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Reichsbürger – wie sie vor Gericht randalieren … und bei der Urteilsverkündung hyperventilieren

08/11/2014
reichsdeppentanz

Wenn, wie auf diesem Foto, normale Menschen vor Gericht stehen, gibt es manchmal Stress. Wenn Reichsbürger vor Gericht stehen, gibt es immer Stress.

Reichsbürger nutzen hauptsächlich zwei Möglichkeiten, um ihre Vorstellungen zur gesellschaftlichen Realität werden zu lassen:

  • möglichst oft die einschlägigen Schäuble-/Gysi-/Gabriel-Clips in Netz stellen
  • Rechnungen nicht bezahlen, dann den in Folge auftauchenden Gerichtsvollzieher anpöbeln und bedrohen (was  ebenfalls zu filmen und umgehend bei YouTube zu veröffentlichen ist)

Ein drittes und nicht unwichtiges Standbein des reichsideologischen Selbstverwirklichungsprogramms ist jedoch das massenhafte Erscheinen bei Gerichtsterminen. Da wird dann selbst wegen lächerlichen Verfahren vor dem Verkehrs-Kadi (50 EUR wegen des Zuparkens eines Behindertenparkplatzes usw.) ganz unschuldig im Frühwald-Blog und anderswo gepostet: „Prozessbeobachter gesucht!“

In Wirklichkeit jedoch will man es den Richtern und Justizangestellten mal so richtig zeigen … nämlich dass sie gar keine Richter und Justizangestellten sind. Die Bundesrepublik Deutschland, davon sind unsere Freunde bekanntlich felsenfest überzeugt, die gibt es gar nicht – und ein nicht existierender Staat hat nun einmal auch eine nicht existierende Justiz. Die Gerichts-Happenings finden freilich nur dann statt, wenn auch ein Reichsbürger beteiligt ist … ob er ein Strafverfahren am Hals hat oder ob er verklagt wurde, weil er seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, ist dabei weniger von Bedeutung.

Hauptsache die Anwesenden machen ordentlich Radau und verkünden ihre reichsdeutschen Weisheiten, indem sie während der Veranstaltung lautstark Parolen grölen. Kann aber mit derartig primitiven Benimm tatsächlich das Deutsche Reich aus der Mottenkiste der Geschichte gezaubert werden? Rund 70 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation?

Nun, in der Esoterik (zu der die Reichsideologie ja gehört) spricht man häufig von der revolutionären Wirkung der sogenannten „kritischen Masse“. Im Klartext bedeutet das, wenn in Bielefeld, Osnabrück und Nieder-Oberursel gleichzeitig Gerichtsverhandlungen mit Reichsdeppen im Zuschauerraum stattfinden, dann wird quantentheoretisch wieder das alte Deutsches Reich entstehen. Oder wenigstens eine neue DDR.

Das alles hat ein berühmter Wissenschaftler, Rupert Sheldrake, durch Forschung herausgefunden. Und Gregor Gysi soll sich ähnlich lautend geäußert haben…

Vor einigen Tagen stand wieder einmal ein Reichsbürger vor Gericht: der „Linksanwalt“ Peter Putzhammer. Natürlich waren „Prozessbeobachter“ dabei … und natürlich haben diese während der Verhandlung laut phantasiert, gepöbelt und bei der Urteilsverkündung vor Wut hyperventiliert. Warum die Richterin, die ansonsten sehr souverän aufgetreten sein soll, nicht alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um die irre Bagage zu bändigen, bleibt wohl für immer ihr Geheimnis. Vielleicht reagiert die deutsche Justiz grundsätzlich so butterweich auf spinnerte Störenfriede.

Wer bezüglich des Verfahrens gegen Peter Putzhammer den informativen und unterhaltsamen Bericht eines echten Prozessbeobachters lesen möchte, der klicke bitte das nachfolgende JPEG an:

preiselbauer

Bild anklicken, um den Artikel zu lesen!

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3 Kommentare leave one →
  1. 08/11/2014 13:44

    Danke! 🙂

Trackbacks

  1. Links am Sonntag (16.11.2014) | Josef A. Preiselbauer

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