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Reichsbürger gibt vor Gericht klein bei

17/01/2014
deppen_in_eisenach

Thüringen ist und bleibt eine Hochburg des Reichsdeppentums

Wieder einmal glaubten Reichsbürger ihrem Vaterland am besten zu dienen, indem sie gegen dessen Verkehrsregeln verstoßen und anschließend die fälligen Strafen nicht bezahlen. Eine derart dümmliche Form von Patriotismus kommt vermutlich nur in Deutschland vor…

Drei vermeintliche Anhänger dieser Idee waren am Donnerstag am Amtsgericht geladen, weil sie Bußgeldbescheide wegen Falschparkens nicht bezahlen wollen. Einer erschien gar nicht erst und der zweite, ein Mann aus dem Kreis Fulda, zog den Einspruch nach kurzer Verhandlung zurück und ersparte sich damit ein höheres Bußgeld. Thüringer Allgemeine, vom 16.01.2014.

Die Wahnvorstellungen der Reichsbürger scheinen indes immer groteskere Züge anzunehmen. In deren Phantasie existieren nicht nur Deutsches Reich und DDR weiter, inzwischen ist sogar die UdSSR von den Toten auferstanden:

Auch das Erscheinen der dritten Angeklagten aus dem Wartburgkreis – sie fing sich 35 Euro Strafe auf einem Behindertenparkplatz in Seebach ein – war bis zuletzt unklar. Sie hatte ihr Fernbleiben angekündigt, weil das Gericht von der vermeintlich regulären Besatzermacht UdSSR nicht anerkannt sei, informierte der verhandelnde Richter Thomas Brencher.

Die Transusigkeit der deutschen Justiz wird nach wie vor ein Ansporn für die Reichsbürgerbewegung bleiben. Vor kurzem kamen osthessische Staatsleugner mit läppischen 400-Euro-Geldstrafen davon, obgleich sie eine Gerichtsvollzieherin der Freiheit beraubt und gedemütigt hatten. Auch im thüringischen Eisennach war man durchaus mit Anhängern der Bewegung vertraut:

In der Vergangenheit sei es zu skurrilen Szenen gekommen. So nahmen die Beschuldigten nur im Zuschauerraum statt auf der Anklagebank Platz, weil sie glauben, das Gericht so nicht anerkennen zu müssen, so Brencher.

Ordnungsgelder hat Richter Brencher für derart freches Benimm gewiss nicht erlassen, das darf man wohl annehmen. Reichsbürger, Staatsleugner, Querulanten – sie alle tanzen der deutschen Justiz munter auf der Nase herum, während die, die das unterbinden könnten, offensichtlich ratlos mit den Schultern zucken.

Dann (wenn die Angeklagten ihr Fernbleiben begründen können) müsste erneut verhandelt werden. Angesichts des leeren Gerichtssaals blieb für Richter Brencher am Donnerstag aber nur das ungute Gefühl vertaner Wartezeit.

6 Kommentare leave one →
  1. 17/01/2014 17:24

    Bei Bussgeldbescheiden wir doch der Einspruch verworfen, wenn der Betroffene nicht erscheint. Vorführung scheidet demnach aus.

  2. best boy permalink
    17/01/2014 18:06

    Sind schon echte Helden unsere Reichsbürger. Nehmen Behinderten die Parkplätze weg. Solche Helden führen Deutschland bestimmt zu neuen Höhenflügen.

  3. Wilki permalink
    17/01/2014 18:48

    „Sie hatte ihr Fernbleiben angekündigt, weil das Gericht von der vermeintlich regulären Besatzermacht UdSSR nicht anerkannt sei, informierte der verhandelnde Richter Thomas Brencher.“

    Kann es sein, dass die immer bekloppter werden?

    • TOFKAS01 permalink
      17/01/2014 20:42

      Bei der Gelegenheit. Gibt es eigentlich in Russland Sowjetunionsdeppen? Oder Zarendeppen? Einen Ebelowskowitsch oder einen Fitzebatschow?

      • wsfgl? permalink
        17/01/2014 22:23

        Oleg Klasenko ist gerade in Verhandlungen mit der Merkel über ein Eingreifen der Bundeswehr in Russland.

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