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Primitive Propaganda-Aktion der Reichsbürger

27/02/2015
Deppenflugblatt

Bild anklicken, um den groben Unfug der Reichsbürger zu vergrößern!

Die Reichsbürger sind zu grundlegenden Erkenntnissen gelangt, die sie wie hochheilige Ikonen vor sich hertragen.

Der Klassiker schlechthin unter diesen vermeintlichen Binsenweisheiten ist, dass die deutsche Bevölkerung das Personal einer BRD GmbH sei – schließlich gebe es ja einen Personalausweis. Ein weiterer Dauerbrenner ist, dass die Bundesrepublik Deutschland keine Beamten beschäftigen würde, denn Gerichtsvollzieher und Polizisten beispielsweise würden auf Verlangen stets Dienstausweise vorzeigen. Korrekt wären hingegen Amtsausweise.

Natürlich kennen die Reichsdeppen die Geschichte des deutschen Beamtentums nicht, wissen folglich auch nicht, dass Beamte hierzulande nie mit „Amtsausweisen“ ausgestattet wurden. Und selbst wenn sie informiert sind, verbreiten sie ihren Unfug munter weiter – geht es doch immerhin um das edle wie unerreichbare Ziel, die verhasste „BRD“ (die nicht Deutschland sei) zu vernichten.

Relativ neu im Hetzprogramm der Reichsdeppen ist die Behauptung, die Begriffe „Name“ und „Nachname“ dürften nicht – wie dies im Personalausweis der Fall ist – synonym verwendet werden. Dies wäre in einer wie auch immer gearteten Weise schädlich für das deutsche Volk. Nun verhält es sich allerdings so, dass hierzulande der Begriff „Name“ von jeher mit „Familienname“ gleichgesetzt wurde, insbesondere von Amtswegen. Als unser Staat noch Deutsches Reich hieß (inklusive dessen Schandzeit von 1933 bis 1945), war das nicht anders:

deutsches_reich_ausweis

Ausweis aus der Nazizeit

Auch in der DDR, die von Reichsdeutschen in der Regel innig verehrt wird, wurden „Name“ und „Nachname“ synonym verwendet:

DDR-Ausweis

Sogar der Begriff „Geburtsname“ müsste konsequenterweise und fortan durch das Wort „Geburtsfamilienname“ oder „Geburtsnachname“ ersetzt werden.

In Wirklichkeit geht es Reichsbürgern und anderen Staatsleugnern natürlich nicht um banale Themen wie „Name“ oder „Nachname“: es geht darum, eine neue Sau durchs Dorf zu treiben … eine weitere vermeintliche Ungereimtheit in der „BRD“ (wie man Deutschland in diesen Kreisen bezeichnet) soll angeprangert werden. Diese Leute glauben irrigerweise, sie könnten mit immer neuem Blödsinn für eine gewisse Unruhe in der Bevölkerung sorgen, was dann letztlich zu einer Revolution führen soll.

Aus dieser „Logik“ heraus lässt sich dann auch eine solche Schwachsinns-Aktion erklären:

Achtung – Betrugsgefahr“ ist das Flugblatt überschrieben, das angeblich von „Ihrem Bürgeramt“ kommt. Um es vorweg zu nehmen: Vom „Bürgeramt“, sprich der Stadtverwaltung, kommt es nicht. […] Gewarnt wird in dem Schreiben vor falschen Personalausweisen, die angeblich im Umlauf seien. Die Bürger sollten umgehend ihren eigenen Personalausweis prüfen. In den vermeintlich falschen Dokumenten würde lediglich „Name“ stehen und nicht „Familienname“. 

[…]  Die Warnung, dass man sich mit der Verwendung ungültiger Ausweisdokumente strafbar mache, soll wohl Angst und Verunsicherung schüren. Man solle sich auf alle Fälle unverzüglich bei seinem „Bürgeramt“ melden, heißt es in dem Machwerk. […] Die Aussagen, die darin getroffen werden, sind sinngleich mit Behauptungen in rechtsextremen Internet-Blogs. In diesen wird häufig die rechtliche Existenz der Bundesrepublik Deutschland angezweifelt. Quelle: nordbayern.de

Das Flugblatt soll auch in anderen Teilen Deutschlands aufgetaucht sein. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

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6 Kommentare leave one →
  1. John permalink
    27/02/2015 19:42

    Bei dieser ständigen Nörgelei wegen des Personalausweises frage ich mich manchmal, was die Reichsideologen mit PERSONALpronomina machen…

    Hoffentlich finden sich nicht allzu viele Dumme, die darauf reinfallen.

    Bezüglich der Amtsausweise liefert eine Googlesuche ein interessantes Ergebnis.
    Neben den zahlreichen Ergebnissen von Reichsideologen findet sich ein Ergebnis, welches einen „echten“ Amtsausweis zeigt:
    Dieser ist in der Datenbank des Deutschen Historischen Museums verzeichnet, wurde am 01.08.1945 in Zingst ausgestellt und trägt unten rechts einen Stempel mit kyrillischer Schrift.
    Also kein Beweis, dass der Amtsausweis „korrekt deutsch“ ist, aber sehr wohl, dass „Amtsausweise“ von wenigstens einer Besatzungsmacht ausgegeben wurden.
    Ich fürchte, dass die Reichsideologen die Antwort schuldig bleiben werden, wie ein Besatzungsdokument bei der Wiederherstellung der Souveränität Deutschlands behilflich sein soll.

    • 01/03/2015 19:34

      Das mit dem Amtsausweis ist interessant, zumal ich selbst mehrfach wie vergeblich danach gesucht habe. Für die Reichsideologen dürfte der Amtsausweis, immerhin wurde er also von der heiligen Besatzungsmacht Sowjetunion ausgegeben, damit legitimiert, zementiert und völkerrechtlich verbindlich akklimatisiert sein 😉

  2. 28/02/2015 08:29

    Nun in der Pegida laufen ja genug von diesen Reichsdeppen mit.

  3. Pottenschelm permalink
    01/03/2015 03:21

    Da hat jemand dem Jens Friedbert Bothe mal wieder einen Packen Schwachsinn in die Hand gedrückt und er hats verteilt. Pottenstein ist gleich um die Ecke.

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