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Bizarres Reichsdeppen-Treffen an den Externsteinen

22/05/2013
reichsdeppen_treffen

„Sonnenstaatland“-Artikel über das Reichsdeppen-Treffen. Bild anklicken, um den Bericht zu lesen!

„Die Externsteine sind eine markante Sandstein-Felsformation im Teutoburger Wald und als solche eine herausragende Natursehenswürdigkeit Deutschlands. Innerhalb von Nordrhein-Westfalen im Kreis Lippe gelegen gehören sie zu Horn-Bad Meinberg und sind von einer parkartigen Anlage umgeben“, schreibt Wikipedia.

Die Felsformation ist eine Touristenattraktion – zwischen einer halben und einer Million Menschen reisen jährlich an, um sie zu sehen. Für die überwiegende Mehrheit handelt es sich um eine landschaftliche Sehenswürdigkeit, aber es gibt auch eine Minderheit, die in den Steinen mythisch-okkulte Kräfte vermutet. Außerdem gehen rechtsextreme Kreise davon aus, dass die Externsteine einst die Kultstätte einer germanischen Hochkultur waren.

Wikipedia schreibt über die Zeit von 1933 bis 1945:

Das große Interesse der Nationalsozialisten an nachweisbaren germanischen Kultstätten erklärt sich aus der Entwicklung der sogenannten Völkischen Bewegung. Kernthese dieser sonst uneinheitlichen Bewegung war die Annahme einer germanischen bzw. nordischen Hochkultur vor den antiken Hochkulturen des Mittelmeerraums. […]Grundsätzlich und vorwiegend beschäftigten sich in der Zeit des Nationalsozialismus zwei verschiedene Organisationen mit der „Externsteinforschung“: die SS-Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V. und das sog. Amt Rosenberg.

Es verwundert also nicht, dass dieser Ort auch Rechtsradikale, Esoteriker und Spinner jeglicher Couleur anlockt:

Festivalartig finden in jedem Jahr zur Walpurgisnacht und Sommersonnenwende die deutschlandweit größten, informell organisierten Treffen vieler Gruppen und Einzelpersonen aus dem esoterischen Spektrum statt.

Und:

Bereits 1953 verbrachte die Hitler verehrende Wahl-Inderin Savitri Devi eine Nacht in einer Höhlung der Externsteine, die sie als altgermanisches Heiligtum ansah. Sie erzählt, sie habe dort Tod und Wiedergeburt erlebt und bei Sonnenaufgang den Namen vedischer Götter sowie den Hitlers von einem Felsen herabgerufen. […]Ein Symbol sind die Externsteine auch für Gruppen wie die Freien Kameradschaften.

Die heutigen „Reichsbürger“/“Reichsdeutschen“ sind am äußersten rechten Rand zu verorten, und in der Regel sind sie Anhänger der braunen Esoterik. Demzufolge erstaunlich, dass bislang keine Fans des untergegangenen Deutschen Reiches an den Externsteinen gesichtet wurden. Aber vor einigen Tagen war es so weit: Von „Reichskanzler“ Schittke, über „Honigmann“ Ernst Köwing bis hin zu Mario R. und Frank B. waren sie (fast) alle da! Was die Truppe dort trieb und welche Reden geschwungen wurden, das ist ohne Belang. Ein kleines Augenmerk soll lediglich auf Frank B. (der sich auch „Aufstieg des Adlers“ nennt) gerichtet werden.

Frank B. ist Langzeitarbeitsloser und sieht sich aufgrund irgendwelcher Wehwehchen nicht in der Lage, eine Tätigkeit aufzunehmen; er lebt nach eigenem Bekunden von Hartz IV. Wie die meisten „Reichsdeutschen“ ist er völlig von jenem Staat abhängig, dessen Existenz er nicht anerkennt, den er vernichtet sehen möchte. Frank B. regt sich gern fürchterlich auf (bis hin zur Hysterie), was man in zahlreichen YouTube-Videos belächeln kann. Fast könnte es einem leidtun, dass er das Ende der Bundesrepublik Deutschland niemals erleben wird. Andererseits geht es ihm ja hier recht gut (wie man am Wohlstandsbäuchlein im weiter unten eingebundenen Video erkennen kann) und die verhasste Bundesrepublik Deutschland wird ihm zweifellos in einigen Jahren, und dann bis ans Ende seiner Tage, die Mindestrente zahlen.

Ein Leben ohne Mühe und Sorgen, möchte man meinen. Aber wer keine Probleme hat, der macht sich eben welche: Bei Frank B. sieht das dann so aus, dass er pausenlos an Juden denkt – sein erster Gedanke nach dem Aufwachen gilt ihnen, was dann bis zum Einschlafen anhält. Natürlich ist er den Juden nicht wohlgesonnen, sonst wäre er schließlich kein „Reichsdeutscher“. Die üblichen antisemitischen Klischees blubbern nur so aus ihm heraus, und jeder, der ihm zuhört weiß: „Aha, da spricht einer, der keine Ahnung hat!“ Ein positives Vorurteil besagt, dass Juden sehr klug und sehr fleißig seien. Vielleicht mag Frank B. deshalb keine Juden. Weil sie doch so ganz anders sind als er selbst.

Auch während des reichsdeutschen Ausfluges zu den Externsteinen ließen ihn seine Zwangsgedanken nicht los. Statt die schöne Landschaft und das herrliche Wetter zu genießen, meldete sich B. zu Wort und referierte – na, über wen oder was wohl? Die Antwort erfährt man hier, ab Sekunde 41:

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6 Kommentare leave one →
  1. Aufstieg des Adlers permalink
    24/05/2013 10:54

    Wohl neidisch auf meine Plautze, wa?

  2. Syssi permalink
    25/05/2013 18:41

    Schmeiß´ doch mal Gerste und Hopfen in einen Pott Wasser und erzähl´ dem von deinem Judenhass – innert Minuten wird dann ein schmackhaftes, braunes Bier entstehen, welches du dann als Heil!-Bier teuer verkaufen kannst.

    • 27/05/2013 13:18

      Tatsächlich gab es rund 20 Kommentare unter diesem Artikel, allesamt von jenen Schmierlappen, die ihre staatlich alimentierte Freizeit vorwiegend im Honigmann-Blog verbringen. Da hier über Reichsdeppen geschrieben, aber nicht mit ihnen diskutiert wird, landeten die grenzdebilen Ergüsse – die man allesamt nach dem ersten Satz identifizieren konnte – ungelesen im Müll. Der „Adler“, der hier bisher schrieb, ist eigentlich jemand, der das arbeitsscheue Original beim Honigmann persifliert. Allerdings hat der Honigmann vor einiger Zeit die Emailadresse veröffentlich, so dass jeder diese Identität nutzen kann. Drum ist die Emailadresse hier nun auch gesperrt.

  3. Maya permalink
    01/06/2013 12:03

    Zitait: „Frank B. ist Langzeitarbeitsloser und sieht sich aufgrund irgendwelcher Wehwehchen nicht in der Lage, eine Tätigkeit aufzunehmen…“

    Der Typ kann sich nur freuen, dass er nicht wirklich in der Zeit lebt, in der seiner Meinung nach Milch und Honig floss. Ich glaube im Deutschen Reich hätte man so einen nicht mit Hatz IV. allimentiert sondern ins Arbeitslager gesteckt.

    • 12/06/2013 08:56

      Die Reichsdeppen haben nicht nur keine rechtlichen Kenntnisse, sondern wissen auch rein gar nichts über die deutsche Geschichte. Im Deutschen Reich hatte es der einfache Bürger nicht gerade leicht: die Sozialleistungen waren, wenn man denn überhaupt einen Anspruch hatte, ziemlich bescheiden. Überhaupt: Hunger, innere Unruhen, Behördenwillkür, Kriege mit Millionen von Toten. Wenn man die heutigen „Reichsbürger“ und Honigmännchen mit einer Zeitmaschine dorthin beamen würde, dann würde sich die ganze Mischpoke in eine versteckte Nische hocken und den ganzen Tag bitterlich weinen …

      • 12/06/2013 16:50

        Wenn man die heutigen “Reichsbürger” und Honigmännchen mit einer Zeitmaschine dorthin beamen würde, dann würde sich die ganze Mischpoke in eine versteckte Nische hocken und den ganzen Tag bitterlich weinen …

        Entweder das oder sie denken sich einfach was neues aus, mit der sie dem Staat die Rechtlichkeit absprechen.

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