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Peter Fitzek – Nachruf auf einen ewigen Verlierer

27/08/2014
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Peter Fitzek und seine verblendeten Anhänger

 

Peter Fitzek ist in der DDR aufgewachsen. Er konnte nie verwinden, dass sein „sozialistisches Vaterland“ ausgerechnet von der „BRD“ assimiliert wurde – jenem Klassenfeind,  der laut SED-Propaganda doch eigentlich selbst unmittelbar vor dem Untergang stand.

Für die naheliegende Erkenntnis, dass das DDR-Regime kolossalen Blödsinn verbreitet hatte, war Fitzek allerdings nicht gescheit genug. Für ihn blieb die Bundesrepublik ein Unrechtsgebilde, das allein deshalb die DDR überdauerte, weil irgendwelchen Finstermächten dies gut in den Plan passte. Er hatte das verschwörungstheoretische Standardwerk „Die Protokolle der Weisen von Zion“ verinnerlicht, außerdem die Esoterik-Klassiker „Wünsche ans Universum“ und „The Secret“ gelesen. Zudem war er mit den Werken des geistesgestörten Satanisten Aleister Crowley bestens vertraut. Aufgrund dieses geballten Wissens traute sich Fitzek zu, die Bundesrepublik Deutschland zerstören zu können.

Etwas Neues sollte stattdessen her, und wie die meisten Reichsbürger wünschte er sich eine Symbiose aus DDR und Drittem Reich herbei. Diesmal sollte die Chose „Königreich Deutschland“ heißen, selbstverständlich mit ihm selbst als Staatsoberhaupt! Allabendlich führte er inbrünstige Zwiegespräche mit dem lieben Gott. Dieser gab dem kleinen Mann mit der Halbglatze zu verstehen, dass keinesfalls die Juden das auserwählte Volk seien, sondern – ausgerechnet! – die Deutschen!  Im Übrigen dürfe er davon ausgehen, das erfuhr Peter Fitzek ebenfalls vom lieben Gott, dass er der wahre Messias sei … dazu auserkoren, Deutschland zur Weltführung zu verhelfen.

Damit wäre gleichzeitig der Himmel auf Erden geschaffen, schließlich steht schon in der Bibel: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Denn darauf sind alle scharf – die Hutu und die Tutu, die Serben und Kroaten, die Sinti und die Roma. Franzosen, Engländer und Holländer sowieso.

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Die Fitzek-Sekte strotzt nur so vor DDR-Symbolik!

Das Geschilderte mag wie eine Satire klingen, aber es handelt sich tatsächlich um jene kindische Visionen, die Peter Fitzek antreiben. Andere hätten sich ob solch kranker Gedankengänge längst freiwillig in die geschlossene Psychiatrie begeben. Peter Fitzek nicht; er machte sich fröhlich ans Werk.

Bekanntlich gibt es kaum einen Blödsinn, der nicht von irgendjemandem für bare Münze genommen wird, und Fitzeks vermochte es tatsächlich, eine gewisse Anzahl Menschen mit seinen Wahnvorstellungen anzustecken. Viele Leute glaubten ihm nicht nur blind, sondern befriedigten auch bereitwillig seine Geldgier. Allein ein Anhänger namens Richard G. verlor rund 400.000 EUR. Fitzek finanzierte davon nicht nur die „Königreich Deutschland“-Sekte, sondern verplemperte das Geld überdies mit seinen Frauengeschichten und seinem extravaganten Lebenstil.

Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) soll er seine Anhänger um rund 1,2 Millionen EUR erleichtert haben. Bis heute verfügt Fitzek über genügend Mittel, um sich bequem über Wasser zu halten – oder um sich im Falle eines Falles rechtzeitig ins Ausland absetzen zu können. Die Mitglieder seiner Sekte hingegen hält er (sofern es sich nicht um junge, attraktive Frauen handelt) an der kurzen Leine. Viel mehr als Unterkunft und Verpflegung ist für sein Gefolge nicht drin. „Königreich Deutschland“-Aussteiger wie Richard G. sind sogar von Sozialleistungen des Staates abhängig.

Alles, was Fitzek bisher anpackte, scheiterte: Sein wasserbetriebenes Auto fährt nicht, seine ominöse Pyrolyseanlage funktioniert ebenso wenig, und sein Onlineshop („Kadari – kauf‘ das Richtige“) ist ein echter Witz.

Dies entspricht seiner Vita: Fitzek war kein erfolgreicher Koch (diesen Beruf will er erlernt haben) … sein Tattoo-Studio machte ihn nicht reich … ebenso wenig die Pornofilme, die er als Videothekenbesitzer über den Ladentisch schob. Seine Karriere als geldgeiler Sektenchef – als „Oberster Souverän“ des „Königreich Deutschland“ – neigt sich nun ebenfalls dem Ende zu. Immerhin bewies Fitzek das Gegenteil von dem, was er eigentlich beweisen wollte: Die Bundesrepublik ist keineswegs totalitär, wie er behauptet, sondern ein freundlicher Staat, der es nicht nötig hat, auf die Kapriolen durchgeknallter Bürger mit übermäßiger Härte zu reagieren.

Die „Königliche Reichsbank“, das Flaggschiff der Fitzek-Sekte, wurde im August 2014 „offiziell“ dichtgemacht, was im Internet zu zahlreichen Spekulationen und Gerüchten führte. Weitere Frontbegradigungen folgten Knall auf Fall: Fitzek ließ die Hosen runter, indem er unter anderem zugab, nicht mehr für seine laufenden Kosten aufkommen zu können. Derartiges trotz Vorsehung, trotz Macht der Gedanken und Wünsche ans Universum… ? Auch das Privileg, Gottes Sohn zu sein, scheint Fitzek keine finanziellen Vorteile zu bringen.

Kritiker sagten  drei Dinge voraus:

  • Dass der braunesoterische Affenzirkus, den Fitzek auf die Beine gestellt hat, zwangsläufig scheitern wird…
  • Dass er für dieses Scheitern niemals die Verantwortung übernehmen wird, sondern sie in äußeren Umständen, insbesondere beim deutschen Volk, suchen wird…
  • Dass Fitzeks abstruse Heilslehre bei seinen Anhängern auch nach dem Scheitern als makellos gelten wird…

– Tatsächlich war Fitzeks wahnhaftes Gebilde von Anfang an eine Totgeburt. Das Projekt wirkte nur deshalb lebendig, weil die Behörden auf eindeutige Gesetzesverstöße mit häufig nicht nachvollziehbarer Toleranz reagierten.

– In einem aktuellen Video benennt Fitzek den wahren Schuldigen für sein eigenes Scheitern: Das deutsche Volk trüge dafür die Verantwortung, keinesfalls er selbst! Na, wer hätte das gedacht…

– Im Internet-Forum des „Königreich Deutschlands“ hält die verblendete Anhängerschaft weiterhin zu ihrem Guru. Die Schließung der „Reichsbank“ wird zur Kenntnis genommen, aber paradoxerweise wird aus dieser Schließung geschlussfolgert, dass die „Bank“ tadellos funktioniert habe.

Ansonsten ruft Fitzek verstärkt zu Geldspenden auf, um den bereits stinkenden Kadaver „Königreich Deutschland“ wiederzubeleben. Wer beispielsweise 150 EUR berappt, darf eine Nacht in Fitzeks Sektenkolonie verbringen. Großzügige Gönner bekommen überdies Prozente, wenn sie bei Fitzek ein „Seminar“ buchen. Allerdings werden derartige Seminare nie mehr stattfinden, da sich kaum noch jemand für die Lügen des „Obersten Souveräns“ interessiert.

Die Menschen interessieren sich viel mehr dafür, ob sich Fitzek mit dem Rest seines erbeuteten Geldes ins Ausland absetzt, oder ob er hierzulande eine Haftstrafe antreten wird – oder ob er die Vergünstigungen des Paragraphen 20 StGB in Anspruch nimmt. Ein Recht darauf hätte er.

tv

An Peter Fitzeks Scheitern sind alle schuld … außer Peter Fitzek natürlich!

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20 Kommentare leave one →
  1. Futzi der kochende Fiduziar permalink
    28/08/2014 13:35

    Es genügt seine YT-Ansprache in Ausschnitten zu sehen um beurteilen zu können was Dummheit gepaart mit Größenwahn und naiver Anpackermentalität hervorbringen kann.

    „Ein Appel an alle Journalisten ! Kommen Sie vorbei, wir bilden Sie aus !“ sagt er tatsächlich gegen Schluss :-)))))

    Eine tolle Ausbildung wenn man anschließend wie „Benjamin“ und „Martin“ zu dumm ist um eine Minute Text fehlerfrei vom Teleprompter abzulesen :-))))

    Nach 20 Schnitten innerhalb der ersten Filmminute habe ich aufgehört zu zählen :-)))))

    • Futzi der kochende Fiduziar permalink
      29/08/2014 13:45

      …wer findet das zweite L ? .-)

    • Decimus permalink
      01/09/2014 15:09

      Herrlich. Da ist ja praktisch vor jedem Fremdwort ein Schnitt (bspw. Osteopath). Naja aber auch kein Wunder, wenn man nur die Schule des Lebens von innen gesehen hat.

  2. gegen gierige gurus permalink
    28/08/2014 19:54

    schönes bild, wie der fitzek da mit fleißigen riesenschritten auf den abgrund zustapft und die mit freiwilliger blindheit geschlagenen untertanen folgen ihm!

    • best boy permalink
      29/08/2014 21:51

      Gut möglich dass NUR die Untertanen abstürzen während sich der Königspeter an neuen Projekten erfreut.

  3. Tofkas01 permalink
    28/08/2014 20:26

    „Alles, was Fitzek bisher anpackte, scheiterte: “

    Naja, nicht ganz. Das Abzocken naiver Zeitgenossen hat er offenbar erfolgreich managen können. So traurig das auch ist in der Betrügerbranche war er erfolgreich.

    • Game Over ! permalink
      28/08/2014 21:16

      Falls er tatsächlich irgendwann zur „Betrügerbranche“ gezählt werden sollte, kommt er bei seinem Vorstrafenregister vermutlich nicht mehr mit einer Haftstrafe auf Bewährung davon.
      Der „Erfolg“ wird von kurzer Dauer sein. Noch hält er die Angelegenheit für ein lustiges
      Räuber-und-Gendarm-Spiel. Sein überheblich-arrogantes Lächeln wird ihm jedoch noch einfrieren. Seine wirren Einlassungen werden ihm nicht helfen. Ab jetzt kann er seinen Haftantritt nur noch hinauszögern. Game Over !

      • Tofkas01 permalink
        30/08/2014 15:55

        Spätestens wenn sich eines seiner Schäfchen zu einer Klage durchringen würde, könnte es gefährlich für Fitzek werden. Aber Menschen, die eine Sekte brauchen um ihr Selbstbewusstsein zu stützen, haben selten den Mut, juristisch gegen ihre Ex-Gurus vorzugehen.

        Man kann ja froh sein, das es bisher bei Abzockerei geblieben ist und noch keine Selbstmorde oder kollektive Tötungen gab.

  4. Kristin Globzsch permalink
    29/08/2014 01:42

    War vorherzusehen, dass dieser Schwachkopf mit seinen absurden Hirngespinsten früher oder später aufgibt.

  5. Waldhonig permalink
    29/08/2014 21:11

    §20 kann er aber nicht in Anspruch nehmen. Dazu gehört schon mehr als ein bisschen Simulieren. Er hat zwar kranke Ideen, aber unzurechnungsfähig ist er nicht, auch wenn er versucht, genau diesen Eindruck zu wecken.

    • 30/08/2014 15:13

      Er simuliert ja eigentlich nicht, ohne Schuld zu handeln, sondern er versucht vorzutäuschen, überdurchschnittlich intelligent und eloquent zu sein. Ebenso hat Fitzek ca.14 Paragraphen auswendig gelernt (inhaltlich aber aufgrund seiner offensichtlichen Doofheit nicht verstanden) und simuliert seither, er wäre juristisch bewandert.

    • Kaum auszudenken permalink
      01/09/2014 00:41

      Mit § 20 StGB wirds wohl nix

      Nach § 20 StGB handelt ohne Schuld, „wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln.“

      Mit § 21 wirds eng

      § 21 Verminderte Schuldfähigkeit
      „Ist die Fähigkeit des Täters, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, aus einem der in § 20 bezeichneten Gründe bei Begehung der Tat erheblich vermindert, so kann die Strafe nach § 49 Abs. 1 gemildert werden.“

      § 49 StGB
      Besondere gesetzliche Milderungsgründe

      (1) Ist eine Milderung nach dieser Vorschrift vorgeschrieben oder zugelassen, so gilt für die Milderung folgendes:
      1. An die Stelle von lebenslanger Freiheitsstrafe tritt Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.
      2. Bei zeitiger Freiheitsstrafe darf höchstens auf drei Viertel des angedrohten Höchstmaßes erkannt werden. Bei Geldstrafe gilt dasselbe für die Höchstzahl der Tagessätze.
      3. Das erhöhte Mindestmaß einer Freiheitsstrafe ermäßigt sich
      im Falle eines Mindestmaßes von zehn oder fünf Jahren auf zwei Jahre,
      im Falle eines Mindestmaßes von drei oder zwei Jahren auf sechs Monate,
      im Falle eines Mindestmaßes von einem Jahr auf drei Monate,
      im übrigen auf das gesetzliche Mindestmaß.

      Für den König käme Abs. 1 Nr.2 in Betracht…….also drei Viertel des angedrohten Höchstmaßes….

      Nun hat der letzte Richter in der Straßenverkehrsangelegeheit ihm zwar „die Regentschaft in einer Fantasiewelt mit abstrusen politischen Vorstellungen“ attestiert, die 3 Monate ohne Bewährung gab es jedoch auch ohne Abzug.

      Mit den § 20 / 21 StGb wird das wahrscheinlich auch zukünftig nix. Es sei denn ein Facharzt bescheinigt ihm Wahnhaftigkeit, Psychosen und dergl.
      Weil Fitzek jedoch als Held und Märtyrer die Bühne verlassen möchte, wird er einer Untersuchung nicht zustimmen. Wegen Selbst-, und Fremdgefährdung kann er bislang nicht
      zwangsuntersucht werden, weshalb es beim vollen Strafmaß bleiben wird.

      Find ich auch besser so, ehrlich gesagt ………….Hinterher kommt der nach 5 Monaten raus,
      macht die Sissi, und die Flegeljahre einer Kaiserin beginnen von vorn.

  6. 03/09/2014 09:24

    Nach Angaben des Hofnarrs Manuel im KRD Forum hat der AUfruf zu rund 3.000 euro Spenden und 15.000 Euro Einzahlungen geführt…

    Die Dummen sterben eben nie aus…

    • Mad Dog permalink
      04/09/2014 11:31

      Mein Mitleid mit diesen armen Irren, wenn sie feststellen, dass ihre Kohle unwiderruflich futsch ist, hält sich in minimalen bis gar nicht wahrzunehmenden Grenzen.
      Wenn da nicht noch die ö.-r. Forderungen an Peter, den Bezopften, wären, würde ich ihm schon fast eine glückliche Flucht nach dem Motto „Flüchte, wohin Du willst, Hauptsache Du bist weg“ wünschen.

    • 23/10/2014 21:20

      Auf Fitzek hab‘ ich doch schon einen Nachruf geschrieben…

      • Susanne permalink
        24/10/2014 10:26

        OKay, aber das ist fast zwei Monate her. Du bist besser informiert, gibt es nichts neues von unserem Helden?

      • 24/10/2014 14:40

        Ein Nachruf ist ja eher was Endgültiges … es sei denn, der Tote erwacht wieder zum Leben. Ansonsten bin ich keineswegs besser informiert. Ich bereite lediglich bestimmte Themen auf, oder kommentiere sie. Interessante Neuigkeiten zu Fitzek gibt es regelmäßig im Sonnenstaat-Forum. Aber da bist Du doch Mitschreiberin?

        Aktuelle Neuigkeiten

      • Susanne permalink
        26/10/2014 15:56

        Es ist ja eine wesentliche Eigenschaft der Reichsdeppen, dass sie noch herumlaufen, trotzdem sie eigentlich tot sind. Das macht es so kurios 😉
        Wenn es im im Sonnenstaat-Forum eine Susanne gibt, dann bin ich das nicht. Ich beschäftige mich nur sehr am Rande mit diesem Thema.
        Die „aktuellen Neuigkeiten“ werde ich mir nachher reinziehen – danke für den Link.

  7. gerntroll permalink
    13/11/2014 12:04

    Es tut sich was im Staate Fitzefratze. Heut Prozessauftakt in Dessau. Vorerst gehts um seine Krankenkasse.

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