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Erneut Reichsbürger wegen Fahrens unter Drogeneinfluss festgenommen

29/01/2014
Reichsbürger im Drogenrausch

Reichsbürger im Drogenrausch

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss scheint sich zu einem echten Reichsbürger-Hobby zu entwickeln.

Im August letzten Jahres wurde eine Anhängerin des DPHWs (der inzwischen aufgelösten „Reichsbürgerpolizei“) festgenommen, weil sie verdächtigt wurde, unter Drogeneinfluss ein Kraftfahrzeug geführt zu haben:

Da die 30-Jährige im Krankenhaus von Coburg Widerstand gegen die Blutentnahme leistete, musste sie durch die Beamten fixiert werden. Gegen sie wurden Anzeigen wegen eines Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz und Fahren ohne Fahrerlaubnis im öffentlichen Straßenverkehr sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte erstattet. Quelle: Radio Eins

In der Nacht des 27. Januars 2014 ging der Polizei wiederum ein ganz besonderes Reichsbürger-Früchtchen ins Netz. In Neuruppin (Brandenburg) wurde ein 31-jähriger Berliner aus dem Verkehr gezogen, der mit einem nicht zugelassenen Wagen unterwegs gewesen war. Der Mann zeigte einen auf eine andere Person zugelassenen Führerschein vor.

Zudem führte der Reichsbürger eine ganze Tüte mit Kokain mit sich, von welchem er sich offenbar bereits einige Nasen voll gegönnt hatte:

Auf der Polizeiwache verhielt sich der Mann renitent gegenüber den Beamten. Nach Polizeiangaben war der Mann so aggressiv, dass er gefesselt werden musste. Dabei verletzte er sich an der Nase, so dass ein Rettungswagen gerufen wurde. Eine Behandlung lehnte er jedoch ab. Quelle: Märkische Allgemeine

Der Mann soll die üblichen Spielzeugausweise bei sich geführt haben, die ihm eine Staatsangehörigkeit „Deutsches Reich“ und ähnlichen Blödsinn bescheinigten. Eine neue Taktik der Reichsbürger scheint es zu sein, im Kampf gegen Deutschland nunmehr Fäkalien einzusetzen:

Der Berliner wurde in Gewahrsam genommen und urinierte offenbar aus Protest an die Innentür seiner Zelle. Eine Anzeige wegen Fahrens unter Drogeneinfluss und weitere Strafverfahren wurden eingeleitet.

In Velten (ebenfalls Brandenburg) soll indes ein anderer Reichsbürger zwei Zollbeamte bedroht haben, als diese an seiner Wohnungstür klingelten, um die Identität einer unter gleicher Adresse wohnenden Frau zu überprüfen:

Diese aggressive Begrüßung war für die Zollbeamten Grund genug die Kollegen von der Polizei zu Hilfe zu rufen. Als „Reichsbürger“ lehnte der 40-Jährige jedoch eine Legitimation gegenüber Vertretern des Staates ab –  konnte aber anhand eines Abgleich mit den polizeilichen Auskunftssystemen eindeutig identifiziert werden. Quelle: Märkische Allgemeine

Laut Zeitung war der Mann früher Mitglied eines Rockerclubs gewesen – und aus dieser Zeit den Strafverfolgungsbehörden wegen Bedrohungs-, Nötigungs-, und Körperverletzungsdelikten gut bekannt. Er habe sich anschließend per Fax bei den „nicht existierenden“ Behörden beschwert und Strafanzeige gegen die Beamten erstattet. Der Reichsbürger tritt übrigens bei Facebook unter dem Pseudonym  Mutscho Skull-Fighter auf. Dort stellt er den Sachverhalt ausführlich aus seiner Sicht dar und bestreitet, die Zollbeamten mit einem Beil bedroht zu haben.

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Reichsbürger droht mit dem Hackebeil

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Reichsdeutscher ohne Führerschein, dafür aber mit Kokain zugedröhnt

Artikel aktualisiert am 30.01.2014
7 Kommentare leave one →
  1. Gert R. Lauken permalink
    29/01/2014 22:25

    Bei Fall 2 in Velten handelt es sich offenbar um Ironleafs. Nachzulesen im Eisenfraß-Blog vom 25. Januar und bei eisenhaltig.net.

    • 30/01/2014 09:22

      Danke für die Info! Meiner Meinung nach ist nicht „Ironleafs“ der Verfasser des Artikels. Er kopiert häufig alles Mögliche in sein Blog hinein, ohne es als übernommenen Bericht zu kennzeichnen oder auf die Quelle hinzuweisen.
      Die Geschichte scheint ursprünglich auf einem Facebook-Account gepostet worden zu sein, von einem Nutzer, der sich „Mutscho Skull-Fighter“ nennt und dort auch Rocker- bzw. Black-Metal-Symbole verwendet. Alexander S. alias „Ironleafs“ ist ja eher ein zart besaitetes Bürschlein, den kann ich mir nicht so recht als (Ex-)Rocker vorstellen.

      Dieser „Mutscho Skull-Fighter“ hat bei Facebook zudem ein Rüdiger-Klasen-Video eingebunden und lobt es ausdrücklich. „Ironleafs“ hingegen bekundet ja häufig seine geringe Wertschätzung für Klasen.
      Was die Zollbeamten angeht, so haben sich diese offenbar tatsächlich nicht korrekt verhalten. Wenn sie keinen Durchsuchungsbeschluss vorweisen konnten und keine Gefahr im Verzug vorlag, dann hatten sie kein Recht, in die Wohnung einzudringen oder auch nur an der Wohnungstür herumzurütteln. Die Geschichte mit dem Beil scheint mir fragwürdig zu sein. Mit solchen Aktionen spielt man den Reichsheinis nur in die Hände.

      • best boy permalink
        30/01/2014 12:28

        „Wenn sie keinen Durchsuchungsbeschluss vorweisen konnten und keine Gefahr im Verzug vorlag, dann hatten sie kein Recht, in die Wohnung einzudringen“

        Denkbar wär noch, dass die einen Vollstreckungsbescheid hatten. Soweit ich weiß dürfen die dann notfalls mit Gewalt in die Wohnung rein. Im Zeitungsartikel steht aber nichts irgend einer Pfändung/Vollstreckung.

  2. Gert R. Lauken permalink
    29/01/2014 22:26

    Eisenblatt.net natürlich.

  3. 30/01/2014 09:03

    Eisenblatt hat den Bericht zwar online gestellt, es handelt sich aber offensichtlich nicht um ihn selbst, sondern einen Leser

  4. Gert R. Lauken permalink
    30/01/2014 18:29

    Oh, okay. Das hatte ich übersehen, schließlich war der Bericht auch in der ersten Person geschrieben: „Publiziert am 24/01/2014 von ironleafs – Um ca. 9.15 klingelte es Sturm an der Wohnungstür, vor der Tür stand ein großer Mann der durchs Haus brüllte aufmachen Zoll. Auf meine Frage durch die geschlossene Tür was er will sagte er …“

  5. Patrick Lassan permalink
    31/01/2014 12:20

    „Denkbar wär noch, dass die einen Vollstreckungsbescheid hatten. Soweit ich weiß dürfen die dann notfalls mit Gewalt in die Wohnung rein.“

    Auch die Vollziehungsbeamte der Finanzverwaltung (Zoll bzw. Finanzamt) benötigen dafür einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss.

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