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Mutmaßlicher Querulant geht mit Messer auf Polizisten los – und wird erschossen

11/03/2015

Memmingen ist eine knapp 42.000 Einwohner zählende Kleinstadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Am Mittwoch starb dort ein per Haftbefehl gesuchter Mann, als er sich der Festnahme entziehen wollte.

Ein Polizist hat in Memmingen am Mittwoch einen 48-Jährigen tödlich verletzt. Er schoss auf den Mann, der ihn mit einem Messer angegriffen hatte, weil er sich nicht festnehmen lassen wollte. Der 48-Jährige, wegen Beleidigungen und Verleumdungen zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, hatte nach Polizeiangaben die Frist verstreichen lassen, um sich bei der Justizvollzugsanstalt zu melden. Er starb später im Krankenhaus an seinen lebensgefährlichen Verletzungen.  Gleich sechs Beamte, alle in Zivil, wurden losgeschickt, um ihn zu verhaften. „Er war bekannt, mit ihm gab es schon in der Vergangenheit Konflikte“, sagte Christian Eckel vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West gestern am Tatort. (Augsburger-Allgemeine)

Die Münchner Abendzeitung geht auf die Art der Konflikte näher ein:

Da die Person aufgrund diverser Konflikte mit Behörden bekannt war, waren für die geplante Festnahme sechs Beamte im Einsatz. Im Bereich der Höflerstraße wurde der Mann, der wegen Beleidigungen/Verleumdungen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden war, von den Beamten auf offener Straße angesprochen.

Aus Memmingen gab es bereits Ende letzten Jahres Berichte über strafrechtlich relevantes querulatorisches Verhalten – und zwar aus dem einschlägigen Reichsbürgermilieu:

Organisierte Urkundenfälschung in Memmingen aufgedeckt

Äußerst gewinnbringend war das Erstellen von falschen Ausweisdokumenten und Führerscheinen durch Mitglieder einer Organisation, welche die rechtliche Existenz Deutschlands leugnet. Auslöser der Ermittlungen war ein Haftbefehl gegen einen 60-jährigen damals in Krumbach wohnenden Mannes der zu einer Gerichtsverhandlung nicht erschienen war. […] Die Nachforschungen der Kripo Memmingen […] führten zu der Organisation „Republik Freies Deutschland“ kurz RFD. Durch zunächst unbekannte Angehörige der RFD wurden die Ausweise für selbsternannte „Bürger“ dieses fiktiven Staates erstellt.

Im Rahmen der Durchsuchung wurden nicht nur diverse Siegel, sondern auch Kartons mit Blanko Dokumentenpapier sowie einige Blankovordrucke von Ausweisen aufgefunden und sichergestellt. Zwischenzeitlich ist bekannt, dass verteilt auf Führerscheine, Ausweise und Reisepässe über 400 Dokumente von den Personen gegen Bezahlung erstellt und in Umlauf gebracht worden sind. Von Einnahmen in Höhe von rund 20.000 Euro durch die Erstellung der Dokumente ist auszugehen.

Zwei Hauptbeschuldige, ein 47-jähriger sowie ein 60-jähriger Mann, sind derzeit unbekannten Aufenthalts. Sie sehen ebenso wie eine 46-jähriger Frau aus Brandenburg sowie ein 43-Jähriger aus dem Raum Ansbach Anzeigen wegen den Urkundenfälschungen entgegen. (all-in.de)

Bisher gibt es keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den tödlichen Schüssen und den kriminellen Aktivitäten der „RFD“.

3 Kommentare leave one →
  1. Neue Reichsdeppen permalink
    20/03/2015 14:25

    Razzia gegen „Freistaat Preußen“-Gruppe
    http://www1.wdr.de/themen/aktuell/freistaat-preussen-100.html

    • 20/03/2015 19:21

      Danke für den Hinweis. Habe einen kurzen Artikel darüber gemacht.

      • Neue Reichsdeppen permalink
        20/03/2015 22:32

        Hab ich vermutet. Die Angelegenheit bekommt ja jetzt auch eine neue Qualität wenn die militant werden.

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