehörte der „Aufbruch“ vom Thema her noch in die REICHSDEPPENRUNDSCHAU, und zwar bevor sich diese Bewegung in übel riechende Luft auflöst. 🙂

  2. Tofkas01 permalink
    09/05/2013 15:48

    Was ich bisher von dieser Sache gesehen habe läßt mich daran zweifeln ob man dazu wirklich Projekt oder Bewegung sagen kann ohne zu grinsen.

    Dieses „Projekt“ war wie so manches in der Szene wohl ganz einfach wieder eine Abzockmasche. immerhin lebt dieser Jo Conrad doch davon, seine Schäfchen zur Kasse zu bitten.

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