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Jens Friedbert Bothe wird jetzt regelmäßig von der BRD GmbH entführt

08/07/2013

jens_bothe

Am 27. Mai 2013 hatte „Reichsbürger“ Jens Friedbert Bothe angekündigt, sich aus dem Internet zurückziehen zu wollen; zumindest sollte es keine neuen YouTube-Videos mehr von ihm geben. Diese Ankündigung war ursprünglich einem Artikel zu entnehmen, der den Titel „Distanzierung von diversen Gruppierungen und Personen“ trug und in Bothes WordPress-Blog „Ökoinsel Kettwiesel“ erschien. Er behauptet dort nach wie vor:

sonnenstaatland.wordpress.com und reichsdeppenrundschau.wordpress.com sowie andere kopieren unerlaubt meine Filme, verfälschen Sie durch neue Zusammenschnitte, so das der ursprünglichen Sinn meiner Filme / Texte! (entfernung von Einleitung) Nicht mehr der ist als das was es ursprünglich gedacht war!

Als „Beweis“ veröffentlichte er jetzt (der Artikel wurde mehrfach aktualisiert) zwei Fotomontagen, die allerdings nie im Blog Sonnenstaatland oder in der Reichsdeppenrundschau erschienen sind. Was die Veröffentlichung von Filmen angeht, so wurden in der Reichsdeppenrundschau Videos eingebunden, die aus Bothes eigenem YouTube-Kanal stammen. Abgesehen davon wurde zu folgendem Clip hin verlinkt:

Bothe_Video

Bild anklicken, um das Video zu sehen!

Bothe äußert sich darin folgendermaßen:

Wir wissen ja, dass Google YouTube geschluckt hat. Ich habe schon angekündigt, Leute, ihr könnt euch darauf einstellen, dass wahrscheinlich 90% der Videos auf YouTube verschwinden werden, nachdem das in jüdischer Hand oder besser gesagt in Freimaurer-Hand ist.

Dieses Video wurde weder neu geschnitten, noch wurden andere Manipulationen daran vorgenommen. Deshalb sind auch die Texteinblendungen authentisch, die ab Minute 2:10 zu sehen sind. Es ist von Edward Kasner und dessen Neffe Milton Sirotta die Rede, die gemeinsam den Begriff„googol“ prägten. Bothe weist wiederholt darauf hin, dass es sich bei beiden Personen um Juden handelte. Es folgt die unsinnige Behauptung, der wirkliche Name des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl laute ebenfalls Kasner. Anschließend weist er darauf hin, dass der Geburtsname der jetzigen Kanzlerin Angela Dorothea Kasner ist und fügt absurde Falschinformationen hinzu:

Ja was für ein zufall was? Genau wie das Merkel keinen Deutschen Pass hat sondern einen Israelischen ! seltsamme zufälle was ?

Es ist mehr als offensichtlich, dass sich Jens Friedbert Bothe hier eine jüdische Weltverschwörung zusammenphantasierte, und es ist zu begrüßen, dass ihm dies inzwischen unangenehm ist. Allerdings sollte er sich dann von seinen eigenen Aussagen distanzieren und nicht von der Reichsdeppenrundschau, die seine antisemitischen Ausfälle lediglich dokumentierte. Von echter Einsicht kann ohnehin keine Rede sein. Im gleichen Blog-Artikel veröffentlichte Bothe einen anti-jüdischen „Witz“, den er von dem Berliner Neonazi Frank B. („Aufstieg des Adlers“) übernommen hatte:

Oder wie Adler so schön sagte, … denen wächst vor Angst die Vorhaut nach ! Wer meinen Humor nicht abhaben kann, ist mir ebenfals scheißegal!

Jens Friedbert Bothe wird von der Internetgemeinde ausgelacht, verachtet, verspottet und nicht selten auch bemitleidet. Natürlich gibt es auch einige Verwirrte, die ihn offen bewundern. Des Öfteren wurde darüber diskutiert, ob Bothe für seine Worte und Taten verantwortlich zu machen ist oder nicht. Eines dürfte aber aufgrund von Äußerungen wie der zuvor zitierten klar sein: Er ist unbelehrbar! Entgegen seiner Ankündigung veröffentlichte er vor einigen Tagen zwei weitere Videos, wobei er – wie immer – sein feistes Gesicht in die Kamera hält und dabei schimpft wie ein Rohrspatz:

Teil 1:

Teil 2:

Es existiert ein dazugehöriger Blog-Artikel: Amtsgericht Bayreuth überfällt mich erneut und zwingt mich in Gerichtsverhandlung!

Die Polizei habe ihn „widerrechtlich“ in eine „Gerichtsverhandlung gepresst“. Im Reichsdeppen-Jargon handelt es sich bei Polizeieinsätzen grundsätzlich um „Überfälle“, und wenn jemand mitgenommen wird, so wird dies stets als „Entführung“ gedeutet. Das ist bei Jens Friedbert Bothe nicht anders. Im Verlauf des Videos betet er zudem sich selbst und seinen wenigen Zuhörern den immer gleichen, „reichsdeutschen“ Sermon vor: Richter hätten sich zu legitimieren, richterliche Unterschriften auf Gerichtsbescheiden würden fehlen, die Justizbeitreibungsordnung stamme aus der Nazizeit und sei daher auf ihn, Bothe, nicht anzuwenden.

Jedenfalls sei es in der Verhandlung um den Straftatbestand Verletzung des Wortes gegangen, wobei man ihn schlussendlich für schuldig befunden habe. Die anderen Beteiligten seien (wieder einmal) schrecklich bösartig gewesen, während er sich selbst als Unschuldslamm par excellence sieht. Sogar sein Rechtsanwalt hat ohne Angabe von Gründen das Mandat niedergelegt. Das Gericht habe keinen neuen Verteidiger bestellt – Bothes Rechtswissen wäre so gut, er brauche keinen Rechtsanwalt, so hätte die Begründung gelautet. Offenbar hat Bothe während der Verhandlung kurz geschlafen und diese Passage geträumt: denn wie alle „Reichsbürger“ verfügt er über keinerlei rechtliche Kenntnisse.

Zu allem Unglück erschien dann auch noch im Nordbayerischen Kurier ein Artikel („Sonderling vor Gericht“) der keineswegs so ausfiel, wie Jens Friedbert Bothe es sich gewünscht hätte. Im dazugehörigen Kommentarbereich äußerte er sich deshalb ausführlich, wobei er „Argumente“ wiederholte, von denen sogar er wissen müsste, dass sie längst widerlegt sind. So führt er das „berühmte“ Urteil des Bundesverfassungsgerichts an, in welchen festgestellt wird, dass das Deutsche Reich nicht untergegangen ist. Die Tatsache, dass das Gericht ebenfalls konstatierte, dass Deutsches Reich und Bundesrepublik Deutschland miteinander identisch sind, lässt er, wie es in seinen Kreisen üblich ist, aus.

Reichsdeppen wenden sich des Öfteren an die UNO oder an den Internationalen Strafgerichtshof, und wenn sie daraufhin pro forma ein Aktenzeichen mitgeteilt bekommen, dann folgern sie daraus, dass ihr Anliegen bewilligt worden sei. Die falsche Schlussfolgerung lautet dann häufig: Ein neuer, „reichsdeutscher“ Staat sei mal auf die Schnelle von der UNO abgesegnet worden, oder der Internationale Strafgerichtshof würde demnächst eine Verhandlung gegen die jeweils Beschuldigten einleiten. Auch Bothe unterliegt einem derartigen Trugschluss:

Da ist noch viel mehr abgelaufen! Aber das werden meine Peiniger bei ihrer eigenen Strafverhandlung vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Menschenrechte dann von einen echten Richter gesagt bekommen ! Sehen Sie sich meinen Blog an es ist alles genauesten beschrieben!

Bothe kann alles so „genau beschreiben“ wie er möchte: Das Bayreuther Gericht, das über ihn urteilte, hat sich gewiss nicht des Völkermordes, des Verbrechens gegen die Menschlichkeit oder irgendwelcher Kriegsverbrechen schuldig gemacht. Also wird es sich auch nicht in Den Haag vor einem „echten Richter“ zu verantworten haben. Jens Friedbert Bothe hingegen wird schon bald feststellen, dass er am 25. Juni 2013 vor einer echten Richterin stand und dass deren Urteil ganz reale Folgen für ihn hat.

„Gegen Blödheit gibt es halt leider kein Heilmittel.“ (Quelle: Jens Friedbert Bothe)

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