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Mini-Strafe für Peter Fitzek

08/01/2015
MZ_Fitzek

Peter Fitzek erhält lächerlich anmutende Strafe

Nach insgesamt fünf Verhandlungstagen vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau wurde Peter Fitzek zu einer Geldstrafe von 4200 EUR verurteilt. Der Richter befand ihn des Betreibens illegaler Versicherungsgeschäfte für schuldig … strafmildernd wirkte sich aus, dass er sich nicht habe bereichern wollen – und dass die eingenommenen Gelder nicht zweckentfremdet worden seien.

Erste Presseberichte beschäftigen sich mit dem außergewöhnlich milden Urteil. So titelt die Mitteldeutsche Zeitung: „König von Deutschland“ kommt mit blauem Auge davon

Und schreibt weiter:

Der selbst ernannte „König von Deutschland“ Peter Fitzek ist im Prozess um illegale Versicherungsgeschäfte am Amtsgericht Dessau zu einer Geldstrafe von 4.200 Euro davongekommen. Gegen den 49-Jährigen wurde verhandelt, weil er zwischen Mitte 2009 und Mitte 2011 ohne Erlaubnis eine Krankenversicherung betrieben hat.

Auf MDR-online ist indes zu lesen: Selbst ernannter König kommt mit Geldstrafe davon

Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Dazu hätte er eine Strafe von 4.800 Euro zahlen müssen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat der Prozess gezeigt, dass Fitzek mit seiner Krankenversicherung von 2009 bis 2011 rund 320.000 Euro eingenommen hat. Der Angeklagte habe gewusst, dass er rechtswidrig gehandelt habe, hieß es im Plädoyer. Fitzek selbst forderte für sich Freispruch.

Dem Sonnenstaatland-Forum ist zu entnehmen, dass Fitzek in seinem Plädoyer versucht hat, die Verantwortung auf die treuesten Anhänger seiner Sekte abzuwälzen, insbesondere auf Michaela K. Die nun einkassierte Strafe dürfte er ohne Schwierigkeiten begleichen können, allein bedingt durch die Spendenbereitschaft seiner Anhänger. Sein Projekt insgesamt ist jedoch gescheitert, zumal von staatlicher Seite aus ein Anwalt bestellt wurde, der die illegalen Versicherungs- und Bankgeschäfte abwickeln wird.

Peter Fitzeks „Königreich Deutschland“ existiert lediglich in seinem Kopf und in den Gehirnen seiner Anhänger. Der Abwickler hat die meisten in Deutschland gehosteten Seiten sperren lassen. Ein schwerer Schlag für Fitzeks „Gurkentruppe“, die ohne das Internet kaum wahrnehmbar wäre. Die Gegenmaßnahmen folgten daher prompt: Die Königreich-Deutschland-Seite lief eine Weile als Ausweichadresse unter einer ch-Endung.

Derartige Sperenzien – und auch das milde Urteil – können nichts daran ändern, dass Fitzek mit seiner bisherigen Masche am Ende ist. Nicht nur, dass ihm weitere Verfahren ins Haus stehen, der staatliche bestellte Abwickler hat überdies die Kontrolle über jene Grundstücke übernommen, auf denen sich sein „Königreich“ befindet. Fitzek soll jetzt Miete zahlen, ihm und seinem Gefolge droht sogar die Kündigung.

Unklar ist, ob die polnischen Konten – auf die der größte Teil der von Peter Fitzek ergaunerten Gelder transferiert wurde – noch unter der Kontrolle des Möchtegern-Monarchen stehen. Falls ja, wären er und seine Anhänger gezwungen, über Umwege an das Geld zu kommen. Vorstellbar wäre, dass Strohmänner nach Polen fahren, Geld abheben und dieses dann in Deutschland an Fitzek übergeben. Eine heikle Geschichte.

Ob sich Peter Fitzek unter solchen Umständen leisten kann, weiterhin die Handvoll hündisch ergebener Anhänger durchzufüttern, die den inneren Zirkel seiner verrückten Sekte bilden, dürfte mehr als fraglich sein.

Nachtrag: Inzwischen hat die Fitzek-Sekte eingeräumt, dass auch die polnischen Konten vom staatlich bestellten Abwickler gesperrt wurden. 60.000 EUR seien dort deponiert.

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15 Kommentare leave one →
  1. 08/01/2015 18:33

    das is zu wenig! Ramen

  2. fraule permalink
    08/01/2015 18:51

    der richter hat sich wohl von fitzek einlullen lassen

  3. korelis permalink
    08/01/2015 21:43

    Och ich weiss nicht. Wenn das Ding den Bach runtergeht weil er selbst das Geld verplempert hat für seine Damen, seine Südamerikareisen und seine Autos, dann haben seine Anhänger wenigstens keine Ausrede dass der Staat sich das Geld gekrallt hat. Müssen mündige Bürger vor Rattenfängern geschützt werden? Ich mein wer so doof ist und Fonds zu kaufen anstatt Aktien, wer riestert und wer auf Pump ein Auto kauft wird doch auch nicht geschützt oder? Also das Trauerspiel genüsslich weiter verfolgen 😀

  4. Gert R. Lauken permalink
    08/01/2015 23:13

    Das Verfahren ist wohl auch von der Staatsanwaltschaft nicht sonderlich intensiv betrieben worden. Kritisch sehen muss man, dass Fitzek kein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt wurde, obwohl dies nach § 140 II StPO – m.E. ziemlich eindeutig – wegen der Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage (erstes Verfahren nach den VAG-Strafnormen, schwierige Berechnungen etc.) geboten war.

    GL

  5. Goldie permalink
    10/01/2015 11:53

    Keine Bereicherung?? Wovon dann der dicke Schlitten, das Lotterleben und die Reiserei durch Deutschland und die Welt??

  6. Stoffeltier permalink
    10/01/2015 12:59

    Die schlaffe Staatsanwaltschaft wird in diesem Fall wohl keine Revision mehr einlegen. Nun kommen aber noch weitere Verfahren wegen der Bankgeschäfte, Steuerhinterziehung, Nunchaku etc. p.p. hinzu. Mit einem blauen Auge ist Fitzek noch lange nicht „davongekommen“. Auch die drei Monate Haft wegen der Führerscheingeschichte stehen noch aus.

  7. Frau Schneckenschiss permalink
    10/01/2015 16:58

    Da hat sich der Müllmann als Hofberichterstatter aber schön zum Affen gemacht 🙂

    http://koenigreichdeutschland.ch/de/neuigkeit-anzeigen/prozessberichte-vom-amtsgericht-dessau-rosslau.html

  8. 12/01/2015 18:01

    Ich hab ein paar Fragen zum Fitzefatze-Staat:

    Was für Verfahren stehen beim Fitzek noch vor der Tür?
    Wie hat es Fitzek geschafft keine Miete zahlen zu müssen?

    • Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehn permalink
      16/01/2015 13:09

      zu Frage 1.) Eine Geschichte wegen illegalem Waffenbesitz steht noch aus. Die Sache wegen der Bankgeschäfte steht noch aus. Er wurde zu 3 Monaten Haft wegen fortgesetzter Unfähigkeit Im Straßenverkehr verurteilt. Dagegen hat er Rechtsmittel eingelegt. Steht also auch noch aus. Dann kommt sicher noch was wegen Nichtzahlung von Steuern und .ggf andere dazu anzuhalten. Weiterhin könnte noch allerhand bei der Hausdurchsuchung gefunden worden sein was dann auch noch ausstünde. Da kommen jetzt Sachen Schlag auf Schlag. Die Deppen die jetzt noch königlichen Spendenaufrufen folgen, könnten ihr Geld auch ins Klo werfen.

      zu Frage 2.) Er hat vermutlich einfach keine Miete gezahlt. Kannst du auch. Ist nicht schwer.
      Der Abwickler, der beauftragt wurde das Königreich unter den Hammer zu bringen, verlangt jetzt von allen Miete und dreht die Sache so, dass langfristig alle rausgeschmissen werden damit die Immobilien verkloppt werden können.

      Einige Pressevertreter werden mit Fitzek bestimmt noch die Sommerlöcher 2015 und 16 gestopft bekommen. Die kleinen Krokodile und Schnappschildkröten die jeden Sommer in deutschen Baggerseen auftauchen will ja keiner mehr sehen.

  9. Billithekat permalink
    21/03/2015 07:34

    Bin heute erst auf diesen Blog gestošsen, und ich liebe ihn! Danke für die Wortchöpfung „Reichsdeppen“, ich musste loskichern, denn das trifft es genau.
    Ich werde viele amüsante Stunden hier verbringen, und mir gefällt Euer Schreibstil.
    Zu dem Artikel: ich höre auch von diesem Königreich Deutschland zum ersten Mal, und finde es unglaublich dass der Gründer so zahlreiche Anhänger hat.
    Zu meiner Verteidogung für’s Hinterm-Mond-Leben: ich lebe seit fast 10 Jahren in Spanien..natürlich lese ich auch deutsche Nachrichten, aber erst seit dieses „Pegida“ aufkam, beschäftige ich mich wieder detaillierter mit dem Thema.Übrigens, diese „šs“-Kreation liegt daran: meiner Tastatur gibt’s kein scharfes „s“, sorry.

    • 23/03/2015 11:24

      Ja, ein herzliches Willkommen und danke für das Lob. Der schöne und passende Begriff „Reichsdepp“ ist, soweit mir bekannt ist, eine Schöpfung aus dem alten Anti-Reichsdeppen-Forum. 🙂

Trackbacks

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