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Drei Monate Haft ohne Bewährung für Peter Fitzek

17/10/2013
fitzek_haft

Bild anklicken, um den Artikel der Neuen Presse zu lesen!

Damit hätte man nicht unbedingt gerechnet: Das Amtsgericht Neustadt verurteilte den zurzeit wohl prominentesten Reichsdeutschen, Peter Fitzek, zu einer Haftstrafe ohne Bewährung: 3 Monate soll der Möchtegern-Monarch einsitzen!

Einen solchen Auftritt gab es wohl noch nie am Amtsgericht Neustadt: Der Angeklagte hält sich für den König von Deutschland und kommt mit Gefolge. Durchlaucht war zu schnell gefahren, und das ohne Führerschein. Zumindest ohne offiziellen. Dafür verurteilte ihn der Richter zu 3 Monaten haft ohne Bewährung.

Doch wasserdicht dürfte die Angelegenheit noch nicht sein. Abgesehen davon, dass die Delinquenten beim Hafttermin hierzulande häufig mitreden dürfen, kann Fitzek theoretisch noch Rechtsmittel einlegen. Damit würde sich die Gefängnisstrafe hinausziehen oder gar entfallen. Dennoch hat der Chaot erstmals einen Dämpfer erhalten, der ihm erheblich Sorgen bereiten dürfte. In Niedersachsen ist er mit seinem Unsinn gehörig aufgelaufen …. anders als in der Lutherstadt Wittenberg, deren Bürgermeister die eigene, offensichtliche Unfähigkeit als „Demokratie“ verkaufen will: Hier klicken!

In der Hannoverschen Allgemeinen findet sich ein recht aufschlussreicher Bericht:

koe_haft

Bild anklicken, um den Artikel zu lesen!

Dann geht es um das große Ganze. Darum beispielsweise, dass die Gerichtsbarkeit der Bundesrepublik gar nicht zuständig sei für ein Staatsoberhaupt. Für Peter Fitzek. In einem früheren Leben Koch, Videothekenbetreiber, Kampfkunstsportler, jetzt angereist mit 30-köpfigem Gefolge. Doch Richter Torsten Streufert mag sich auf keine Debatten über Immunität und Völkerrecht einlassen. Er verurteilt den „Imperator“ aus der Lutherstadt Wittenberg zu einer deftigen Strafe: Drei Monate Haft. Ohne Bewährung.

Wie sich ansonsten herausstellte, ist Fitzek ein Früchtchen der ganz besonderen Sorte … eines das sich gern rücksichtslos im Straßenverkehr austobt:

Ärgernisse, die den royalen Glanz trüben könnten, erwähnt der König von Deutschland nicht. Das übernimmt Richter Streufert, der 31 Einträge Fitzeks in Bundeszentral- und Verkehrsregister auflistet. Meist geht es um Raserei oder Fahren ohne Fahrerlaubnis, doch auch die gefährliche Körperverletzung taucht zweimal auf. So hatte der Imperator eine Mitarbeiterin des Wittenberger Ordnungsamtes wegen einer Kontopfändung „festgenommen“ und die Frau dabei angegangen. Im folgenden Prozess, in dem Fitzek wegen Körperverletzung verurteilt wurde, wollten seine Anhänger gar den Richter festnehmen.

Doch diesmal befand sich Fitzek im Westen, und da war er an die Richtigen geraten:

Auch der Staatsanwalt erlaubt sich keine Schwäche. Er habe nicht den Eindruck, dass sich Fitzek durch weitere Geldstrafen oder Fahrverbote von seiner Ideologie abbringen lasse, darum plädiere er auf drei Monate Haft. Von Bewährung aber will der Richter nichts wissen. Eine positive Prognose sehe er bei dem „notorischen Verkehrssünder“ Fitzek nicht, und seinen Führerschein bekomme dieser auch erst in zwölf Monaten zurück. Streufert kanzelt den König ab, attestiert ihm die Regentschaft in einer „Fantasiewelt mit abstrusen politischen Vorstellungen“.

Beim Verlassen des Gerichtsgebäudes kann man Fitzek deutlich ansehen, dass er überrascht ist, derart „abgewatscht“ worden zu sein. Entsprechend äußerte er sich dann auch:

Mit einem solchen Unrechtsurteil habe er nicht gerechnet, bekennt Fitzek nach der Verhandlung. Doch gebe er nicht auf, wolle in Berufung gehen. Dann verlässt er die Stätte seiner Schmach: in einem weißen Renault. Auf dem Beifahrersitz.

Am Ende des Artikels ist wiederum von einem möglichen Abtauchen nach Paraguay die Rede. Offensichtlich scheint selbst dem intellektuell nicht sonderlich gut ausgestatteten Fitzek  langsam klar zu werden, dass aus seiner “ reichsdeutschen Mission“ niemals etwas werden wird, dass er sich hingegen immer mehr zum Pausenclown des Fernsehens und der Zeitungen macht. Selbst im Ausland lacht man schon über ihn.

Dokumente, Fotos und Illusionen zur Verhandlung finden sich auf der „Königreich Deutschland“-Homepage: Hier klicken!

Leser Gerd R. L. hat indes weitere Neuigkeiten zusammengefasst: Bitte klicken!

18 Kommentare leave one →
  1. Luzifer permalink
    17/10/2013 21:33

    Wenn ich so etwas lese, kriege ich Pickel.

    Der „politische Aktivist“.

    Ja, ich weiss, das ist nur so ein „Gute-Laune-Sender“, aber die machen es sich doch ein bisschen zu einfach.

  2. Gert R. Lauken permalink
    18/10/2013 00:43

    „Doch diesmal befand sich Fitzek im Westen und war an den Richtigen geraten.“

    Nun muss man aber zur Ehrenrettung des deutschen Ostens sagen, dass Richter Streufert aus dem Osten kommt, und zwar aus dem Osten Berlins, und in den 1990er Jahren/Anfang dieses Jahrhunderts an der Humboldt-Uni studiert hat.

    Fitzek kann sich bei – 31 Vorstrafen – über das Urteil nicht beklagen.

    Aus juristischer Sicht ist noch interessant, dass gemäß Paragraf 47 StGB eine Haftstrafe unter sechs Monaten nur ausnahmsweise ausgesprochen werden soll, etwa wenn dies „zur Verteidigung der Rechtsordnung unerlässlich“ ist. Das kann man bei Fitzek nur bejahen. Das Urteil wird in den folgenden Instanzen garantiert Bestand haben. Fitzek kann ja bis nach Straßburg gehen …

  3. Rob permalink
    18/10/2013 18:44

    Wurde ja auch mal Zeit. Allerdings wird es dann fast langweilig, die Possen waren immer für eine Erheiterung beim morgendlichen Zeitungslesen gut …

  4. moppi permalink
    18/10/2013 20:12

    Frage nebenbei: Wieso gehört Türsteher-Andi weder zu den Staatsangehörigen noch zu den Antragstellern?

    http://koenigreichdeutschland.de/de/personenregister.html

  5. 19/10/2013 11:11

    Fitzek ist ein neuer Furz durchs Gehirn gegangen:

    Schriftwechsel mit dem Deutschen Patent- und Markenamt bzgl. der Eintragung der Bezeichnung „Reichsbank“ als Wortmarke.

    Und der „Oberste Souverän“ ist so dusselig, dass er nicht einmal weiß, welcher Monat gerade ist: PDF Download!

    • Paul Spätfeld permalink
      19/10/2013 15:58

      Vielleicht hat Fitze einen neuen Kalender eingeführt, so wie Kim Jong Il. Überhaupt haben die beiden viele Gemeinsamkeiten. Klein, lustige Frisur, Größenwahn, kommen aus dem Osten und hatte Fitze nicht mal eine Videothek? Genauso videovernarrt wie Kim Jong also. ^^

  6. Gerd Winter permalink
    20/10/2013 19:00

    Die Aussage dieses Wittenberger Bürgermeisters im MDR ist mir auch sehr sauer aufgestoßen. ‚Sowas muss eine Demokratie aushalten‘ hat er gesagt. Damit gibt er diesem Fitzek noch den Anschein einer Bürgerbewegung. Der Kerl (Fitzek) ist aber schlicht kriminell.

    • 22/10/2013 01:23

      Vielleicht hat er das mit den angeblichen 3000 Anhängern geglaubt. Zwei Nullen zuviel 😉

      • Gerd Winter permalink
        22/10/2013 19:16

        Wen oder was meinst du mit den 2 Nullen. 30 statt 3000 oder Fitzek und den Bürgermeister? 🙂 Wahrscheinlich beides ! 🙂

  7. Luzifer permalink
    22/10/2013 22:42

    Fitzek ist doch immer wieder gute Unterhaltung. 🙂

    Allerdings sollte man Conrad nicht vergessen, der gerade wieder einen Volltreffer gelandet hat.

    Conrad liest irgendwo etwas von Chemtrails und blubbert sofort los. Und so was gilt als „Persönlichkeit“ in der Szene.

  8. wsfgl permalink
    24/10/2013 11:10

    Oha, die königliche Ruhmeshalle steht zum Verkauf.

    Gerade im Reichsdeppenforum entdeckt.
    http://reichsdeppenforum.sonnenstaatland.com/index.php/topic,129.120.html
    Dort findet sich auch der Link, ist die Immobilienseite von diesem komischen R.S.

    Eine Frage geht mir jetzt nicht mehr aus dem Kopf:
    Darf der Nichtkönig, der das Königreich treuhänderisch verwalten soll, ebendieses einfach verkaufen? Auf den offiziellen Seiten Seiner Transparenz ist jedenfalls nichts von einem entsprechenden Auftrag seitens seiner Staatsan-/-zugehörigen/Bürger/Volk/Antragsteller
    zu lesen.

    • wsfgl permalink
      24/10/2013 11:15

      Ergänzung: der bzw. die von mir gemeinten Links stehen im Beitrag von Gerd Winter von gestern 21:58 Uhr.

      • wsfgl? permalink
        24/10/2013 16:43

        Oh, ich sehe grad, ich hab mir ne zweite Identität verpaßt. Kann ich mit mir selber diskutieren. Hoffentlich merkt das keiner.

      • 25/10/2013 14:57

        Hab‘ mich schon gewundert, warum ich die Beiträge freischalten musste. 😉

  9. echt? permalink
    02/11/2013 17:11

    Die Adresse „Petersplatz 1“ im Schreiben zur Berufung ist echt? allerliebst.

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