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Hetzt denn der alte Vogt noch? … Ja, er hetzt noch!

06/10/2017

Auf den ersten Blick wirkt Michael Friedrich Vogt keinesfalls so ungebildet wie ein Peter Fitzek oder so asozial wie ein Mario Romanowski. Arglose Zeitgenossen könnten Vogt sogar für einen normalen, keinesfalls unintelligenten Zeitgenossen halten.

Doch bereits nach vier oder fünf gesprochenen Sätzen entlarvt sich Vogt in der Regel als das, was er ist – ein Allround-Spinner, der jede schmuddelige Lüge kolportiert, die sich im Weltnetz finden lässt. Keine Verschwörungstheorie ist ihm zu dümmlich, keine „alternative Heilmethode“ zu gefährlich, als das er sie nicht in seinem höchsteigenen Internet-„TV-Sender“ verbreiten würde.

Und selbstverständlich hat Vogt mit der Reichsbürger-Szene zu schaffen. Der Burschenschafter gehörte zu den Initiatoren des „Aufbruchs Gold-Rot-Schwarz“, dessen bescheidenes Ziel es war, die Bundesrepublik zu zerstören, um Deutschland anschließend in einen Vasallenstaat der Russischen Föderation zu verwandeln.

Trotz solcher und weiterer Peinlichkeiten wäre es zu kurz gegriffen, Michael Friedrich Vogt lediglich als einen jener veritablen Knallchargen zu begreifen, die vom Internet offenbar in Fließbandarbeit ausgeworfen werden. Vogt unterscheidet sich durch einen halbwegs respektablen Werdegang von den überall herumschwirrenden Deppen, die ihre „Bildung“ ausschließlich aus dem Netz beziehen … und sich ihr wahnhaftes Treiben nachhaltig vom Jobcenter finanzieren lassen („Wo ist die Gründungsurkunde der Bundesrepublik? Wo ist mein Leistungsbescheid?“).

Natürlich ist auch Vogt felsenfest vom überall kursierenden antiamerikanischen, antisemitischen Quatsch überzeugt, doch im Gegensatz zu den anderen zahllosen Durchschnittshetzern hat er ein akzeptables Einkommen – erzielt durch Auftritte, Videos, Publikationen. Vogt ist ein perfider Märchenonkel und gnadenloser Abgreifer. Er verdient an den gesundheitsschädlichen Produkten mit, die er empfiehlt, und er lässt sich von denen bezahlen, die er belügt.

Als er nun für viele Wochen nicht mehr gesehen wurde, fiel das eigentlich nur innerhalb der depperten Staatsleugner- und Esoterikszene auf – und die reagierte, wie sie immer reagiert: mit Verschwörungstheorien. Vogt sei verhaftet, oder von den Amerikanern (bzw. anderen Juden) ins Ausland verschleppt … oder gar von Geheimdiensten totgemacht worden.

Alles falsch, wie er nun in einem Statement erklärte: Er habe einen schweren Schlaganfall erlitten. Er sieht tatsächlich recht blass &  zerknittert aus, aber mit dem Lügen klappt es weiterhin ganz gut. Die „Schulmedizin“ (also die Scheinmedizin, die uns von den Juden aufoktroyiert wird) konnte ihm angeblich nicht helfen. Die Ärzte hätten, so Vogt, hilflos die Schultern gezuckt und irgendwie nicht recht gewusst, was sie mit ihrem Patienten anstellen sollen.

Die Tatsachen liegen wohl allerdings etwas anders:

….mehrere lebensrettende Eingriffe [wurden] vorgenommen […], unter anderem eine Tracheostomie, Vetrikeldrainage, eine Lysetherapie und die Behandlung eines (bereits vorliegenden) Hochdruckleidens. Der notärztlich eingelieferte komatöse Patient hatte zu Beginn eine halbseitige Lähmung, die sich unter der dreiwöchigen intensivmedizinischen Behandlung besserte. Der Patient wurde wach, ansprechbar, kooperativ, freundlich zugewandt zur Verlegung in die Rehaklinik Bavaria in Kreischa entlassen.  Quelle

Ausgerechnet die „Schulmedizin“ – gegen die Vogt so gerne hetzt – war es also, die hier geholfen hat. Aber da nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf, ging Vogt im Nachhinein zusätzlich zu einem russischen „Wunderheiler“.

Natürlich steht es jedem frei, nach schwerer Krankheit Hilfe bei Wünschelrutengängern zu suchen, oder sich von Fernsehwahrsagern kostenpflichtig die Karten legen zu lassen. Man kann sich wahlweise auch rein biologischen Kartoffelbrei in die Haare schmieren, um das Hirn-Chakra zu aktivieren. Das alles kann man machen.

Aber sich anschließend hinzustellen und zu behaupten, allein dieser Mumpitz habe zur Besserung geführt, ist eine Unverschämtheit gegenüber jenen Ärzten, die einem wirklich das Leben gerettet haben. Michael Vogt diffamiert diese Leute als hilflose, inkompetente „Schulmediziner“.

Man sieht ihm in seinem aktuellen Video deutlich an, dass er dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen ist, unmöglich kann er sich aufgrund irgendwelchen Eso-Blödsinns fit wie ein Neugeborenes fühlen, wie er da behauptet. Von Einsicht keine Spur. Vogt ist nicht in der Lage, sein irres, wirres Weltbild zu korrigieren – im Gegenteil: Er hetzt munter gegen jene, die ihm das Leben gerettet haben. Er ist und bleibt ein unangenehmer Zeitgenosse.

LINKS:

Michael Vogt im Sonnenstaatland-Wiki

Niederrheiners Blog: Michael Vogt – Hat ein Wunderheiler seinen Schlaganfall geheilt?

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6 Kommentare leave one →
  1. NDR permalink
    07/10/2017 02:12

    Guter Artikel,

    gute Hintergrundinformationen!

    Allerdings gehe ich mit Vogt etwas milder um. Mir tut er auch ein wenig leid.

    Grüße,
    NDR

    • 08/10/2017 11:53

      Danke fürs Lob. Dein Artikel zum Thema ist auch sehr interessant! Mitleid ist auch bei mir durchaus vorhanden, aber wenn jemand diejenigen, die ihm wirklich aus der schlimmsten Not geholfen haben als rat- und tatenlose „Schulmediziner“ (inkl. angeblicher Fehlprognose) diffamiert, dann sollte das, finde ich, durchaus auch deutlich kritisiert werden.

      • NDR permalink
        08/10/2017 19:24

        Kann man Dich mal nicht-öffentlich kontaktieren? Hast Du ne Mail-Adresse etc.?

      • 09/10/2017 18:08

        Hab mal Deine E-Mail-Adresse aus dem Post rausgenommen – nicht, dass Du lauter reichsdeutsche Fanpost erhälst … 🙂

      • NDR permalink
        09/10/2017 18:19

        Nett von Dir. Allerdings ist die Mailadresse bei mir im Blog zu finden. Ist meine offizielle Blog-Mailadresse. Was darüber schon für Geheimnisse geflossen sind…

  2. Molletre permalink
    09/10/2017 22:16

    Danke für die Infos!
    Mitleid kann man als fühlendes Wesen durchaus mit ihm haben. Das unterscheidet uns von diesem Haufen voller eiskalter Zyniker. Allein der Gewichtsverlust ist extrem.
    Das er bewusst und willentlich den KH Aufenthalt und die dortige Lebensrettung einfach nicht erwähnt, nun das ist ja das normale Standardprogramm. Die Schulmedizin leugnen und Schund an Verzweifelte verkaufen, aber die Segnungen schön mitnehmen, samt Kur.
    Das jetzt als Werbung für diesen Scharlatan zu nutzen…naja ihm ist schon seit langem alles egal.
    Mich würde noch interessieren ob er vorher schon seine Gebrechen mit tollem Handauflegen oder Lichtheilung hat behandeln lassen und es somit verschleppt hat, bis der Knall kam. Wäre ja typisch.

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