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Der kurze und zweifelhafte Ruhm des kleinen Königs

08/09/2013

der_kleine_koenig

Peter Fitzek hat es mal wieder in die Medien geschafft. Die Mitteldeutsche Zeitung titelte gestern:

Peter der Große im Zwergstaat

Die Rührung ist dem Mann mit dem dünnen Zopf anzusehen. Gehüllt in einen Umhang aus Kunsthermelin steht Peter Fitzek auf der Bühne einer alten Werkshalle am Stadtrand von Wittenberg. Und er empfängt mit starrem Blick die höchste Würdigung: Neben einem Tisch, auf dem die Reichsinsignien warten, lässt sich der damals 47-Jährige im September 2012 zum ersten „Souverän“ eines gleichzeitig neugegründeten Staates mit dem Namen Königreich Deutschland wählen.

Gefallen dürfte dem „Obersten Souverän“, dass man ihm eine hohe Sachkenntnis (wovon auch immer) attestiert:

Peter Fitzek, der auf ein großes Allgemeinwissen zurückgreifen kann, das er in Gesprächen mit Begeisterung ausstellt, glaubt fest daran, seinen Gegner Bundesrepublik ausmanövrieren zu können.

Fitzek kennt möglicherweise noch sämtliche Kampflieder der Jungen Pioniere, wie die Ostzonen-Pimpfe genannt wurden, auswendig, damit hat es sich dann aber auch schon: Denn was der kleine Mann mit der Halbglatze in unregelmäßigen Abständen von sich gibt, zeugt keinesfalls von einer irgendwie gearteten Allgemeinbildung. Auch ist Fitzek nicht rhetorisch begabt, wie hin und wieder behauptet wird.

Interessant hingegen die Information, dass erneut gegen Fitzek ermittelt wird. Aus dem Zusammenhang des Artikels heraus lässt sich vermuten, dass dies aufgrund der Daten geschieht, die der Wittenberger veröffentlichte, nachdem seine Räumlichkeiten im letzten Jahr polizeilich durchsucht wurden:

Während die Staatsanwaltschaft in Dessau gegen Peter Fitzek ermittelt, plant der nächste Woche eine Jubelfeier zum Monarchie-Geburtstag. Neben einem „Tag der offenen Tür“ gibt es die „Staatsangehörigkeitsprüfung“ für 397 Euro, einen Fitzek-Vortrag zu den „Entwicklungsgesetzen des Lebens“ und die feierliche Reichsbank-Eröffnung.

Offenbar ist auch das  Abtauchen nach Südamerika – um einer möglichen Gefängnisstrafe zu entgehen – noch nicht vom Tisch:

Angst vor Strafverfolgung, vor einem Prozess oder der möglichen Strafe von bis zu fünf Jahren Haft hat Peter Fitzek nicht. Die Ordnung des Königreiches sei „höherrangig als die Un-Ordnung der Bundesrepublik“, hat er die Bafin kürzlich wissen lassen. Und geht alles schief mit der neuen Gesellschaftsordnung, hat der Potentat noch einen Koffer in Paraguay. Dort warte ein Grundstück auf ihn, brüstete sich der Staatsführer einst im Gespräch mit der MZ. „Wer dann was von mir will, kann lange suchen.“

14 Kommentare leave one →
  1. Wilki permalink
    08/09/2013 09:34

    „Wer dann was von mir will, kann lange suchen.“

    So etwas sollte eigentlich auch den dümmsten Untertan hellhörig werden lasse. Tja sollte. Wahrscheinlich denkt der ein oder andere Lakai, der König nimmt ihn mit. Außer in den Abgrund, wird Fitzek wohl niemanden mitnehmen.

  2. drxdsdrxds permalink
    08/09/2013 11:25

    Ärgerlich das er als Zwergstaat bezeichnet wird. Das ist er definitiv nicht.

    (…)Als Mikronation oder Scheinstaat werden Gebilde bezeichnet, die wie eigenständige souveräne Staaten auftreten und den Anschein erwecken, mit staatlicher Autorität zu handeln, obwohl bei ihnen Eigenschaften fehlen oder wenigstens stark umstritten sind, die einen Staat nach Völkerrecht ausmachen. International anerkannte souveräne Staaten oder Institutionen verweigern daher die Anerkennung oder reagieren gar nicht, weil sie diese Gebilde und deren Ansprüche nicht ernst nehmen. Teilweise nehmen sich die Gründer selbst nicht ernst oder betreiben die Mikronation lediglich als Staatssimulation oder Spiel im Internet (virtuelle Nation).

    Mikronationen sind von Zwergstaaten klar zu unterscheiden, deren Staatsgebiet zwar extrem klein ist, die aber alle Merkmale eines richtigen Staates nach Völkerrecht aufweisen und von anderen Staaten anerkannt werden.(…)

    Quelle: Lügipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mikronation

    In meinen Augen schon wegen der Überschrift eine kleine Sauerei. Das könnte Fitze schon wieder reichen um dich bestätigt zu fühlen. Der liest und versteht ja eh nur was er will.

    Cheeers drxdsdrxds

  3. 08/09/2013 12:55

    Fitzi arbeitet zielstrebig auf den großen Crash mit der BRD hin. Dann warten wir’s mal ab, muss ja bald passieren…

  4. 08/09/2013 20:15

    Hat die MZ das wirklich „getitelt“, also zur Schlagzeile auf dem Titel gemacht? Ich hoffe (und glaube) nicht. Das wäre viel zu viel Aufmerksamkeit für ihn.

  5. Mad Dog permalink
    09/09/2013 05:42

    Hi.
    Schade, dass ich am 16. keinen Urlaub habe. Ich wäre glatt nach Wittenberg gefahren, um mir den Spass der „Eroberung der Königlichen Reichsbank“ durch bundesdeutsche Truppen, vulgo auch Polizei genannt, live anzuschauen.
    Ich vermute mal, die Ära von Zar Peter endet nach seiner Flucht in’s paraguayische Exil ca. Oktober, falls der Staatsschatz bis dahin nicht von den pöhsen, pöhsen nichthandlungsfähigen Bundesbehörden beschlagnahmt wurde.

    Greetz
    Mad Dog

    • 09/09/2013 08:23

      Nicht ganz ausgeschlossen, dass man ihn seine kleine Feier noch abhalten lässt, und das die BaFin erst Tage später eine Verfügung bewirkt. So oder so: Der Doomsday des kleinen Königs kommt gewiss.

      • Thomas82 permalink
        09/09/2013 13:59

        Nun ja, es steht ja auch noch die Verfügung des Landkreises im Raum, die ihm für den Fall der Eröffnung der Bank ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro androht. Zwar hat man dort anscheinend recht lange die Augen verschlossen vor des „Imperators“ Treiben, aber da man nun gehandelt hat, wird man denke ich konsequent genug sein, das Zwangsgeld dann auch zu tatsächlich verhängen. Und ich habe meine Zweifel, dass die „Staatsfinanzen“ das noch hergeben.

        Ich denken, dann dürfte er es mit der Flucht recht eilig haben, bevor womöglich tatsächlich durch das zuständige Verwaltungsgericht Haftbefehl gegen ihn erlassen wird, wie im Schreiben angekündigt. Womöglich ist er dann schneller weg, als die Bafin überhaupt in die Gänge kommt, den illegalen Bankbetrieb zu unterbinden.

        Vorausgesetzt natürlich, die Eröffnung findet überhaupt statt. Momentan vermute ich eher, dass er angesichts des Drucks durch die bösen bösen illegalen GmbH-Behörden klein bei gibt und die Eröffnung unter fadenscheinigen Ausreden „verschiebt“ bis zum St.-Nimmerleins-Tag.

  6. 09/09/2013 14:05

    Nun tue ich mich schwer mit Doomsday-Prophetie. Sie ist mir zu nahe dran an der Endzeit-Vorhersage diverser Verschwörungstheoretiker.

    Aber die offensichtliche Fluchtgefahr, verbunden mit der Möglichkeit, größere Summen Geldes mit sich zu nehmen, sollte die Behörden schon im Sinne von Anleger- und Gläubigerschutz in Alarmbereitschaft versetzen. Nebenher: beantwortet der ominöse Koffer in Paraguay auch, wie Fitzek so schnell so viel Geld vernichten konnte? Wir reden hier immerhin von Zugängen im sechsstelligen Bereich, wenn alle Angaben stimmen.

    • Mad Dog permalink
      10/09/2013 12:41

      Hi.
      Anlegerschutz?? Gläubigerschutz??
      Tut mir ja leid, aber wer als Anleger so struntzdumm war, seiner Scheinheiligkeit Geld in den Rachen zu schmeissen, verdient keinen Schutz. Die sollten es als Lehrgeld begreifen. Anders als bei den offiziellen Pleitebanken kann hier nun wirklich niemand zu recht sagen, er wäre arglistig getäuscht worden.
      Und wer mit jemandem, der die deutsche Rechtsordnung, also auch die Zivilrechtsgebung in Gestalt des BGB und der ZPO, nicht anerkennt, Geschäfte macht, darf sich auch nicht großartig wundern, wenn er auf seinen Außenständen sitzen bleibt.

      In beiden Fällen hält sich mein Mitleid in seeehr engen Grenzen.

      Greetz
      Mad Dog

    • Angka permalink
      10/09/2013 16:07

      Ich denke der Peter ist inzwischen doch ein ganzes Stück weiter abgedriftet und meint, dass er tatsächlich eine Chance hat mit dem ganzen Quatsch durchzukommen.

      Der glaubt seine eigenen Lügen, wobei ihm die Säuberungen im Königreich dabei genauso geholfen haben wie die jahrelangen Schriftwechsel mit den Behörden, die er (und das kann ich irgendwie nachvollziehen) nicht ernst nimmt.

      Wer weiss wie oft der Fitze schon dachte „jetzt ziehen sie es durch“ – und stattdessen ist am nächsten Tag ein Brief im Kasten mit „Sehr geehrter Herr… möchten wir Sie bitten bis zum… machen darauf aufmerksam, dass…“ – wie soll ein Mensch, der sich und andere dermassen von sich überzeugt hat, das bitte ernst nehmen?

      Gut, dann kam die Hausdurchsuchung – aber auch hier hat er gepunktet, irgendwer hat ihm Zugang verschafft zu den ganzen Papieren, Protokollen usw. die er dann brühwarm veröffentlicht hat. Da muss er sich doch wieder bestätigt fühlen, schliesslich sieht das so aus, als habe er Sympathisanten irgendwo im Behördenkreislauf deren Unterstützung soweit geht, dass sie ihre eigene Karriere gefährden um ihm zu helfen.
      So kann man/er das wenigstens interpretieren.
      Inzwischen hat für mich das „Vorgehen“ der Behörden fast den grösseren Nachrichtenwert als die Wahnideen des Fiduziar. Was interessieren den Ordnungsgelder usw.? Sollte er irgendwann doch mal in Haft kommen, bekommt er täglich Briefe seiner Unterstützer und macht mit denen da weiter wo er aufgehört hat wenn er nach ein paar Wochen wieder draussen ist.

      Ich glaube, es gibt keine Massnahme die ihn noch beeindrucken kann, zum Umdenken zwingt. Sperren die ihm die Türe zu, klettert er zum Fenster wieder rein. Das ist kein Jo, der ein Schild sieht „Betreten des Schlossgeländes verboten“ – und dann einpackt und nach Hause fährt.

      • Mad Dog permalink
        10/09/2013 19:15

        Hi.
        Abwarten, bis jetzt liest sich der Schriftwechsel verwaltungsrechtlich sauber.
        Am 17. sind wir schlauer. 😉

        Greetz
        Mad Dog

  7. Paul Spätfeld permalink
    11/09/2013 00:58

    Wahrscheinlich bekommt Fitzefatze nach anlaufen tatsächlicher Maßnahmen gegen ihn eine Warnung aus den Reihen der Behörden und setzt sich nach Paraguay ab, wo er dann vom ergaunerten Geld wie ein echter König lebt.
    Schon traurig irgendwie. Und da sag nochmal jemand, Verbrechen würden sich nicht lohnen.

  8. wsfgl? permalink
    15/09/2013 12:51

    Mal kurz was ganz anderes, jetzt, nachdem ich wieder schreiben kann, ohne von ständigen Lachanfällen durchgeschüttelt zu werden: Fitzek hat sich selbst einen Spitznamen verpaßt,
    auf den wir nie und nimmer gekommen wären und der alles andere übertrifft, inklusive Deppenapostroph. Nachzulesen in seinen Auszügen aus den Stiftungsdokumenten.
    „Wir, Peter F i t z e k, geb. am 12. August 1965, auftretend als Peter, Sohn des Horst´s…“
    Aaaah, ich kann nicht mehr, mein Bauch tut weh und es geht schon wieder los. Sohn des Horst´s.
    Wuhahahaaa!

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