Skip to content

Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt warnt ausdrücklich vor Peter Fitzeks „Königlicher Reichsbank“

11/11/2013
verbraucherzentrale_reichsbank

Bitte Bild anlicken, um den „Super-Sonntag-Artikel“ zu lesen!

Immer mehr Medien berichten über die dubiosen Aktivitäten des Peter Fitzek und über die Unfähigkeit der Behörden, derart gesetzwidriges Treiben zu unterbinden.

„Super-Sonntag – Wittenberg aktuell“ schrieb gestern:

Trotz der Untersagung eines ohne Erlaubnis betriebenen Einlage- und Versicherungsgeschäftes durch die zuständige Aufsichtsbehörde sowie deren Anordnung zur Rückabwicklung dieser Geschäfte, arbeitet das sogenannte „Königreich Deutschland“ und die sogenannte „Königliche Reichsbank“ in Wittenberg unbeirrt weiter. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt warnt ausdrücklich davor Geld zu investieren: Weder liegt eine dafür erforderliche Erlaubnis vor, noch unterliegen die eingezahlten Gelder einer Einlagensicherung.

Die Zeitung zählt auf, welche Behörden bereits involviert sind:

Ob Ordnungsamt, Staatsanwaltschaft oder die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), mehrere Behörden befassen sich mit dieser Angelegenheit schon seit längerer Zeit. Ungeachtet dessen setzt die „Königliche Reichsbank“ ihren Geschäftsbetrieb fort und sammelt mittels eines „Kapital-Überlassungsvertrages“ weiterhin Geld für das „Königreich Deutschland“ ein. Selbst am Reformationstag wurde unter den tausenden Besuchern um neue Einzahler geworben.

Auch im Deutschlandfunk wurde jüngst die nicht mehr nachvollziehbare, mangelnde Durchsetzungsfähigkeit der Behörden in dieser Angelegenheit thematisiert. Hierbei kamen aufgebrachte Wittenberger Bürger zu Wort, die nicht verstehen können, warum Peter Fitzek seinen Mitmenschen und dem Staat derart auf der Nase herumtanzen darf.

Im sachsen-anhaltischen Wittenberg allerdings lassen die Behörden den selbst ernannten König Peter weitgehend gewähren. Der sammelt Geld ein bei Leichtgläubigen, kassiert für sogenannte Staatsbürgerschaftsseminare, für Tage der offenen Tür im „Königreich Deutschland“ und eine selbst errichtete „Gesundheitskasse“. Die Wittenberger sind sauer auf die untätigen Behörden. 

Passantin:
„Dieser Mensch macht das seit vier Jahren. Er zahlt gar nichts und die Stadt macht nichts. Für mich ist das: Er führt uns alle vor. Verarsche. Und ich finde es gegenüber unseren Bürgern hier ganz schlimm.“

Im Rathaus gibt man sich hilflos. Zu einer Stellungnahme ist der Bürgermeister nicht bereit. Quelle

4 Kommentare leave one →
  1. Papst der Antaktis permalink
    11/11/2013 16:09

    Hab vor einem Jahr mal ganz nett-naiv beim Finanzamt Wittenberg angefragt ob ich durch Verlegung meines Firmensitzes nach Neudeutschland meiner Steuerpflicht entkommen kann.
    Da kam nie eine Antwort.
    Daraus hätte ich, nach VT-Logik, schliessen müssen, dass es funktioniert.

    Aber ich erinnere daran, das nächstest Jahr in Wittenberg Kommunalwahl ist.
    Diese Geschichte mit Fitzek würde ich als OB nicht so gerne im Wahlkampf haben. „Zu einer Stellungnahme nicht bereit zu sein“ wird dann möglicherweise nicht ausreichen.
    So langsam sollte man sich mal eine überzeugende Antwort zurecht legen. Die Berichterstattung über die Skurrilität Fitzeks ist langsam gesättigt, naturgemäss wird die Frage wie so etwas überhaupt möglich ist nach und nach interessanter.

    • 11/11/2013 17:16

      Gute Aktion! 🙂
      Der OB kann ja auch nicht darauf hoffen, dass er die Sache aussitzen kann bzw. dass sich der Staub irgendwann legt. Fitzeks Hektik und Aktivität nimmt zu, je leerer seine Kassen werden. Und nun beginnt das königliche Gehampel sogar Medien zu interessieren, die ein größeres Publikum erreichen.

  2. Gerd Winter permalink
    11/11/2013 22:45

    Ehrlich gesagt deute ich einen Teil der Untätigkeit der Behörden (ausschließlich der kommunalen) dahingehend, dass im Fitzekschen Imperium nichts da ist. Wäre man bei der Razzia auf Substanz gestoßen hätte es doch Konsequenzen gegeben. Aber so bleibt es nur bei Drohgebaerden. Er kuscht ja, siehe seinen Schriftverkehr bzgl. der Gesundheitskasse: es gibt gar keine Verträge. Auch das Fahrverbot hält er ein, sonst hätte er seine betagte Staatskarosse nicht zurück erhalten. Der chice schwarze BMW scheint ja auch zu Bargeld gemacht worden zu sein. Wird bei der Reichsbank wirklich nennenswert Geld eingezahlt?Offizielle Warnungen gibt’s zu Hauf. Auch die Immobilien stehen weitgehend zum Verkauf. Wer die Schrottimmobilien kaufen soll steht in den Sternen. Der gemietete Regierungsitz wurde aufgegeben. Im Königreich scheint man von der Substanz zu leben. Der endgültige Crash sollte eintreten wenn seine Gläubiger ihr „Angelegtes“ zurück fordern. Denen versucht er noch mit viel Gedöhns etwas vorzugaukeln. Zum Glück für ihn sind’s nicht die hellsten Köpfe. Oder selbst diese Dumpfbacken haben es schon gerafft und ihr Geld zurück geholt.
    Der König hat gar keine Hosen an! Er ist schon lange nackt, splitternackt!

    • 12/11/2013 14:07

      Die Razzia fand ja (offiziell) ausschließlich auf Bestreben der BaFin statt, so dass die kommunalen Behörden mit der Aktion eigentlich nichts anfangen konnten. Die Stadt Wittenberg benötig auch gar keine Hausdurchsuchungen. Ich habe schon mal erlebt, dass ein Straßenhändler in einer anderen Stadt augenblicklich seinen Stand schließen musste, nur weil er seinen Gewerbeschein nicht dabei hatte. Fitzek hat fast vier Jahre einen Eso-Laden betrieben, ohne Anmeldung, ohne Steuern zu zahlen. Dann macht er trotz Umbauverbots eine Bank auf, woraufhin der Chef vom Ordnungsamt reinschaut und blöd und anerkennend grinst. Kein Wunder, dass sich die Frau in der Radio-Reportage darüber echauffiert.

      Aber du hast natürlich Recht: Wenn die Behörden Fitzek nicht erledigen, dann erledigt er sich selbst. Die zur Steuerhinterziehung eingeladenen Unternehmer werden niemals zu ihm kommen, und was seine „Bank“ angeht, wie viele Kunden mag die haben? 2, 3 … vielleicht ein Dutzend? Einlagen von 17 EUR bis maximal 986 EUR? Die Heizperiode hat begonnen, Öl und Strom müssen bezahlt werden, und auch Saskias chice Klamotten dürften nicht gerade billig sein.

      Wie es in der „Bank“ zugeht hat die WELT jetzt ja in einem recht amüsanten Artikel beschrieben:

      Inzwischen hat er sogar eine Bank gegründet: die „königliche Reichsbank“. Mitten in der Fußgängerzone von Wittenberg steht ein Haus mit großem Glasschaufenster. Davor fließt ein kleiner Fluss. Und drinnen sitzen wirklich Leute und arbeiten. Das heißt, sie sitzen an Schreibtischen, schauen auf Bildschirme und langweilen sich, weil nicht viel passiert.

Systemkonforme Meinung abgeben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s