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Wenn Reichsdeppen besoffen mit dem Fahrrad fahren

11/06/2013
besoffener_reichsdepp

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In Bezug auf die „Reichsbürger“-Bewegung existiert ein Klischee, welches besagt, dass diese Leute meist aus dem Beitrittsgebiet stammen, dass sie ungern einer geregelten Arbeit nachgehen, stattdessen Sozialleistungen (Hartz IV) von jenem Staat kassieren, der ihrer Meinung nach gar nicht existiert.

Auch sind „Reichsdeutsche“ nicht für ihre überragende Intelligenz bekannt, eher für einen IQ, der meist deutlich unter 70 Punkten liegt. Und spätestens seitdem bei YouTube Aufnahmen der sogenannten Neuschwabenland-Treffen (unter der Führung von Dr. Axel Stoll) herumschwirren, weiß man, dass dieser Personenkreis dem Alkoholkonsum gegenüber äußerst aufgeschlossen ist (die Frage „Wer hat Warsteiner bestellt?“ hat inzwischen Kultstatus erreicht).

Und immer wieder sind es die Reichsdeppen selbst, die all diese Vorurteile bestätigen. Vor einigen Tagen berichtete die „Märkische Allgemeine“ von einem 18-Jährigen, der betrunken mit dem Fahrrad in Falkensee (nahe Berlin) unterwegs gewesen sei. Als die Polizei ihn anhielt, habe er einen Phantasieausweis des Deutschen Reiches vorgezeigt und  sich dahingehend geäußert, dass für ihn die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland nicht gelten. Beim Alkoholtest sei ein Wert von zwei Promille erreicht worden.

Das Spaßdokument wurde dem Bericht zufolge einkassiert, nicht näher beschriebene Ermittlungen aufgenommen. Ein wenig befremdlich wirkt, dass die „Märkische Allgemeine“ den jungen Mann gleich zwei Mal als „Neonazi“ tituliert, denn offenbar trug er weder eine Hakenkreuz-Tätowierung auf dem Oberarm, noch hat er die Polizeibeamten mit „Heil Hitler!“ begrüßt. Es stimmt, dass „Reichsbürger“ mit der Demokratie wenig am Hut haben, dass die Grenzen zur Rechtsradikalität fließend sind und häufig überschritten werden – aber ist es legitim, diesen Menschen grundsätzlich eine nationalsozialistische Gesinnung zu unterstellen? Im Mai dieses Jahres beschäftigte man sich auf news.de mit der „Nazi-Frage“. Unter dem Titel „Für Reichsbürger ist die BRD eine GmbH“ wurde gefragt:

Neue Nazis, alte Nazis oder einfach nur bekloppt?

Die News-Seite handelte das Thema „Reichsbürger“ zunächst grundsätzlich ab und kam dann zu der Bewertung:

Doch bei kurios und krude bleibt es eben nicht. Revisionismus und Rechtsextremismus gehen Hand in Hand. So freut sich die „Selbstverwaltung Deutsches Reich“, dass Spanien die Leugnung des Holocausts als Meinungsäußerung erlaubt. Der Verfassungsschutz Brandenburg nennt als Reichsbürger unter anderem Dr. Reinhold Oberlercher vom rechtsextremen Deutschen Kolleg, den vom Links- zum Rechtsextremismus konvertierten Horst Mahler und Meinolf Schönborn, den Ex-Vorsitzenden der 1992 verbotenen Nationalistischen Front.

Die Autorin (Isabelle Wiedemeier) wies zudem auf die „Neue Gemeinschaft von Philosophen“ hin, auf deren Homepage im Februar ein Hetzschreiben aufgetaucht sei, dass explizite Drohungen gegen Ausländer zum Inhalt gehabt habe.

BRD-Gmbh

Nazi oder nicht Nazi? – das ist bei den „Reichsbürgern“ stets die Frage …

Solche Vorfälle müssen tatsächlich sehr ernst genommen werden … wie überhaupt das Phänomen „Reichbürger“ genauer untersucht werden sollte. Bis dahin kann man sich jedoch getrost an die folgenden schönen Sätze halten, die aus Artikel „DPHW derzeit sprachlos“ (inforiot.de) stammen:

Richtig ist, nicht alle, die sich dem Oberbegriff Reichsbürger zuordnen lassen, sind Nazis. Viele sind Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, einige sind Abzocker und andere sind einfach nur bekloppt. Jeder kann sich da aussuchen, wo er sich hinpacken möchte, Mehrfachnennungen sind möglich. Gemeinsam ist ihnen, dass sie so tun als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und vorgeben, sich mit Gesetzestexten und Gerichtsurteilen auszukennen.

In Wirklichkeit sind sie Opfer der copy-and-paste-Generation, die vermeintliche Belege von Gleichgesinnten abkupfern, ohne sie zu überprüfen. Meistens geht es darum zu Beweisen, dass es die Bundesrepublik als Staat gar nicht gibt, eine GmbH ist und das Deutsche Reich weiter existiert.

One Comment leave one →
  1. Holperbald permalink
    22/04/2015 19:08

    Gut, der Kerl ist 18, und damit mit grosser Wahrscheinlichkeit noch ziemlich pubertär.

    Insofern würde ich das anders bewerten als einen 45-jährigen.

    Will sagen: Ich bin zuversichtlich, dass aus dem noch was werden kann…

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