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Die DPHW-Zombies sind wieder unterwegs!

10/05/2013
DPHW-Zombie

DPHW – der verwesende Leichnam zuckt noch…

Neudeutschland, Aufbruch Gold-Rot-Schwarz und DPHW – bei allen dreien ist es dasselbe: Schon lange tot, jedoch zu dumm zum Umfallen!

Einige Hundert Menschen halten sich für klüger als die restlichen 82 Millionen Einwohner Deutschlands und glauben daher, das Recht zu haben, unser Land auf den Kopf zu stellen. Die Vorstellungen davon, wie dies zu geschehen habe, unterscheiden sich zwar immer ein wenig, im Grunde genommen handelt es sich aber stets um eine trübe Melange, bestehend aus Großdeutschland-Phantasien, DDR-Nostalgie und (braun-)esoterischem Quark.

Die große Hoffnung vieler „Reichsdeutscher“ war auf das sogenannte DPHW (Deutsches Polizei-Hilfswerk) gerichtet. Grundannahme hierbei: Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung leidet fürchterlich und begehrt insgeheim gegen die „BRD“ auf.

Die inoffizielle Abkürzung „BRD“ wird innerhalb dieser Szene obsessiv verwendet, wobei suggeriert werden soll, dass es sich um einen Fremdkörper handelt, der von unserem Land Besitz ergriffen hat. Das DPHW ging gegen Gerichtsvollzieher vor (um sich bei seiner oftmals hochverschuldeten Anhängerschaft lieb Kind zu machen) und versuchte die echte Polizei für eigene Zwecke einzuspannen, also zu infiltrieren.

dphw-deutsches-moechtegernpolizei-hilfswerk

Ganz Sachsen und ganz Brandenburg lachen über das DPHW!

Derart weltfremdes Gebaren konnte nicht erfolgreich sein. Man fand in der Bevölkerung keinen Rückhalt und die kriminellen Aktivitäten zogen Konsequenzen nach sich: Gegen die mutmaßlichen Täter wird ermittelt, Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen fanden statt. Der „Pressesprecher“ der Bande, Holger F., befand sich mehrere Tage in Haft. Nach F.s  Freilassung hielt das DPHW die Füße still, der Schrecken saß tief. Auf der eigenen Homepage zerfloss man in Selbstmitleid – man verglich sich mit den Widerstandskämpfern gegen das Dritte Reich und mit Mahatma Gandhi. Der bislang letzte Eintrag stammt vom 18.04.2013:

Wir schreiben das hier, da wir wissen, dass man auf uns schaut und auf das Update GV 2.0 oder ähnliches wartet. Und selbst wenn es das gäbe, es befreit Euch nicht davon selbst tätig zu werden.

Damit wird indirekt eingeräumt, als militanter Arm der „Reichsbürgerbewegung“ versagt zu haben. Erneute Übergriffe gegen Gerichtsvollzieher („GV 2.0“) können sich die Möchtegern-Polizisten nicht leisten – aufgrund der laufenden Strafverfahren. Stattdessen fordert man die Leser mehr oder weniger auf, selbst zur Tat zu schreiten.

Unter dem Titel „DPHW derzeit sprachlos“ findet sich auf der Seite www. inforiot.de folgendes:

Nach den Hausdurchsuchungen in Sachsen und Brandenburg beim Führungspersonal des „Deutsche Polizei Hilfswerk“, der vergeigten Veranstaltung in Haßleben und der Festnahme ihres Pressesprechers in Leipzig scheint es der Truppe erst einmal die Sprache verschlagen zu haben.

Im gleichen Artikel werden weitere, interessante Gedanken geäußert:

Richtig ist, nicht alle, die sich dem Oberbegriff Reichsbürger zuordnen lassen, sind Nazis. Viele sind Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, einige sind Abzocker und andere sind einfach nur bekloppt. […] Gemeinsam ist ihnen, dass sie so tun als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und vorgeben, sich mit Gesetzestexten und Gerichtsurteilen auszukennen.

In einem aktuellen Artikel befasst sich das Blog Reichstypen und andere Zeitgenossen mit dem DPHW, dieses sei wieder aktiv geworden:

Nach der vorübergehenden Festnahme von Holger F. hat man vom Deutschen Polizeihilfswerk nicht mehr viel gehört. Doch jetzt schaut es wieder aus seinem Loch heraus. Auf seiner Website sind die für Mai bis Anfang Juli vorgesehenen Vorstellungstermine veröffentlicht.

…überdies wird auf die Verbindung hingewiesen, die zwischen DPHW und www.volksbetrug.net besteht.

Trotz der angekündigten Veranstaltungen (bei denen fraglich ist, ob sie denn tatsächlich stattfinden werden) ist nicht davon auszugehen, dass erneut DPHW-Mitglieder öffentlich in Uniform auftreten und gegen Gerichtsvollzieher oder andere Beamte gewalttätig werden. Zu erwarten ist vielmehr, dass die Besucher solcher Zusammenkünfte gegen den eigenen Staat aufgehetzt werden, dass  man sie zu „zivilem Ungehorsam“ und damit möglicherweise zu Straftaten anstiftet.

Das Problem dieser Leute ist, dass sie fast ausschließlich über das Internet kommunizieren, und wenn die Staatsanwaltschaft  dann auch nur  den PC eines einzigen Täters beschlagnahmt, so kommt sie doch dem ganzen Netzwerk auf die Spur.

Was das DPHW hier allerdings bietet, ist ohnehin nichts weiter als ein letztes, kraftloses Aufbäumen: Man kann sich die eigene Bedeutungslosigkeit einfach nicht eingestehen. Das DPHW ist tot, allenfalls noch ein zahnloser Zombie…

6 Kommentare leave one →
  1. Maya permalink
    10/05/2013 18:04

    Hm, die immer noch im Netzt befindliche Webseite dieses Vereins finde ich auf alle Fälle perfide. Sie versuchen den Eindruck zu erwecken, sie seien eine seriöse staatliche Gruppe, die mit der Polizei sogar zusammenarbeitet. Man begreift gar nicht wer dahinter steht und warum.

      • TOFCAS01 permalink
        14/05/2013 10:58

        Zunächst hatte ich dieses DPHW sogar höher eingeschätzt als es tatsächlich war. Ich erinnerte mich an diverse Vigillanzspinnereien die in den letzten 20 Jahren in der rechten Szene immer wieder aufflammten.

        -1992 war in Dresden ein selbsternannter Sheriff unterwegs gewesen der vor allem die örtlichen Zigarettenhändler überfiel. Später wurde er erschossen als er versuchte, einen Zuhälter zu erpressen (Quelle: Ingo Hasselbach Die Abrechnung. Ein Neonazi steigt aus)

        -In Villingen waren ebenfalls vor einigen jahren ein paar Selbsternannte unterwegs die am Ende daran scheiterten, daß sie farbige Autofahrern anhielten….bis sich jemand diese Schikanen nicht mehr gefallen ließ und Anzeige erstattete.

        Daß DPHW ist da offenbar noch ein Stück niedriger gewesen. Nichts als Uniformfetischisten und Möchtegernordnungskräfte. Als ob einer von denen Fähig wäre auch nur Ordnungsamtstätigkeiten zu leisten, geschweige denn Polizeiarbeit.

      • 14/05/2013 11:22

        Dem „DPHW“ ging es nicht einmal ansatzweise um Recht und Ordnung, sondern darum, sich gegenseitig bei Zechprellereien zu unterstützen, indem man sich den Gerichtsvollzieher vom Leibe halten wollte. Der Schuss ging ordentlich nach hinten los: Hausdurchsuchungen, Verhaftung des „Pressesprechers“, diverse Strafverfahren.

        Neuerdings kursiert ein abscheuliches Plakat, mit einer Zeichnung, die eine Art SA-Mann darstellt, und irgendwelchem Gelaber von „Behördenwillkür“: http://oi42.tinypic.com/33o7dcj.jpg

        Behördenwillkür, damit meinen Reichsdeppen natürlich ordnungsgemäß durchgeführte behördliche Maßnahmen, die ihnen nicht in den Kram passen. Eben insbesondere erfolgreiche Mahnverfahren, bei denen letztlich der Gerichtsvollzieher zum Einsatz kommen muss. Frei nach dem Motto: „Wo kämen wir denn hin, wenn jeder seine Schulden zahlen müsste …“

  2. gompf permalink
    12/05/2013 18:27

    Guten Abend,

    ich bin über einen Bekannten auf den ganzen Quatsch aufmerksam geworden, der meinte, für mich als Außendienstler wäre die OWI-Legende hilfreich (nein, ich habe meinen „Lappen“ noch und es gibt bisher auf lange Sicht keinen Grund dafür, dass sich dieses ändert).

    Es hat mich zugegebener Weise einen Sonntag gekostet das Thema für mich mal aufzurollen (wenig juristischer Sachverstand, Google überflutet mit diversen „Müll“), daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle für Ihren Einsatz danken.

    Ich bin im Moment nur noch etwas schockiert, dass von Andechs etc. diese Thesen ungestraft weiter verbreiten können, bin aber sehr froh, das „wir“ auch in dieser Sache ein paar Leute ähnlich fastix haben, die ihre Freizeit und ggF. persönliche Sicherheit opfern um dem entgegen zu treten. Unsere freiheitliche demokratische Grundordnung fällt uns hier etwas auf die Füße, die Vorteile überwiegen natürlich nach wie vor.

    Das einzige was mir in meinem Leben bisher noch abartiger aufgefallen ist als dieser Mist war ein Contergangeschädigter Nazi in Cottbus (sorry, Studienplatz), der mich für die Gründung seiner Partei gewinnen wollte und meinte mein „Ziegenbart ist unarisch“… der Typ wurde „Senf“ genannt, den hat er auch von sich gegeben.

    Danke für Ihren Einsatz!

    • 14/05/2013 11:26

      Danke für diesen und den zweiten „nicht-öffentlichen“ Beitrag“! Spenden für dieses Blog sind gewiss nicht nötig, das überlassen wir doch lieber den Esos und Reichis, die zwar nicht für sich selbst sorgen können, sich aber trotzdem kompetent fühlen, Deutschland neu zu organisieren. 😉

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