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Peter Fitzek bittet seine Hofnarren zur Konferenz

27/05/2013
Desinformationsminister

„Comical-Ali“ – Peter Fitzeks zukünftiger Pressesprecher?

Wer erinnert sich noch an Muhammad as-Sahhaf, der bis zum Zusammenbruchs des Hussein-Regimes als „Informationsminister“ des Iraks fungierte?

Besser bekannt war er unter dem Namen Comical-Ali, weil er der Öffentlichkeit die Rückzugsgefechte der irakischen Armee als Erfolg verkaufen wollte, während er den Siegeszug der amerikanischen und britischen Invasionstruppen zur schmählichen Niederlage umdeutete.

Insbesondere seine […] Presseerklärung, die einrückenden US-Soldaten beendeten angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit irakischer Truppen vor den Toren Bagdads massenhaft ihr Leben durch Suizid, sorgte für allgemeine Erheiterung. […] Während Sahhaf noch davon sprach, die amerikanischen Truppen endgültig abgewehrt und vernichtend geschlagen zu haben, war bereits Gefechtslärm im Hintergrund zu hören. (Wikipedia)

Man sah Sahhaf mitunter auch in einem Besprechungsraum sitzen, gemeinsam mit irakischen Generälen und Diktator Saddam Hussein höchstpersönlich. In diesen Runden wurde stets gelacht, man mokierte sich über die Amerikaner, über deren „illegitimen Angriff“ und „militärische Unfähigkeit“. Man versuchte gelöst und heiter zu wirken, aber die Zuschauer spürten, dass diesen Menschen die nackte Angst im Nacken saß.

Eine ähnliche Konferenz, wenn auch eine ganz gehörige Nummer kleiner, fand vor einigen Wochen in der Lutherstadt Wittenberg statt. Peter Fitzek, der „Oberste Souverän“ des nicht existierenden „Königreichs Deutschland“ hatte zu einem Stuhlkreis geladen, um eine Demütigung zu verarbeiten, die ihm der deutsche Staat am 25.04.2013 beschert hatte: Eine von der Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) veranlasste Razzia, innerhalb von ihm und seinen Anhängern genutzten Räumlichkeiten, bei der zahlreiche Datenträger und Dokumente beschlagnahmt wurden.

Bis heute haben die Behörden nicht alles ausgewertet und das Verfahren nicht abgeschlossen, aber für Fitzek war die Sache bereits am Tage der Hausdurchsuchung klar: Es wurde nichts Belastendes gefunden, die Polizeiaktion war illegal, und er selbst ist sowieso eine Lichtgestalt, die über alles erhaben ist. Auch seine wenigen verbliebenen Anhänger befinden sich stramm auf diesem Kurs. An der „Konferenz“, von der hier die Rede ist und die man sich auf YouTube ansehen kann, nahmen – abgesehen von Fitzek – dreizehn Personen teil.

Tatsächlich handelte es sich um eine reine Propagandaveranstaltung, um Außenstehende davon zu überzeugen, dass mit „Neudeutschland“ bzw. dem „Königreich Deutschland“ alles in Ordnung sei: schließlich benötig man dringend Geldgeber, um das sektenartige Gebilde am Leben zu erhalten. Aus einem Bettelbrief, den Fitzek im Internet veröffentlichte, geht hervor, dass Mitgliederbeiträge ausbleiben, und in einem Video gab er zu, dass enorme Schulden auf ihm lasten. Also gibt man sich im Video munter und heiter; die Polizeiaktion sei eine „unbezahlbare Werbeaktion“ gewesen, für die man sehr dankbar sei.

Obgleich nichts wirklich Lustiges erzählt wird, kichert die Truppe ständig. Eine leicht durchschaubare Selbstberuhigung – in der Art, wie sie auch vom eingangs erwähnten Muhammad as-Sahhaf praktiziert wurde.

Kleine_Koenige

Kleine Könige und Stuhlkreise gibt es auch im Kindergarten. Der Nachwuchs dort ist aber meistens nicht so naiv wie es die „Neudeutschland“-Anhänger sind.

Dass Peter Fitzek mitunter als „guter Redner“ und als „intelligent“ bezeichnet wird, mutet seltsam an. Weder seine „Karriere“ – im Grunde genommen eine Aneinanderreihung gescheiterter Projekte – noch seine Fehlinterpretationen gesetzlicher Texte sprechen für einen sonderlich ausgeprägten Intellekt. Fitzeks Äußerungen, das Völkerrecht betreffend, sind sogar blanker Unsinn. Dieser Mann vermag nicht logisch, stringent zu denken, was sich auch im gesprochenen Wort wiederfindet: Es gibt kaum einen Satz von Fitzek, den man ohne Nachbearbeitung niederschreiben könnte. Er verhaspelt sich, wiederholt sich ständig, und nur selten stimmt die Syntax. Beispielhaft eine Äußerung, die er während der „Konferenz“ von sich gab und die sich auf die Hausdurchsuchung bezog:

Ich bin noch hier, und wenn irgendetwas gefunden worden wäre, was ich strafbarer Weise getan hätte, dann würde ich jetzt nicht mehr hier sitzen. (Minute 20:15)

Offenbar manifestiert sich hier die kindliche Vorstellung, dass jeder ertappte Ganove sofort in Handschellen gelegt und anschließend in eine vergitterte Zelle gebracht wird. Derartiges mag in Fernsehserien wie „Bonanza“ vorkommen, in der Bundesrepublik Deutschland wird das jedoch anders gehandhabt:

1. Kommt man nicht für jede Straftat ins Gefängnis.

2. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam – oft dauert es Jahre, bis eine Haftstrafe ausgesprochen wird.

3. Wird man zur Haft verurteilt, dauert es in der Regel einige Zeit bis zum Antritt der Strafe.

Also nix mit Eloquenz oder Intellekt. Die einzige „Kunst“, die Fitzek beherrscht, ist die, Leute um sich zu versammeln, die Probleme damit haben, selbständig zu denken – er zieht „magisch“ Leute an, die wie kleine Kinder an die Hand genommen werden möchten. Im besagtem Video leiern seine Anhänger pflichtbewusst das nach, was ihr „Oberster Souverän“ ihnen vorgeben hat. Fitzek-Jünger Ralf K. beispielsweise reitet darauf herum, dass manche Polizisten angeblich nicht wussten, worum es bei dem Einsatz eigentlich ging.

Auf die Idee, dass die Beamten sich bewusst bedeckt hielten, beispielsweise um Diskussionen aus dem Wege zu gehen, kommt Ralf K. natürlich nicht. Zudem ist ihm nicht klar, dass es im Vorfeld einer Haussuchung ratsam ist, nur wenige Personen einzuweihen. Damit wird gewährleistet, dass nichts von der bevorstehenden Razzia durchsickert.

Des Weiteren moniert Ralf K., dass den Beamten die Haager Landkriegsordnung nicht bekannt war. Was hat es aber mit dieser Haager Landkriegsordnung auf sich?

Die Haager Landkriegsordnung enthält für den Kriegsfall Festlegungen zur Definition von Kombattanten, zum Umgang mit Kriegsgefangenen, zu Beschränkungen bei der Wahl der Mittel zur Kriegführung, zur Verschonung bestimmter Gebäude und Einrichtungen von sozialer und gesellschaftlicher Bedeutung, zum Umgang mit Spionen, für Kapitulationen und Waffenstillstandsvereinbarungen sowie zum Verhalten einer Besatzungsmacht in einem besetzten Territorium. Wikipedia

Warum sollten die Polizisten sich damit auch beschäftigt haben? Sie sind keine Soldaten, befinden sich nicht auf besetztem Territorium:

Die Alliierten haben den 2. Weltkrieg für beendet erklärt, und zunächst durch die Pariser Verträge und später durch die Zwei-plus-Vier-Verträge ist die Bundesrepublik Deutschland vollständig souverän geworden. Welcher der Alliierten hat diese offiziellen Erklärungen und Vereinbarungen im Nachhinein für nichtig erklärt? Und welches Land behauptet von sich, Deutschland besetzt zu halten? Eine plausible Erklärung hierzu können Fitzek und Konsorten nicht beibringen. Die Behauptung, die Bundesrepublik Deutschland sei ein besetztes Land oder befände sich im Kriegszustand, ist eine bewusste Lüge oder Ausdruck krankhafter Wahnvorstellungen.

Im Video wird der Verdacht ausgesprochen, dass während der Hausdurchsuchung auch die Steuerfahndung vor Ort gewesen sei. Hier stellt sich die Frage, warum man im Königreich Fitzek solche Angst vor der Steuerfahndung hat, wenn doch angeblich alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Es wäre, im Gegenteil, doch nur recht und billig, wenn es eine Überprüfung dahingehend gäbe, ob für das Abhalten kostenpflichtiger „Seminare“ und den Verkauf esoterischen Klimbims ordnungsgemäß Steuern bezahlt werden. Letztlich ist das „Königreich Deutschland“ nichts weiter als eine Firma.

Auffällig in diesem Zusammenhang ist, dass Rechtsanwalt Rico Sch., der Fitzek bislang zur Seite stand, an der „Konferenz“ nicht teilnahm. Seit einiger Zeit ist wird er auf der hauseigenen Homepage nicht mehr als Teammitglied aufgeführt. Hat er das sinkende Schiff verlassen?

Martin Sch., ein besonders anhänglicher Paladin, saß hingegen an Fitzeks Seite – auffällig dabei, dass die beiden fast die ganze Zeit über Körperkontakt hielten. Möglicherweise ein Zeichen der gegenseitigen Abhängigkeit: man benötigt einander, um sich die Illusion einer intakten Phantasiewelt noch ein wenig zu erhalten. Einen recht unangenehmen Eindruck (insbesondere auch vom Haarschnitt her) hinterließ wiederum Andreas N., der sich bei der berüchtigten „Keiner-verlässt-den-Raum“-Konferenz (November 2012) als Türsteher betätigte und aufmüpfige Fitzek-Jünger widerrechtlich daran hinderte, das „Königreich“ zu verlassen.

Peter Fitzek erfasst nicht, dass auch das jetzt veröffentlichte Video nichts an seiner prekären Lage ändern wird. „Neudeutschland“ ist eine Luftnummer, die ihren Zenit längst überschritten hat. Der erdrückende Schuldenberg wird nicht kleiner, die Zahl der beitragsleistenden Mitglieder hingegen schon. Der Ofen ist aus.

Statt den Tatsachen ins Auge zu sehen, gibt man sich der lächerlichen Hoffnung hin, staatliche Stellen, Polizisten und andere Beamte würden sich dem „Königreich Deutschland“ anschließen. In einigen Monaten werden sich die Fitzek-Jünger fragen, wie sie jemals so dumm sein konnten, einem solch weltfremden Guru zu folgen.

Fitzefatze_Kommentar

Interessanter Kommentar im „Niederrheiners“-Blog!

6 Kommentare leave one →
  1. Wilki permalink
    28/05/2013 07:57

    „In einigen Monaten werden sich die Fitzek-Jünger fragen, wie sie jemals so dumm sein konnten, einem solch weltfremden Guru zu folgen.“

    … das werden sie sich fragen, während sie wahrscheinlich bereits dem nächsten Guru folgen.

  2. TOFKAS01 permalink
    29/05/2013 12:21

    Letztenendes wundern mich nur die Schulden. Normalerweise hat ein Guru keine Schulden sondern lebt von der Kohle seiner Jünger. Eine Sekte zeichnet sich ja dadurch aus daß ein Guru vom Kapital seiner Schäfchen lebt und die Schäfchen am Ende ohne Mittel dastehen.

    Also entweder hat Fizek massiv ***** oder schlicht alles *****.

    • 29/05/2013 12:48

      Bitte keine nicht nachgewiesenen Straftaten unterstellen. Meines Erachtens hat sich Fitzek finanziell einfach übernommen. Zweifellos glaubt er an seine eigenen Phantastereien, dass er auserwählt sei, Deutschland zu führen und die Welt zu retten, so dass er die Brisanz der Lage nicht erfasst. So oder so – die Realität wird ihn einholen.

  3. 29/05/2013 19:09

    Tolle Runde. Teil 2 lohnt sich noch mehr. Fitze veröffentlicht kurze Gespräche mit den zuständigen Beamten. Querulantentum vom feinsten.

  4. noldor9 permalink
    31/05/2013 09:13

    Bei Stuhlkreis muss ich immer an geistigen Stuhlgang denken.

  5. Yannick245 permalink
    03/11/2013 18:17

    Die Haager Landkriegsordnung hat es den Reichsdeppen ganz schön angetan…

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