Skip to content

Die Macht der Idioten

04/07/2016

„In letzter Zeit kommt der Begriff ‚Reichsbürger‘ immer öfter in den Medien vor“, stellt der RBB-Moderator fest. Seltsam, dieses steigende mediale Interesse … soll es sich beim gemeinten Personenkreis doch um eine verschwindend kleine Minderheit handeln. Laut offizieller Verlautbarungen jedenfalls.

In dem TV-Bericht wird für das Land Brandenburg beispielsweise die Zahl 300 ins Spiel gebracht, womit wohl nur jene Querulanten gemeint sein können, die mehr oder weniger regelmäßig in Amtsstuben randalieren.

Michael Hüllen vom Verfassungsschutz räumt ein, dass die Dunkelziffer wesentlich höher sein dürfte. Das ist gut vorstellbar, wenn man sich die Kommentarbereiche der verschiedensten Internetseiten ansieht: Überall tummeln sie sich, die Spinner und Hetzer aus dem rotbraunen Farbspektrum. Nicht wenige dieser Leute wären gern mal dazu bereit, einen arglosen Behördenmitarbeiter zu bedrängen oder ordinär in einem Gerichtssaal herumzubrüllen. Sie warten meist damit, bis sie auf genügend Gleichgesinnte treffen, denn im Rudel stänkert es sich am besten.

Wie kommen diese Leute überhaupt zu einem derartigen Verhalten? Sie haben zweifellos durch das Internet  –  und tangiert von reichlich Tagesfreizeit –  entdeckt, dass sie in einem fürchterlichen Elend leben und schrecklich unfrei sind. Gleichzeit kamen sie zu der bahnbrechenden Erkenntnis, dass im Deutschen Reich und vor allem in der DDR alles viel besser gewesen sein muss als heutzutage in der Bundesrepublik Deutschland.

Das erinnert ans Spätmittelalter, als unzählige Menschen sich von Hexen bedroht fühlten und aufgrund solcher Ängste kaum noch in den Schlaf fanden. Tagsüber verbrannte man deshalb die Nachbarin samt deren Großmutter. Das Problem war lediglich, dass es überhaupt keine Hexen gab. Und genauso gibt es auch das Elend und die Unfreiheit der heutigen Reichsbürger nicht.

Sowohl auf den Hexenfanatiker des Mittelalters als auch auf den heutigen Reichsbürger trifft dieselbe Diagnose zu: Schwerer Dachschaden aufgrund von Wahnvorstellungen. Diese Erkenntnis nützt natürlich den Behördenmitarbeitern wenig, die das blödsinnige, ellenlange Geschwätz der reichdeutschen DDR-Fans ertragen müssen.

Die Verwaltung muss sich vermehrt vom Bürger abkapseln, dazu bringt der RBB-Bericht Beispiele: Türen bleiben verschlossen, selbst simple Anliegen können nur nach Terminabsprache vorgebracht werden. So sollte es in einem freien, demokratischen Land eigentlich nicht zugehen.

Dass Gerichte keine übermäßige Härte zeigen, gehört eigentlich auch zu einem liberalen Rechtsstaat. Die Reichsdeppen – mit ihrem infantilen Schrei nach Autorität – werten Milde grundsätzlich als Zeichen der Schwäche. Die Justiz täte deshalb gut daran, gegenüber diesen Spinnern eine andere Gangart einzulegen!

3 Kommentare leave one →
  1. 04/07/2016 15:04

    Hat dies auf FSMoSophica rebloggt und kommentierte:
    Ramen.

  2. Zuletztlacher permalink
    04/07/2016 16:27

    „Die Justiz täte deshalb gut daran, gegenüber diesen Spinnern eine andere Gangart einzulegen!“

    Bei Kollege Fitzek hats schon gewirkt. Der geht nun ab wie eine Rakete. Steil nach unten.

    • gompf permalink
      06/07/2016 02:21

      Denke geht grad >}
      Vorwärts immer! Rückwärts nimmer!
      Die Richtung passt jetzt schon. 😉

Systemkonforme Meinung abgeben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s