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Wenn Reichsdeppen ihre Kinder verschleppen

23/06/2016
Reichsbürger: Flucht nach Russland!

Reichsbürger „flüchten“ nach Moskau …. und erleben ihr blaues Wunder!

Verschwörungstheoretiker auf der Flucht

Lediglich Mitleid mit den Kindern…

Kaum ein anderes Land des Kontinents wird dermaßen von Korruption und Willkür beherrscht wie die Russische Föderation – dennoch wird sie von Reichsbürgern als Heiliges Land betrachtet, und Präsident Putin als gottähnlicher Übermensch verehrt.

Und ausgerechnet von Russland, das nach dem Zweiten Weltkrieg die Abtrennung der damaligen deutschen Ostgebiete durchsetzte, erwartet man Hilfe bei der Wiederherstellung eines Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937. Dass Russland letztlich für die deutsche Teilung verantwortlich war, sowie dafür, dass am Todesstreifen auf Menschen geschossen wurde als seien sie Hasen, wird tunlichst ausgeblendet.

Die Russland-Liebe und die Putin-Geilheit führt stattdessen regelmäßig zu bizarren Reichsbürger-Blüten: Da beschwert man sich beispielsweise bei der russischen Militär-Komendatura, weil man einen 10-EUR-Strafzettel fürs Falschparken erhalten hat, oder – besser noch – man schickt die aktuelle GEZ-Mahnung zum russischen Generalstaatsanwalt. Vielleicht setzt der ja die Rote Armee in Bewegung.

Leider sind Reichsbürger-Führungskräfte wie Rüdiger Klasen-Hoffmann, Mathias Langer oder Mario Romanowski nie auf die Idee gekommen, höchstpersönlich in ihr gelobtes Land zu ziehen. Vermutlich will man die Bagage in Russland auch gar nicht haben.

Genau wie Familie Griesbach aus Mecklenburg-Vorpommern: Die hat die Chuzpe zur Vollendung gebracht, indem sie aus einem freien, demokratischen Rechtsstaat „flüchtete“, um ausgerechnet in Moskau Asyl zu beantragen. Die erste Ernüchterung  stellte sich wohl ein, als man spitz bekam, dass es bei den Russen keinerlei Sozialleistungen gibt … und auch die Rechtsmittel nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind.

Bemitleidenswert sind, wie der Justillon zutreffend schreibt, lediglich die Kinder, zu denen auch ein Kleinkind und ein Baby gehören:

Dass die Erwachsenen sich für diese Art des „Protests“ entscheiden, ist eine Sache. Dass aber Kinder – darunter ein erst ein paar Wochen alter Säugling – unter den Strapazen leiden müssen, stellt die Angst vor einer Wegnahme der Kinder durch das Jugendamt nicht als Geschäftsmodell, sondern vielmehr als wünschenswert heraus.

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7 Kommentare leave one →
  1. Meng Ekel permalink
    24/06/2016 11:01

    Vielleicht geht ein bisschen unter, wieso sich die Familie überhaupt von Russland etwas erwartet haben und warum das nicht geklappt hat:
    Wg. angeblich fehlender friedensvertraglicher Regelung und Besatzungsrecht sei RU für die ehem. DDR rechtlich zuständig – eine Rechtsauffassung, die im Reichsbürgerlager common sense ist, von den russischen Behörden aber offenbar und eindeutig nicht geteilt wird.

    Reichsbürger-Argumente funktionieren also weder in der Bundesrepublik (wo man das Versagen meinetwegen verschwörungstheoretisch „erklären“ kann), sondern auch die angeblich zuständige Siegermacht sieht sich als nicht zuständig an.

    Das ist nicht weg zu argumentieren. Die Russen teilen die Rechtsauffassungen der Reichsbürger nicht. Das kann man nüchtern feststellen und bei Gelegenheit immer wieder darauf hinweisen. So häufig kommt das gar nicht vor, dass man von einer Siegermacht unmittelbar Verwertbares bekommt.
    Botschaften usw. äussern sich bekanntlich inhaltlich zu entsprechenden Anfragen weniger. Es ist nicht deren Aufgabe, deutschen Bürgern die Rechtslage zu erklären.
    Die Botschaft eines anderen Staates macht keine Aussagen über die innere Verfasstheit der Bundesrepublik. Umso wertvoller die eindeutige und nicht weg zu diskutierende Haltung Russlands in diesem Fall.

    Andererseits ist die Geschichte mit Asyl bzw. „sicherem Herkunftsland“ doch auch bemerkenswert und argumentativ tauglich und wichtig.

    Es braucht gar kein „Russland als Heiliges Land“ oder „Halbgott Putin“; es geht hier nicht um Russland, dessen pol. Lage oder Beitrag zur dt. Teilung.
    Sondern um die Rechtsauffassungen, die im Reichsbürgerlager beliebt sind und sich nicht mit der Rechtsauffassung weder der bundesdt. noch der russischen Behörden vereinbaren lassen.

    Die wäre nicht anders, wenn statt Putin jemand anderes an der Macht wäre.
    Die wäre nicht anders, wenn Russland eine anderes Volk, anderes System oder andere Machthaber hätte.

    Wieso man sich ausgerechnet Russland aussucht kann man zB. auch in teilungsbedingten Denkmustern verorten. Da werden einige scheinbare Widersprüche, die hier anklingen, auch nachvollziehbarer. Es geht vielleicht tiefer als „Putin-Geilheit“.

    Das sind doch eher die Sachen, die man aus dieser Geschichte mitnehmen kann.
    Bei allem nachvollziehbaren Drang Putin und die russische Gesellschaft usw. zu bewerten (man kann nicht sagen, dass da auf diesem etwas plakativen Level Mangel herrscht), weiss ich nicht, ob der Beitrag hier gelitten hätte, das ein bisschen dezenter anklingen zu lassen um den Platz für den eigentlichen Konflikt zu nutzen:

    Die Differenzen der Rechtsauffassungen der Familie und Russlands.
    Das ist es, was man argumentativ verwenden kann. Nicht, was man von Putin hält.
    Putins kommen und gehen – die Rechtslage (keine Zuständigkeit Russland) ist davon unabhängig und das Wesentliche an der Geschichte.

    • 24/06/2016 12:40

      Ich bleibe da bei meiner Meinung. Die Versessenheit auf Putin, die man bei gewissen Kreisen beobachten kann, ist bizarr und lächerlich. Die Motive der Verehrer sind dabei keineswegs politisch-geschichtlicher Natur (denn in dieser Hinsicht führen sich ihre „Argumente“ – wie im Artikel aufgezeigt – ja selbst ad absurdum) – sie sind wohl eher im psychologisch/pseudo-religiösen Bereich angesiedelt. Im Grunde genommen ist Familie Griesbach zum ihrem Übervater Putin gepilgert (der jüdisch-christlichen Gott wurde aus den Köpfen der ehemaligen DDR-Bürgern ja mit recht guten Erfolg verdrängt), weil sie sich von ihm Erlösung versprach: eine liebevolle Aufnahme in den Garten Eden (Russland) und Hilfe bei der Vernichtung Satans („BRD“).

      Die wäre nicht anders, wenn statt Putin jemand anderes an der Macht wäre.
      Die wäre nicht anders, wenn Russland eine anderes Volk, anderes System oder andere Machthaber hätte.

      Hätte sich Russland nach dem Zusammenbruch der UdSSR zu einem liberalen, dem Westen zugewandten Staat entwickelt, könnte es nur schwerlich das Utopia rechtsesoterischer Durchdreher sein. Putin ist ja zweifellos ein autoritär auftretender Staatschef, der die mächtigste Armee Europas hinter sich weiß. Wer sich nach einem starken Mann sehnt, ist bei ihm jedenfalls nicht ganz an der falschen Adresse. Ein Michail Sergejewitsch Gorbatschow (lassen wir mal sein Alter außer Acht) würde mit seinem freundlichen Auftreten und seinem Entgegenkommen wohl kaum als Idol der Reichsdeppen taugen.

  2. Tofkas01 permalink
    24/06/2016 18:52

    Eieieie, da tun sich jetzt große Abgründe an Stumpfsinn auf. Wenn die Dummtante da wenigstens diesen Kram alleine durchgezogen hätte. Statt dessen traumatisiert sie damit ihre Kinder.

  3. Clausewitz permalink
    25/07/2016 16:59

    Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf…

  4. Tofkas01 permalink
    05/08/2016 23:57

    Weiß jemand eigentlich was mit dieser Lachnummernfamilie mitlerweile passiert ist? Die werden doch wohl kaum immer noch in ihrem Dreckloch sitzen und auf putinsche Sozialhilfereichtümer warten.

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