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„Reichsbürger“ Jens Bothe nach 40-tägiger Haft entlassen

13/05/2013

Jens Friedbert Bothe hat seit langem die Linie überschritten, in deren nächster Nähe sich sämtliche Deutschland-Leugner und Anhänger der Idee einer „Kommissarischen Reichsregierung“ stets bewegen. Er wird in den eigenen Kreisen nicht ernst genommen und erntet auch bei denjenigen, die die „reichsdeutsche“ Szene kritisieren, lediglich mitleidiges Kopfschütteln.

Bothes Kampf gegen die Bundesrepublik Deutschland findet im Wesentlichen in einem unansehnlichen Wohnwagen statt. Allenfalls noch auf dem Grundstück, auf dem dieses Gefährt permanent geparkt ist …. ein Grundstück, das offenbar Bothes Eltern gehört.

Meistens hockt Bothe („Kettwiesel“) vor einer Webcam, hält unleserliche Dokumente in die Kamera, zerschnippelte auch schon mal seinen Personalausweis. Er spricht einen ausgeprägten fränkischen Dialekt, wirkt nicht sonderlich gepflegt und schimpft in seinen Videos wie ein Rohrspatz.

Im Allgemeinen sind es die Bundesrepublik und die Juden, die seinen Unmut erregen, im Besonderen hadert er mit Richtern, Polizisten sowie allen möglichen Behördenmitarbeitern. Sie alle sind böse, schlecht und verdorben, nur er selbst, Jens Bothe, ist das Licht in der Dunkelheit. Selbstkritik ist ihm völlig fremd, und auf die Idee, dass er irgendwie im Unrecht sein könnte, auf die würde er niemals im Leben kommen. Bothe setzt subjektives Rechtsempfinden mit allgemeingültiger Gerechtigkeit gleich, deshalb erscheinen ihm behördliche Maßnahmen, die ihm nicht in den Kram passen, stets als schreiendes Unrecht.

Nach eigenen Angaben ist er Frührentner und schwerstbehindert. Warum er nicht im Hause seiner Eltern lebt oder in eine eigene Wohnung zieht, darüber macht er keine Angaben. Eigentlich interessiert sich niemand für Jens Bothe, er könnte in Frieden in seinem kleinen, deutschen Reich leben. Stattdessen sucht er ständig die Konfrontation mit den Behörden, und wenn dann deren Mitarbeiter bei ihm vorstellig werden, dann holt er seine Kamera hervor, filmt die Leute und stellt die Aufnahmen bei YouTube ein.

Was man in solchen Clips sehen konnte, besaß keinerlei Brisanz: Die Behördenmitarbeiter benahmen sich korrekt, obwohl Bothe sie ohne Unterlass mit seinen Litaneien nervte. Inzwischen ist fast alles wieder aus dem Netz verschwunden. Allerdings hatte das Ganze nun ein Nachspiel: Am 5. Mai 2013 stellte Jens Bothe ein YouTube-Video ein, in welchem er berichtet, soeben aus einer 40-tägigen Haft entlassen worden zu sein. Über die Hintergründe lässt er sich nicht weiter aus, spricht aber von seiner Befürchtung, dass der Staat ihn umbringen könnte; außerdem vergleicht er sich mit Gustl Mollath, dessen Fall in letzter Zeit für öffentliches Aufsehen sorgte.

Erst ein zweiter Clip lässt Rückschlüsse darauf zu, warum man Bothe ins Gefängnis steckte – nämlich aufgrund der Ton- und Videoaufzeichnungen, die er ohne Autorisierung durch die Betroffenen ins Netz stellte. Bothe verweist indes auf Schilder, die an seinem Wohnwagen angebracht sind, und auf denen er die Filmerei ankündigt. Dass solche Ankündigungen geltendes Recht nicht außer Kraft setzen, das versteht er nicht.

Am 19. Mai 2013 soll, so Bothe, ein Strafprozess gegen ihn stattfinden, und zwar wegen des Verdachts der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (§ 201 StGB). Hierbei drohen ihm eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Ob ein solches Verfahren sinnvoll ist, darf stark bezweifelt werden. Es ist ohnehin nicht nachvollziehbar, warum man Bothe 40 Tage lang wegsperrte, denn jedem Laien erschließt sich recht schnell, mit was für einer Person man es hier zu tun hat. Das Gericht wäre gut beraten, den Angeklagten nach § 20 StGB freizusprechen.

Eine Freiheitsstrafe hätte keinen Einfluss auf das zukünftige Verhalten Bothes, außerdem stellt er keine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Es gibt andere, humanere Methoden, um ihn von weiteren Rechtsverletzungen abzuhalten, zum Beispiel über den Weg der Betreuung. Das vorübergehende Kappen der Internetverbindung, die Wegnahme der Kamera, würden da schnell ihre Wirkung tun.

Aber natürlich ist es für einen Richter leichter, einen verwirrten Wohnwagenbesitzer in Haft zu nehmen, als beispielsweise einen prominenten Fußballmanager, der viele Millionen Euro hinterzogen hat.

8 Kommentare leave one →
  1. Aufstieg des Adlers permalink
    13/05/2013 13:37

    Wieder einmal ein schöner Artikel.
    Zur Frage, warum JFB inhaftiert war, konnten frühere Filme Aufschluß geben. Jens hatte jemanden beleidigt und dafür einen Strafbefehl über € 800,00 erhalten. Nachdem er selbst die Strafe nicht bezahlen konnte und auch sein Vater diesmal nicht gewillt war, dem Sohn die haft zu ersparen, mußte Bothe die Ersatzfreiheitsstrafe antreten.

    Anmerkung REICHSDEPPENRUNDSCHAU: Inzwischen (Stand Juli/2013) wissen wir, dass es tatsächlich um die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ging, also um die Filmerei und die Veröffentlichung auf YouTube. Bothe war zu 1200 EUR Strafe, ersatzweise zu 40 Tagen Haft verurteilt worden. Weitere 90 Tage Haft sind nunmehr wegen Beleidigung fällig.

  2. Anmerkung permalink
    13/05/2013 16:28

    Die 40 Tage waren eine Ersatzfreiheitstrafe, hatte also mit dem jetzt anstehenden Prozess überhaupt nichts zu tun, kurz das sind zwei verschiedene Verfahren, Vorgänge bzw. Taten.

    Anmerkung REICHSDEPPENRUNDSCHAU: Inzwischen hat Bothe das Urteil veröffentlicht, und selbiges bestätigt exakt das, was oben im Artikel zu lesen ist: „… nämlich aufgrund der Ton- und Videoaufzeichnungen, die er ohne Autorisierung durch die Betroffenen ins Netz stellte.“ Davon, dass er quasi im Voraus, für einen noch anstehenden Prozess, inhaftiert wurde, war ohnehin nirgendwo die Rede.

    In einem seiner zwischenzeitlich gelöschten Videos zeigt er auch seinen Behindertenausweis, den er wegen seiner psychischen Erkrankung hat bzw. auch die (Renten)Bescheide dazu (in dem Video ging es auch um Forderungen des Jugendamtes? wegen seines unehelichen Kindes, ihm ist nicht klar, warum man da überhaupt Geld bzw. Auskünfte von ihm haben will).

    Jens ist einfach wirklich krank. Das sollte man insgesamt schon berücksichtigen.

    Anmerkung REICHSDEPPENRUNDSCHAU: Dass er „wirklich krank“ ist, ist zu vermuten. Letztlich muss dies aber ein Mediziner entscheiden. Nichtsdestotrotz wird Bothe im Artikel ja recht moderat behandelt.

    • Anmerkung permalink
      14/05/2013 18:45

      Jens hatte ja auch schon ein Verfahren wegen der Filmerei und dem Online stellen. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war der Äuslöser sein Auftritt im Rathaus.

      Anmerkung REICHSDEPPENRUNDSCHAU: Inzwischen hat Bothe das Urteil ja veröffentlicht. Siehe meine Anmerkung weiter oben.

      Kurz, da gab es einige Vorfälle und einige Anzeigen. Für eines der Urteile (es sind soweit ich weiß mehrere) durfte er jetzt halt die Ersatzfreiheitsstrafe antreten.

      So ungewöhnlich finde ich die Durchsuchung zusammen mit der Abholung nicht unbedingt. Warum zweimal fahren, wenn man es mit einem Mal erledigen kann.

      Anmerkung REICHSDEPPENRUNDSCHAU: Was man als „normal“ oder „ungewöhnlich“ empfindet, spielt keine Rolle. Bezüglich der Hausdurchsuchung hat Bothe meines Wissens keinen Gerichtsbeschluss veröffentlicht.

      Jens gehört aber wirklich nicht ins Gefängnis, der gehört in eine entsprechende Einrichtung, richtig mit Medikamenten eingestellt und anschließend engmaschig betreut. Dann würde es ihm auch ganz bestimmt besser gehen.

      Anmerkung REICHSDEPPENRUNDSCHAU: Hmm … Eine Ferndiagnose, die auch gleich mit einem Einweisungsbescheid und einem detaillierten Therapieplan aufwartet. Und das bestimmt von jemandem ohne medizinisch-psychiatrische Vorbildung. Niemand gehört in die Geschlossene, nur weil er dummes Zeug redet. Die staatlichen Stellen haben offensichtlich richtig gehandelt, da Bothe ja keine Videos mehr bei YouTube einstellen will. Falls doch, würde, wie im Artikel vorgeschlagen, die Wegnahme des Equipments Wunder wirken.

  3. 16/05/2013 13:52

    Wieder einmal ein toller Bericht. Leider ist das ganze Material von Bothe zur Zeit nicht sichtbar. Im laufe des Tages werden wir auf Sonnenstaatland noch einen ergänzenden Beitrag veröffentlichen. Kettwiesel kann als „Reichsdeutsche“-Abschreck-Maschine bezeichnet werden. Im Grunde genommen ist er wirklich sehr wertvoll für die Bewegung. An seinem Beispiel kann man sehr gut sehen wohin diese kruden Thesen zur „BRD GmbH“ etc. führen.

    Mal ein anderes Thema: Gibt es eine Möglichkeit mit der Reichsdeppenrundschau in Kontakt zu treten, abseits der WordPress Seite ?

  4. Nunja permalink
    30/05/2013 22:06

    „Ketti“ ( Jens Bothe ) ist leider durchgedreht. Seit er einige Zeit unter der Fuchtel von Öff Öff, dem falschen Waldmenschen gelebt hat, glaubt er jeden Scheiß und häkelt daraus neue Staatstheorien. Jens Bothe hat mal ein kostenloses Büchlein verfasst, heißt „Gitarre ohne Noten“, kann man hier laden und ist gar nicht schlecht : http://download.chip.eu/de/Gitarre-ohne-Noten-PDF-14_1185716.html

    Der war tatsächlich mal ein lieber Kerl. Dieser Reichsscheiß ist sein Untergang weil er nicht in der Lage ist zu kapieren was er da tut. Er will nur Aufmerksamkeit um jeden Preis, was auch Symptom seiner Borderline-Störung ist. Macht ihn nicht so fertig. Er ist tatsächlich schwer krank. Einige Arschtritte braucht er aber.

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