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Das Königreich Fitzek und die BILD-Zeitung

10/07/2013
Bild_Fitzek

Bild anklicken, um den BILD-Artikel zu lesen!

Wieder ein Artikel über das „Königreich Deutschland“ in der BILD-Zeitung, wieder einmal wird Peter Fitzek das für „unbezahlbare Werbung“ halten. Was das Boulevardblatt zu berichten hat, ist allerdings ein alter Hut – es geht um die Hausdurchsuchung vom April dieses Jahres:

Auf seiner Homepage veröffentlicht er (Peter Fitzek) die Namen, Dienstgrade und Telefonnummern der leitenden Beamten. Auch die detaillierten Einsatzpläne der Razzia und die internen Handynummern der Ermittler sind für jedermann einsehbar. Alle Versuche der Behörden, die Listen zu entfernen, scheiterten.

In der Vergangenheit prahlte Fitzek des Öfteren damit, dass er Unterstützer im „alten System“ habe – innerhalb der Behörden, der Polizei. Falls es tatsächlich solche Unterstützer gibt, handelt es sich dann um Ex-Genossen aus der Zeit vor 1990? Dass Peter Fitzek der untergegangenen DDR nachhängt, ist kein Geheimnis. Er verwendet das FDJ-Logo, benutzt gern Stasi-Ausdrücke  wie „Zersetzung“, und der Name seines Vereins erinnert an den des SED-Parteiorgans „Neues Deutschland“. Fitzeks Haltung ist stramm anti-westlich und (offiziell) auch anti-kapitalistisch. Russland sei ein Bündnisgenosse und halte schützend die Hand über das „Königreich Deutschland“.

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Für den Fall, dass die Bundesrepublik Deutschland ihm ernsthaft ans Leder wolle, so erklärte er in einem Gespräch mit Jo Conrad, gebe es mächtige Verbündete, die dies zu verhindern wüssten. Solche Äußerungen darf man, wie alles was Fitzek von sich gibt, nicht wirklich ernst nehmen. Dennoch ist es denkbar, dass er – innerhalb der Behörden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt – Sympathisanten und Unterstützer gefunden hat:

1990 wurden zahlreiche DDR-Beamte nahtlos in den bundesdeutschen Staatsdienst übernommen. Viele dieser Leute waren zuvor SED-Mitglieder, gehörten nicht selten der Stasi an. Trotzdem waren die meisten von ihnen froh, als es mit dem Unrechtsstaat DDR endlich vorbei war; sie arrangierten sich mit der neuen Situation, genossen die neue Freiheit und den Wohlstand. Allerdings gibt es bis heute eine Minderheit, die nicht begreifen will, weshalb das „Arbeiter- und Bauernparadies“ DDR auf dem Abfallhaufen der Geschichte landete, während die verhasste „BRD“ noch immer existent ist. Diese Leute trauen Peter Fitzek zu, den Zusammenbruch der Bundesrepublik Deutschland herbeizuführen und anschließen einen neuen Staat aufzubauen.

Wie viele Menschen mag es innerhalb der Behörden geben, die dumm genug sind, derartiges zu glauben? Ein Dutzend? Einen einzigen? Gar keinen? Jedenfalls schreibt die BILD:

Jetzt sucht die Polizei den Maulwurf!

Die Kripo Dessau ermittelt, welcher Beamte dem König die geheimen Listen aushändigte. Eine Sprecherin: „Explizit weisen wir darauf hin, dass nicht nur unsere Beamten, sondern auch Bedienstete anderer Behörden die Liste während des Einsatzes nutzten. In unserer Behörde wurden Verwaltungsermittlungen eingeleitet, um zu klären, wie die Liste in den Besitz von Herrn F. gelangen konnte.“

Andere Behörden? Damit dürfte die BaFin gemeint sein. Es ist allerdings kaum davon auszugehen, dass der „Maulwurf“ ausgerechnet in der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sitzt. Selbige residiert in Frankfurt am Main und in Bonn, weit entfernt von der Lutherstadt Wittenberg. Es handelt sich zudem um die einzige Behörde, die mit der gebotenen Konsequenz gegen Fitzeks anrüchige Aktivitäten vorgeht.

In Sachsen-Anhalt scheint man die Sache eher lax anzugehen. Fitzek betreibt nach eigenen Angaben in der Innenstadt Wittenbergs einen Laden – ohne Gewerbesteuer zu zahlen! Und das „Staatsvolk“ auf dem ehemaligen Krankenhausgelände dürfte tatsächlich als Personal einzustufen sein, so dass sich die Frage nach entsprechenden Versicherungsbeiträgen stellt. Ebenso ist davon auszugehen, dass Fitzek für Einnahmen, die er durch das Abhalten diverser „Seminare“ erzielte, keine Steuern zahlte.

Nicht nur Sachsen-Anhalts Kripo hat also ein Problem, sondern auch jene Behörden, die für  Gewerbetreibende zuständig sind. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Peter Fitzek ein gehöriges Maß an Narrenfreiheit genießt, und vielleicht wird BILD-Zeitung irgendwann berichten müssen, dass Fitzek ab sofort staatliche Subventionen in Millionenhöhe erhält – aus einem Sonderfond für in Not geratene Verfassungsfeinde…

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2 Kommentare leave one →
  1. Sargon von Akkad permalink
    11/07/2013 12:28

    „Diese Leute trauen Peter Fitzek zu, den Zusammenbruch der Bundesrepublik Deutschland herbeizuführen und anschließen einen neuen Staat aufzubauen.“ – was ist denn das für ein Quatsch – solche haarsträubenden Behauptungen lese ich sonst nur bei Reichsdeppen und Co.

    • 11/07/2013 13:43

      Von so einem WordPress-Blog kann man schon leicht überfordert werden, nicht wahr? Die farblich unterlegten Textstellen sind meistens Links, die zu jenen Textstellen führen, die das Behauptete dokumentieren. Du musst mit dem Mauszeiger auf einen solchen Link zeigen und dann die linke Maustaste drücken. Dann öffnet sich die entsprechende Seite. Du kannst auch deine Eltern um Hilfe bitten, oder deinen Hauptschullehrer.

      Was Fitzek angeht, so redet dieser eigentlich ständig von der Infiltrierung der Bundesrepublik Deutschland oder deren mehr oder weniger gewaltsamen Umsturz. Da bedarf es nicht der REICHSDEPPENRUNDSCHAU, um das zu wissen. Man muss sich lediglich Fitzeks Publikationen oder die einschlägigen Videoclips zu Gemüte führen.

      … dann müssen diese Strukturen gewaltsam aufgelöst werden. Ich spiele jede Rolle, die nötig ist. Hab‘ ich dem Schöpfer versprochen! Ich sage mir, erst biete ich etwas an … das Anbieten ist jetzt vorbei, jetzt ist die Phase da, wo ich sehe, die Menschheit hat sich das einfach verspielt […]
      Ich gehe jetzt vorneweg und sage, wer mir folgen möchte, der kann das gerne tun, wer etwas aufbauen möchte, ähnlich wie ich, kann das auch gerne tun. […] Wenn sie (die Menschen) das auch nicht tun, wenn sie wieder in ihrer Faulheit, in ihrer Komfortzone verharren, wird das alte System hinweggefegt werden – und dann werde ich auch dieses tun, es hinwegzufegen! („Interview“ mit Jo Conrad, ca. ab Minute 43)

      Mit „altem System“ meint Fitzek stets die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Dass Fitzek im Anschluss, nach der Beseitigung dieses „alten Systems“, einen neuen Staat aufbauen will, ist ebenfalls kein Geheimnis. Nach seinem Selbstverständnis handelt er in göttlichem Auftrag und Deutschland soll eine Vorreiterrolle in der Welt spielen.

      Warum sollen ihm seine Anhänger das nicht zutrauen? Sonst wären sie ja wohl kaum seine Anhänger, wenn sie nicht an ihn glauben würden.

      Deine anderen beiden Kommentare, lieber „Sargon von Akkad“, werde ich nicht veröffentlichen, denn die sind an Dümmlichkeit kaum zu überbieten. Vermutlich bist du selbst ein Reichsdepp, aber ein Gutes hat das Ganze: Endlich habe ich mich mal aufgerafft und Fitzeks lächerliche Umsturzphantasien abgetippt.

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