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Mario Romanowski und die urst gemütliche Einraumwohnung

04/07/2013
mario_romanowski

Mario ist nicht nur heilkundig sondern auch rechtsgelehrt!

Mario Romanowski (Künstlername: Mario-Heinz Kiesel) gehört zu den aktivsten Akteuren der „reichsdeutschen“ Szene. Der Endfünfziger mit der prägnanten Zahnbestückung und dem extra-ordinären Dialekt ist aufgrund seiner YouTube-Verrücktheiten bekannt wie ein bunter Hund.

Mario glaubt an alles, an was man als Reichsdepp so zu glauben hat: Chemtrails, HAARP, NWO und BRD GmbH. Außerdem ist er überzeugt davon, dass in absehbarer Zeit Nazi-Ufos auftauchen werden, um Rache an den ehemaligen West-Alliierten zu nehmen.

Noch warten diese „Reichsflugscheiben“ in der hohlen Erde oder hinterm Mond auf den richtigen Moment zum Zuschlagen. Mario bereitet indes die Menschheit auf die bevorstehende NS-Invasion vor, indem er seine Weisheiten täglich bei YouTube veröffentlicht. Hierbei unterliegt er der Selbstverpflichtung, in jedem Video mindestens 43x die Abkürzung „BRD“ zu verwenden. Derartiger SED-Jargon wurde ihm schon als FDJ-Pimpf eingeimpft, denn Mario stammt selbstverständlich aus der ehemaligen Ostzone.

Reichsdeppen_Flugscheiben

An einem geheimen Ort werden „Reichsflugscheiben“ getestet, um sie bei geeigneter Gelegenheit gegen die Bundesrepublik Deutschland , die USA und Israel zum Einsatz zu bringen.

Jetzt lebt er im bösen Westen, in Berlin-Spandau. Wie die meisten „Reichsdeutschen“ ist Mario Hartz-IV-Empfänger und lässt sich von jenem Staat alimentieren, dessen Existenz er nicht anerkennt. Im Juni beschloss er, dass es an Zeit sei, mal ordentlich in jene Hand zu beißen, die ihn füttert. Mit versteckter Kamera begab er sich ins Spandauer Jobcenter … Natürlich nicht, um sich dort nach einer Arbeitsstelle zu erkundigen, sondern um ordentlich Stunk zu machen.

Faule_Reichsdeutsche

Die Leute im Jobcenter sorgen seit Jahren dafür, dass Mario fürs Nichtstun bezahlt wird, und das wollte er sich verständlicherweise nicht so einfach gefallen lassen. Einen Termin hatte er nicht, denn nur er allein bestimmt, wann er vorbeikommt – das ist schließlich sein gutes Recht als Reichsbürger! Die Mitarbeiter haben sich gefälligst nach ihm, Mario Romanowski, zu richten.

Er scheitert allerdings bereits an der Frau am Empfang, von der er verlangt, sie möge sich ihm gegenüber legitimieren. Ein Wachmann eilt herbei, der den Querulanten erst einmal beiseite nimmt. Mario gibt jedoch keine Ruhe, er leiert den üblichen Reichsdeppen-Sermon herunter. Leute wie er reden aus irgendeinem Grund ständig über Adolf Hitler und über die Nazizeit; in dieser Hinsicht besteht eine regelrechte Fixierung. Der Wachmann ist von diesem Geschwätz allerdings weniger begeistert, und schließlich erscheint die Polizei und führt Mario ins Freie.

Auch der gegenüber fängt Mario mit seiner üblichen Litanei an, doch bei einem der Beamten ist er, insbesondere was sein zwanghaftes „BRD“-Gerede angeht, an den Richtigen geraten. Der Polizist korrigiert ihn:

Wir sind hier nicht die BRD, wir sind die Bundesrepublik Deutschland!

Mario Romanowski zeigt den Beamten seinen „Personenausweis“, den er sich bei Reichsdeppenkanzler Schittke bestellt hat. Ein solches Papier darf er durchaus besitzen, denn es handelt sich – wie die deutsche Justiz rechtskräftig festgestellt hat – keinesfalls um eine Urkundenfälschung, sondern um ein reines Jux-Dokument, vergleichbar mit einem „Ausweis“, den ein aus Grundschülern bestehender Detektivclub herausgibt.

Doch das ist ein Sachverhalt, den Mario nicht verstehen kann und nicht verstehen will. Als er wieder mit seinem „BRD“-Fetisch beginnt, wird er von dem Polizeibeamten barsch unterbrochen:

Bundesrepublik Deutschland, ja! Wir sind hier nicht im Ostteil!

Und plötzlich wird der große, reichsdeutsche Held Mario Romanowski ganz kleinlaut:

Tut mir leid, wenn ich da verbal entgleist bin!

Daraufhin der Beamte:

Ich habe jahrelang den Schwarzen Kanal gesehen, mit Sudel Ede, das hat mir gereicht.

Mario kann sein „BRD“-Stakkato jedoch nicht unterlassen (er ist schlicht und einfach besessen von dieser Abkürzung), woraufhin sich der Beamte zu der köstlichen Bemerkung hinreißen lässt:

Hören Sie doch mal auf mit der B R D – ich kann es nicht mehr hören! Sie haben wohl auch eine „Einraum“-Wohnung und die ist „urst“ gemütlich, was?

Das Ende vom Lied ist, dass die Leitung des Jobcenters dem „BRD“-Bürger Mario Romanowski Hausverbot erteilte. Möglicherweise wurde auch Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt.

Statt endlich mal ein paar Bewerbungen zu schreiben, setzte sich Mario tags darauf auf den Balkon, vor seine Digicam, und gefiel sich 44 Minuten lang in Selbstmitleid. Dieser Mann hat eine Frau und zwei Kinder – er sieht sich nicht in der Lage, für seine Familie zu sorgen. Er kann sich noch nicht einmal selbst ernähren. Wie alle Reichsbürger mag er keine Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen; Schuld an seiner (angeblichen) Misere sind stets andere. Die Bundesrepublik Deutschland, respektive deren steuerzahlende Bevölkerung, müssen für ihn aufkommen, die er dafür aus „lauter Dankbarkeit“ verunglimpft.

In diesem Staat läuft tatsächlich etwas schief. Aber anders, als Mario Romanowski annimmt.

Beitrag aktualisiert am 17.12.2013

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3 Kommentare leave one →
  1. Mabuse permalink
    04/07/2013 18:25

    Da hilft nur noch Bartocast . . .
    Guckst Du:

    http://bartocast.de/?p=175

    Viel mit Spass . . .

  2. Max permalink
    08/07/2013 00:40

    Wieso nimmt der einen vollgeeumelten Jutesack mit ins Jobcenter? 😄

    • Oliver permalink
      09/07/2013 15:06

      er denkt vermutlich das gehört sich so.

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